The Moody Blues

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The Moody Blues
The Moody Blues im Jahr 1970im Flughafen Schiphol(v. l n. r.: Mike Pinder, Graeme Edge, Justin Hayward, Ray Thomas, John Lodge)
The Moody Blues im Jahr 1970
im Flughafen Schiphol
(v. l n. r.: Mike Pinder, Graeme Edge, Justin Hayward, Ray Thomas, John Lodge)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Progressive Rock, Symphonic Rock, Psychedelic Rock
Gründung 1964 in Birmingham, England
Website http://www.moodyblues.co.uk/
Gründungsmitglieder
Gitarre, Gesang
Denny Laine (bis 1966)
Ray Thomas (bis 2002)
Clint Warwick (bis 1966, † 15. Mai 2004 in Birmingham)
Mike Pinder (bis 1979)
Schlagzeug
Graeme Edge
Aktuelle Besetzung
Gitarre, Gesang
Justin Hayward (seit 1966)
Bass, Gesang
John Lodge (seit 1966)
Schlagzeug
Graeme Edge
Ehemalige Mitglieder
Bass
Rodney Clark (1966)
Patrick Moraz (1978-1991)

The Moody Blues sind eine britische Rockband. Sie gelten als maßgebliche Wegbereiter des Symphonic Rock, wurden aber auch anderen Sub-Genres wie Art Rock oder „Lush Pop“ (Starostin)[1] zugeordnet. Unter den noch aktiven Bands der so genannten British Invasion sind die Moody Blues nach den Rolling Stones und The Who die dauerhaft erfolgreichsten, vor allem in den USA, wo sie nach wie vor jedes Jahr touren. Selbst bezeichnen sie sich gern als Schnittmenge diverser Stile und Fan-Projektionen; dennoch sei „That Sound“ unverwechselbar[2]. Bis heute haben die Moody Blues nach offiziellen Angaben rund 55 Millionen Alben weltweit verkauft.[3]

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Anfang der 1960er waren Ray Thomas und John Lodge mit der Band El Riot & the Rebels in Birmingham recht populär. Später stieß Mike Pinder als Keyboarder dazu. Nach dem Ende der Band versuchten Thomas und Pinder mit den Krew Cats in Norddeutschland (unter anderem in Lüneburg) Fuß zu fassen. Wieder zu Hause, traten sie im Frühjahr 1964 mit Denny Laine, Graeme Edge und Clint Warwick erstmals als Moody Blues Five, dann Moody Blues auf. Der zuerst angedachte Bandname MB5 wurde fallengelassen, nachdem sich die Hoffnung nicht erfüllt hatte, die örtlichen Bierbrauer Mitchell’s & Butlers als Sponsoren zu gewinnen.[4]

Die Zeit mit Denny Laine (1964 bis 1966)[Bearbeiten]

Die erste Single, Steal Your Heart Away, wurde kaum beachtet, doch das nächste Stück, die Soul-Nummer Go Now, ursprünglich von der 1938 geborenen Soul-Sängerin Bessie Banks gesungen, wurde ein Hit und kam als einzige Moody-Blues-Single im Vereinigten Königreich auf den ersten Platz der Hitparade. Weitere Erfolge dieser Art blieben jedoch aus, obwohl die Band einen Managementvertrag mit Brian Epstein hatte, mit den Beatles tourte und mit The Magnificient Moodies ein beachtetes Debütalbum vorlegte. Laine und Pinder schrieben einen Teil des Songmaterials, darunter From the Bottom of My Heart (Platz 22), doch ein wesentlicher Teil des Repertoires bestand aus Coverversionen. Eine Doppel-LP mit fast allen Aufnahmen jener Ära legte Teldec 1976 in Deutschland unter dem Titel A Dream vor. Zu den gesuchten, offiziell unveröffentlichten Raritäten gehören Liveaufnahmen vom NME Poll Winners’ Concert 1965 in London sowie Things Go Better with Coke.

