The Lottery

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The Lottery ist eine Kurzgeschichte der US-amerikanischen Schriftstellerin Shirley Jackson aus dem Jahr 1948. Sie handelt von einem Ritual in einem Dorf im ländlichen Raum der USA, in dem jedes Jahr eine Lotterie veranstaltet wird, deren „Gewinner“ gesteinigt wird.

Die von der Kritik gelobte Geschichte, die bis heute das bekannteste Werk Jacksons ist, wurde vom Publikum äußerst kontrovers aufgenommen. Viele Leser der Zeitschrift The New Yorker, in der sie zuerst erschienen war, kündigten nach dem Erscheinen ihre Abonnements, in der Südafrikanischen Union wurde der Titel verboten.[1] Die Geschichte wurde in mehreren Formaten adaptiert, darunter ein Radiohörspiel (1951), ein Ballett (1953), ein Fernsehfilm (1996) und eine Oper.

Handlung[Bearbeiten]

In einem US-amerikanischen Dorf findet jedes Jahr am 27. Juni die sogenannte Lotterie statt. Dabei wird zunächst eine Familie ausgelost, danach wird innerhalb der Familie durch eine erneute Auslosung ein Ausgewählter bestimmt. Dieser wird dann von der gesamten Einwohnerschaft des Dorfes zu Tode gesteinigt. Die Dorfbewohner glauben, dass von diesem seit den Zeiten der Gründer bestehenden Ritual das Wohlergehen der Gemeinschaft abhängig sei.

Die Handlung ist streng chronologisch. So erfährt der Leser erst am Schluss, was den Gewinner der Lotterie erwartet. Der Ursprung des Rituals wird in der Geschichte nicht dargelegt.

Rezeption[Bearbeiten]

Die Geschichte erschien in der Ausgabe des 26. Juni 1948 im bekannten Kulturmagazin The New Yorker. Bereits kurz nach der Veröffentlichung schrieben viele erboste Leser hasserfüllte Briefe sowohl an die Redaktion der Zeitschrift als auch an die Autorin selbst. So sah sich Jackson gezwungen, am 22. Juli des Jahres in der Zeitung San Francisco Chronicle die Geschichte zu rechtfertigen. Jacksons Biographin Judy Oppenheimer bezeichnete den Wirbel um die Geschichte als den größten Ausbruch von Wut, Furcht, Rage, Nichtgefallen und intensiver Faszination, den eine Publikation der Zeitschrift ausgelöst hatte.[2]

In der Januarausgabe 1984 der Zeitschrift Playboy kam die Geschichte in einer Liste der 30 am häufigsten aus US-Schulen und Bibliotheken verbannten literarischen Werke auf Platz 17.

Adaptionen[Bearbeiten]

1951 wurde im Radiosender NBC eine erste Hörspielfassung der Kurzgeschichte ausgestrahlt. Es folgte 1955 eine Theaterfassung, die auch im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Das Drehbuch dazu stammt von Ellen M. Violett.

1969 folgte die erste Filmadaption durch Larry Yust, der auf Basis der Geschichte einen Kurzfilm im Rahmen einer Kurzgeschichtensammlung für die Encyclopedia Britannica drehte. Der Film gilt als der am zweitbesten verkaufte Bildungsfilm in den USA und wurde von einem Kommentar des Literaturexperten James Durbin ergänzt.

Anthony Spinner schrieb in den 1990er Jahren ein Drehbuch für einen Fernsehfilm, der 1996 erstmals im Programm von NBC ausgestrahlt wurde. Regie führte Daniel Sackman. In dieser Adaption wird der Plot aus der Sicht eines Fremden erzählt, der durch Zufall in den Ort gelangt und seine Sicht der Ereignisse schildert, ergänzt wird die Handlung durch eine Liebesgeschichte sowie Erklärungen rund um die Gründe für die „Lotterie“, die im Original nicht auftauchten. Der Film wurde 1997 für einen Saturn Award nominiert, gewann diesen aber nicht.

Einfluss auf Literatur und Popkultur[Bearbeiten]

Die Geschichte beeinflusste zahlreiche andere Autoren und wurde in vielen Werken in Literatur, Film und Musik referenziert. Bereits 1955 erschien eine Science-Fiction-Kurzgeschichte, The Public Hating, von Steve Allen, die die Handlung von The Lottery in eine dystopische Zukunft verschiebt. Weitere Anspielungen und Parodien auf die Geschichte finden sich beispielsweise in den Fernsehserien South Park und Sliders sowie in Liedern von Marilyn Manson (Man That You Fear) und R.E.M.. Zuletzt fielen Parallelen in der erfolgreichen Buch/Kinoreihe „Die Tribute von Panem“ auf, in welcher eine Dorfgemeinschaft per Lotterie Teilnehmer für einen Gladiatorenkampf auslosen muss, den nur einer lebend überstehen darf.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Judy Oppenheimer: Private Demons: The Life of Shirley Jackson. Putnam, New York 1988, ISBN 0-399-13356-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stanley Edgar Hyman, Just an Ordinary Day, Einleitung, Bantam, 1995 (Jackson-Biografie)
  2. Interview mit Judy Oppenheimer, 1988

Weblinks[Bearbeiten]