The Market for Lemons

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

The Market for Lemons (1970) ist ein Aufsatz des US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers George A. Akerlof (Wirtschaftsnobelpreis 2001), in dem er das so genannte Lemons-Problem (englisch Lemons problem, daher auch Zitronenproblem oder Problem der Montagsautos[1]) entwickelt.[2]

Es ist ein Spezialproblem der asymmetrischen Information, der so genannten hidden characteristics. Das bedeutet, dass ein Käufer vor Vertragsabschluss die Qualität des angebotenen Produktes nicht kennt oder beurteilen kann. Ohne die richtigen Informationen lassen sich dann keine optimalen Entscheidungen fällen. George Akerlof war der Erste, der die Auswirkungen asymmetrischer Information bezüglich der Produktqualität untersuchte.[3]

Wenn Käufer ein Gut nur schwer beurteilen können, werden sie im Durchschnitt weniger zahlen, als sie zahlen würden, wenn es nur gute Güter gäbe – sie berücksichtigen das Risiko, eine „lemon“ zu erwischen. So werden langsam die Anbieter mit hoher Qualität und hohem Preis verdrängt, weil niemand bei ihnen kauft. Es werden anteilig mehr „lemons“. Die Beseitigung der so genannten Informationsasymmetrie dient als Lösung. Des Weiteren können die Anbieter mit hoher Qualität auch Produkte geringerer Qualität produzieren, um nicht vom Markt verdrängt zu werden.

Beispiel[Bearbeiten]

Akerlof illustrierte das Lemons-Problem anhand des Marktes für Gebrauchtwagen. Lemon ist in den USA dabei ein umgangssprachlicher Ausdruck für einen qualitativ schlechten Gebrauchtwagen.

Da Käufer von Gebrauchtwagen die Qualität der angebotenen Fahrzeuge (wenn überhaupt) nicht kostenlos beurteilen können, würden sie in einem Markt, in dem sowohl gute als auch schlechte Gebrauchtwagen („lemons“) angeboten werden, zum Beispiel einen Erwartungswert für die Qualität des Autos bilden. Dieser Preis liegt aber unter dem Reservationspreis (einiger) der Anbieter von guten Wagen. Diese Anbieter sind nicht bereit, zu diesem Preis zu verkaufen, und werden den Markt verlassen. Damit werden systematisch die Anbieter guter Gebrauchtwagen aus dem Markt gedrängt, so dass am Ende nur noch schlechte Gebrauchtwagen angeboten würden.

In diesem Fall bricht der Markt vollständig zusammen (Marktversagen). Man kann den Zusammenbruch zwar verhindern, die Beseitigung oder Abmilderung der Informationsasymmetrie verursacht dabei aber Kosten (z. B. TÜV-/DEKRA-Siegel für Gebrauchtwagen, umfangreiche Probefahrten). Auch in den anderen Fällen asymmetrischer Information kommt es zu einer Abweichung von der effizienten Lösung bei vollständiger Information, im Rahmen der Prinzipal-Agent-Theorie werden diese Kosten als Agenturkosten bezeichnet.

Bedeutung[Bearbeiten]

„The Market for Lemons“ löste einen Paradigmenwechsel in der ökonomischen Forschung aus, der als Neue Institutionenökonomik bis heute aktuell ist.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Horst Demmler: Grundlagen der Mikroökonomie, 4. Aufl. 2000, S. 220 f.
  2. Akerlof – Personenartikel beim Gabler Wirtschaftslexikon
  3. Prof. Dr. Robert S. Pindyck, Prof. Dr. Daniel L. Rubinfeld: Mikroökonomie. Addison-Wesley Verlag; Auflage: 7. Auflage (17. August 2009). ISBN 3827372828. Seite 800/801