1966 verließen zuerst Warwick, vorübergehend durch Rodney Clark ersetzt, und einige Monate später Laine die Band. Laine – bürgerlich Brian Hines – trat 1967 mit den Denny Laine Strings beim Windsor Festival auf, erschien dann nach mehreren eher unbedeutenden Zwischenstationen 1971 bei den Wings von Paul McCartney wieder im Rampenlicht. Warwick – bürgerlich Albert Eccles († 2004) – zog sich aus dem Musikgeschäft zurück, während Clark später bei den Rockin’ Berries und noch später bei der Folk-Rock-Band Storyteller sang und Bass spielte. Nach seinem Ausscheiden hatten sich die Moody Blues vergeblich um Klaus Voormann bemüht, konnten dafür aber mit Lodge einen alten Bekannten zum Mitmachen bewegen.

Neubeginn und sieben Aufenthalte (1967 bis 1973)[Bearbeiten]

Ex-Rebel John Lodge und der Sänger/Gitarrist Justin Hayward ersetzten die personellen Abgänge bei den Moody Blues. Da sie mit ihrem bisherigen im Rhythm and Blues verwurzelten Sound keinen Erfolg mehr hatten, beschlossen sie, ihren Stil radikal zu ändern. Die Band war eine der ersten, die ein Mellotron einsetzten, um einen sinfonischen Sound zu erzielen. Thomas lernte Querflöte, auch das ein damals eher ungewöhnliches Instrument für eine Rockband.

Um ihre Schulden und Verpflichtungen gegenüber Decca abzubauen, ging die Band die Verpflichtung ein, eine Rock-’n’-Roll-Version von Dvořáks 9. Sinfonie einzuspielen, um die klanglichen Möglichkeiten des „Deramic Sound Systems“ auf einer Art Demo-Platte vorzuführen. Sie nutzten jedoch die Krise als Chance, indem sie auf ihrer künstlerischen Freiheit bestanden und statt des klassischen Werkes eigene Titel aufnahmen. Unter Mitwirkung eines Sinfonieorchesters unter Peter Knight, das zwischen den Stücken deren Motive variierte, entstand 1967 das Album Days of Future Passed, das sich zu aller Überraschung hervorragend verkaufte und bis heute als Meilenstein unter allen Konzeptalben gilt. Produzent dieses und der folgenden Alben bis 1978 war Tony Clarke, der am 4. Januar 2010 starb.[5][6]

Die beiden ausgekoppelten Singles mit den Titeln Tuesday Afternoon und Nights in White Satin, der später ein Evergreen wurde, erreichten in den Hitparaden zunächst bescheidene Plätze; erst in den 1970er Jahren erlebte Nights in White Satin ein Comeback und platzierte sich beiderseits des Atlantiks in den Top Ten. Das Lied, das von zahlreichen Künstlern gecovert wurde, ist bis heute das Stück geblieben, mit dem die Gruppe am meisten identifiziert wird. Auch das nächste Album In Search of the Lost Chord aus dem Jahr 1968 wurde ein Erfolg, ebenso die Single Ride my See-Saw, die erste in 8-Spur-Technik produzierte Aufnahme. Der Bandsound wurde zunehmend komplexer. 1969 erschienen On the Threshold of a Dream und das Konzeptalbum To Our Children’s Children’s Children, das die erste Mondlandung feierte. Es war gleichzeitig die erste Veröffentlichung auf dem bandeigenen Plattenlabel Threshold Records. Die teilweise ungünstigen Kritiken durch manche Kritiker konnten den Erfolg der Moody Blues nicht negativ beeinflussen. Unter anderem wurde der Band „grenzenlose Sentimentalität“ vorgeworfen, doch bei vielen Fans hatten sie inzwischen Kultstatus und rückblickend gilt diese Zeit als „Classic-7“-Phase, was auf die symbolträchtigen sieben Jahre und sieben damaligen Alben anspielt.

The Moody Blues hätten ursprünglich beim Woodstock-Festival auftreten sollen, wie auf frühen Plakaten[7] zu sehen ist. Ein großer Erfolg war ihr Auftritt auf dem Isle of Wight Festival 1970.

Nach den nächsten Alben A Question of Balance (1970), Every Good Boy Deserves Favour (1971) und Seventh Sojourn (1972), den Single-Hits Question, Isn’t Life Strange und (in den USA) I’m Just a Singer in a Rock ’n’ Roll Band sowie der erwähnten Wiederveröffentlichung von Nights in White Satin legten die Moody Blues eine kreative Pause ein.

Schaffenspause und Solojahre (1973 bis 1978)[Bearbeiten]

Ob es sich um eine Pause handelte oder ob die Band sich getrennt und aufgelöst hatte, blieb jahrelang unklar. Die Bandmitglieder nahmen Soloalben auf, Hayward und Lodge produzierten mit Studiomusikern das erfolgreiche Duo-Album Blue Jays, mit dem sie auch auf Tour gingen, und hatten mit Blue Guitar 1975 eine Top-Ten-Single, die Hayward mit der Band 10cc in deren Studio aufgenommen hatte. Allerdings gelang es nur Justin Hayward, eine Solo-Karriere mit einem gewissen Maß an Erfolg und Kontinuität zu verfolgen. Dabei war er – nach eigener Aussage – als einziger gegen die Trennung gewesen: Nach Beginn der Aufnahmen für das geplante nächste Album „(…) kam ein Anruf aus der Kantine. Da saßen die anderen – Mike, Ray, Graeme und John (…) und einer sagte: ‚Ach ja, wir haben entschieden, dass wir nicht an einem Album weitermachen werden‘. Einfach so.“[8] Zwecks Einspielung neuer Studio-Aufnahmen kamen The Moody Blues 1977 wieder zusammen, allerdings ein letztes Mal mit Mike Pinder, der sich danach aus dem Musikgeschäft zurückzog.[9] 1977 erschien, gegen den Willen der Band, Caught Live +5, eine Doppel-LP mit bereits acht Jahre alten Live-Aufnahmen und noch älteren Studio-Outtakes.

Comeback und neue Töne (1978 bis 1992)[Bearbeiten]

1978 legten die Moody Blues mit Octave wieder ein gemeinsames Album vor, das sich aber als das letzte in ihrer „klassischen“ Besetzung erweisen sollte. Anschließend löste ein neuer Produzent, Pip Williams, den „sechsten Moody“ Tony Clarke ab. Mike Pinder lebte jetzt in den USA, wollte nicht mehr mit der Gruppe touren und wurde durch den Keyboarder Patrick Moraz ersetzt, der zuvor bei Yes und Refugee gespielt hatte. Mit Moraz gewannen die Liveauftritte an Dynamik; als er dann auf Long Distance Voyager als fünftes Bandmitglied präsentiert wurde, sah sich Pinder zu Unrecht aus der Gruppe verdrängt und verklagte die bisherigen Kollegen, was zu einem langanhaltenden Zerwürfnis führte.[10] Obwohl die Alben der Moody Blues fortan nicht mehr den Charakter von Konzeptalben besaßen, wie in den 1960er und 1970er Jahren, blieben sie zunächst beim Publikum erfolgreich, so erreichte Long Distance Voyager 1981 sogar den ersten Platz in den USA; 1986 wurde die Single Your Wildest Dreams ein Top-Ten-Hit und gewann die Billboard-Auszeichnung Video of the Year.

Ab Mitte der 1980er Jahre verwendeten die Moody Blues bei ihren Plattenaufnahmen und Konzerten zusätzliche Musiker wie zum Beispiel den Keyboarder Bias Boshell und zogen schließlich auch Background-Sängerinnen hinzu. Außerdem wurden die Alben der 1980er und 1990er Jahre immer deutlicher von Hayward, Lodge, Moraz und dem nächsten Produzenten Tony Visconti geprägt, die den Gruppensound mit Hilfe computergestützter Studiotechnik (Sampling und Sequencing) zu modernisieren versuchten, während die Anteile von Graeme Edge und Ray Thomas abnahmen. Ergebnis waren einige Alben von umstrittener Qualität sowie zunehmende Konflikte in der Band. Thomas beschränkte sich jahrelang auf die Live-Auftritte, im Studio tauchte er kaum noch auf.

Inzwischen war die Band bei großen Teilen der heimischen Musikpresse in Ungnade gefallen.[11] Die Chartpositionen ihrer Singles und Alben blieben deutlich unter denen in den USA, wohin sich die Moody Blues nun mehr und mehr zurückzogen, was Liveauftritte betraf. Erst gegen Ende der 1990er Jahre sollte sich die Anti-Stimmung auflösen und die Band wie früher wieder die Royal Albert Hall füllen.

Red Rocks und Ray Thomas’ Abschied (1992 bis heute)[Bearbeiten]

Erst in den 1990er Jahren blieben Chart-Notierungen aus, obwohl die Gruppe noch einmal etwas Neues versuchte, 1993 ein Live-Konzert mit dem „Colorado Symphony Orchestra“ unter dem Titel A Night at Red Rocks veröffentlichte und 1999 mit Strange Times wieder ein von der Band (inklusive Thomas und Edge) kollektiv erarbeitetes Album einspielte. Inzwischen hatte sie sich auch von Patrick Moraz im Unfrieden getrennt und erneut mussten Anwälte tätig werden. Gekoppelt mit einem Best-of-Album erreichte Strange Times im Vereinigten Königreich Platz 19. Die Veröffentlichung December aus dem Jahr 2003 ist im weiteren Sinne eine Weihnachtsplatte und könnte als musikalische Endstation einer einstmals progressiven Gruppe betrachtet werden. Ray Thomas hat sich inzwischen zur Ruhe gesetzt, während das verbliebene Trio Edge, Hayward und Lodge weiterhin aktiv ist. Unterstützt von Norda Mullen als Flötistin, Rhythmusgitarristin und Backgroundsängerin, Bernie Barlow beziehungsweise Julie Ragins an den Keyboards und als Backgroundsängerin, Paul Bliss an den Keyboards und Gordon Marshall als zweitem Schlagzeuger tourten die Moody Blues im Jahr 2005 durch die USA, Australien und Neuseeland, 2006 durch die USA und Europa sowie 2007 erneut durch die USA. 2008 gab es auch eine Stippvisite in Deutschland.

Für den März 2006 war die Veröffentlichung der Live-DVD zur gleichnamigen Doppel-CD Lovely to See You – Live at the Greek angekündigt. Inzwischen ist nicht nur diese DVD erschienen, sondern auch The Moody Blues – Their Full Story in a 3 Disc Deluxe Set, bestehend aus zwei DVDs hauptsächlich mit Interviews sowie einer Bonus-Audio-CD mit etlichen zuvor unveröffentlichten Uralt-Aufnahmen der Moody Blues und ihrer Vorläuferbands. Zu Wort kommen außer den jetzigen Bandmitgliedern unter anderem Denny Laine, Mike Pinder und Tony Clarke, während sich Ray Thomas für lange Zeit völlig aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen hatte[12] und Patrick Moraz sich nicht äußern wollte. Mit Live at the BBC 1967–1970, ebenfalls einer Doppel-CD, die zu drei Vierteln in den sendereigenen Studios aufgenommen wurde, ist eine weitere Lücke in der Dokumentation der Bandgeschichte geschlossen.

Seit 2006 sind schrittweise die sieben Alben der so genannten „Classic-7“-Periode (1967 bis 1972) im SACD-Format mit Outtakes aus den damaligen Aufnahmesessions veröffentlicht worden, unter Mitwirkung und Kontrolle Haywards, der auf die Verwendung der Original-Masters Wert legte. Bei den Outtakes handelt es sich durchweg um alternative Versionen derselben Titel, aber auch drei oder vier bislang „verschollene“ Songs und Demos sind nun aufgetaucht, darunter Island, mit dem 1973 die Arbeit am Nachfolge-Album für Seventh Sojourn begonnen hatte, das nach dem „Kantinen-Beschluss“ nicht mehr realisiert wurde. 2008 erschienen Octave, Long Distance Voyager und The Present in remasterten Versionen mit Bonusstücken, bei denen es sich durchweg um bisher unveröffentlichte Liveaufnahmen handelt.

Im (mittlerweile geschlossenen) Hard Rock Park in Myrtle Beach wurde ein Dark Ride dem Song Nights in White Satin gewidmet. Mit einer neu aufgenommenen Version des Liedes und entsprechenden Spezial Effekten ist Nights in White Satin: The Trip ausgestattet.

Die USA-Sommer-Tournee 2009 begann am 21. Juli vor vollem Haus in San Diego, 45 Jahre nach der Bandgründung. Als zweite Keyboarderin war wieder Bernie Barlow, 2010 erneut Julie Ragins auf der Bühne. In diesem Jahr wurde auch der langjährige Sideman Paul Bliss durch einen neuen Keyboarder, nämlich den vom Jazz kommenden Alan Hewitt, abgelöst.

Moody Blues live[Bearbeiten]

Im Sommer 2007 betonte Hayward in einem Interview, dass die aktuelle Touring-Band (Mullen, Ragins, Bliss, Marshall) zu einer Verbesserung der Liveauftritte beitrage und die Moody Blues wieder mehr zu den Originalversionen ihrer Stücke zurückgekehrt seien: Beim Remixen alten Live-Materials „… kann ich erkennen, wo wir angefangen haben, mit den Songs herumzuspielen und die ursprünglich aufgenommenen Versionen zu verlassen (…) Und vielleicht hätte man das nicht tun sollen.“ Die Band habe sich mit dem Versuch, ihr Material neu zu erfinden, einen schlechten Dienst erwiesen.[13] Man kann das auch als späten Seitenhieb gegen Moraz werten, der 1991 u.a. „for not playing as written“, also wegen eigenmächtigen Improvisierens, entlassen wurde. Auf jeden Fall illustriert es den extrem kontrollierten Umgang der Band mit den eigenen Liveauftritten beziehungsweise mit dem, was davon mitgeschnitten wurde. Fast 20 Jahre lang gab es nur Caught Live +5 als offizielles Live-Album (auf einem Nebenlabel der Decca). Die Moraz-Jahre waren – mit Ausnahme von zwei Songs auf B-Seiten von Maxi-Singles – bis zum Herbst 2008 nur auf Bootlegs dokumentiert, von denen allerdings etliche kursieren und von einem Teil der Fangemeinde gerade wegen „not playing as written“ den offiziellen Veröffentlichungen vorgezogen werden.

Diese setzten erst mit A Night at Red Rocks (1993) richtig ein und präsentieren die Moody Blues auf mittlerweile drei neueren Live-Alben (siehe Diskografie), davon zwei mit Orchesterbegleitung, abgesehen von dem oben erwähnten BBC-„Nostalgie-Trip“, auf dem aber nur am 17. Dezember 1969 sechs Stücke (von insgesamt 41) wirklich live eingespielt wurden. Inzwischen liegt auch Live at the Isle of Wight Festival 1970 vor, veröffentlicht im August 2008.

Die Audio-Wiederveröffentlichung von Octave aus dem Jahr 2008 enthält überraschend mehrere Liveaufnahmen mit Patrick Moraz – bis dahin lange Zeit persona non grata – als Bonustracks, darunter vier Stücke aus einem Konzert in Seattle 1979. Seitdem können sich Fans und Kritiker selbst ein Urteil bilden, ob Haywards eigene Aussage zutrifft, man habe sich zu der Zeit zu stark von den Originalversionen entfernt.

Veröffentlichungen auf DVD[Bearbeiten]

Alle Live-Alben bis auf Caught … gibt es jeweils auch als DVD, Red Rocks sogar in zwei Versionen, von denen The Other Side of Red Rocks vor allem Interviews, Aufnahmen von Proben und Soundchecks, aber in voller Länge auch diejenigen (z.T. weniger perfekt gelungenen) Songs präsentiert, die auf der ursprünglichen CD gefehlt hatten. So findet sich darauf, anders als bei Hall of Fame, eine ungekürzte Version der Timothy Leary gewidmeten Legend of a Mind.

Zu den Präsentationen auf DVD gehört ferner ein Mitschnitt ihres Auftritts beim renommierten Festival in Montreux 1991 (bereits ohne Moraz, aber mit Boshell, Bliss, Marshall sowie den Sängerinnen Sue Shattock und June Boyce). Offenbar nicht oder kaum nachbearbeitet, mit hörbaren Sound- und anderen Problemen vor allem zu Beginn des Sets, bevor sie das Publikum dann doch auf ihre Seite ziehen, ist dies die vielleicht ehrlichste Live-Veröffentlichung der Band, die selbst keinen Einfluss darauf hatte. Anders das Paris Lost Concert von 1970, zu dem Pinder einen Klappentext beitrug. Darin erwähnt er nicht, dass es sich bei der damaligen Sendung des französischen Fernsehens um einen nachträglich stark bearbeiteten Auftritt handelt und maximal ein Drittel der Stücke tatsächlich live herüberkommen. Dieses, sowie einige „verstreute“ Einzelbeiträge zu Various-Artists-DVDs aus der Zeit mit Denny Laine, waren die einzigen offiziell beziehbaren Filmaufnahmen der Moody Blues mit Mike Pinder, bevor im Mai 2009, wieder von Hayward beaufsichtigt, die DVD-Version der Isle of Wight erschien. Darauf fehlen gegenüber der Audio-Version einige (nicht gefilmte) Songs, dafür gibt es Interviews – auch mit Pinder – und als Rarität einen Ausschnitt aus Bo Diddley, von den Denny-Laine-Moodies beim erwähnten NME-Konzert 1965 in London live gespielt.

Legend of a Band, schon vor etlichen Jahren als Videotape erschienen, ist mittlerweile ebenso als DVD erhältlich; es handelt sich quasi um eine frühere Version von Their Full Story (siehe oben). Einzelne Auftritte der Band in ihrer Urbesetzung – bzw. mit Rodney Clark – finden sich auch auf Compilations, zum Beispiel des deutschen Beat-Club.

Lovely to See You – Live at the Greek zeigt die heutigen Moody Blues, ohne Orchester sozusagen „Caught 3 +4“, in der von Hayward gewünschten (Hoch-)Form. Von der konnten sich im Oktober 2008 auch deutsche Kritiker überzeugen: „Der Perfektionsgrad ist hoch. Das geht auf Kosten der Spontaneität. Aber die Besucher eines Moody-Blues-Konzerts wollen auch nicht, dass sich die Band jeden Abend neu erfindet. Gewünscht ist Kontinuität.“[14] Damit hatte lange Zeit auch Norda Mullen zu tun, die von einem Teil der Fangemeinde für ihre Bühnenpräsenz und ihr virtuoses Spiel gefeiert wird, während ein anderer Teil weiterhin Ray Thomas nachtrauert, dessen Stücke mit ihm aus dem Live-Programm verschwunden sind.

Trivia[Bearbeiten]

  • Die Moody Blues haben zwei ihrer Lieder auf Spanisch eingesungen: Noches de Seda (Nights in White Satin) und Al fin voy a encontrarte (I Know You’re Out There Somewhere).
  • Nights in White Satin ist von so unterschiedlichen Künstlern wie Elkie Brooks, Eric Burdon, Sandra, The Dickies und Juliane Werding gecovert worden. Sowohl Gipsy Vagabonds als auch Los Z-66 lieferten eine im Titel wörtlicher übersetzte spanische Version: Noches en blanco saten. Gypsy wurde von Tommy Shaw und Slash gecovert. Eine Version von Fly Me High existiert von Slade auf ihrem Album Beginnings.
  • Von besagtem Lied gibt es auch verschiedene italienische Fassungen, darunter Notte di Luce, gesungen von Mario Frangoulis (italienisch und englisch), gegen Ende im Duett mit Justin Hayward (englisch). Blanche nuit de satin lautet die französische Fassung des Titels von Marie Laforêt (1982).
  • Die englische Rockgruppe Barclay James Harvest arbeitete Motive des Songs Nights in White Satin zu ihrem eigenen Stück Poor Man’s Moody Blues um.
  • Die Moody Blues hatten 1999 einen Gastauftritt in der Fernsehserie Die Simpsons. In der Episode Wir fahr’n nach… Vegas aus der zehnten Staffel wird eine veränderte Version des Late Lament von ihrem Album Days of Future Passed gesprochen.

Diskografie (Alben)[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

  • 1965: The Magnificent Moodies
  • 1967: Days of Future Passed
  • 1968: In Search of the Lost Chord
  • 1969: On the Threshold of a Dream
  • 1969: To Our Children’s Children’s Children
  • 1970: A Question of Balance
  • 1971: Every Good Boy Deserves Favour
  • 1972: Seventh Sojourn
  • 1978: Octave
  • 1981: Long Distance Voyager
  • 1983: The Present
  • 1986: The Other Side of Life
  • 1988: Sur La Mer
  • 1991: Keys of the Kingdom
  • 1999: Strange Times
  • 2003: December

Livealben[Bearbeiten]

  • 1977: Caught Live + 5
  • 1993: A Night at Red Rocks with the Colorado Symphony Orchestra
  • 2000: Hall of Fame
  • 2005: Lovely to See You: Live
  • 2007: Live at the BBC: 1967–1970
  • 2008: Live at the Isle of Wight Festival 1970

Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1974: This Is the Moody Blues
  • 1976: A Dream (2LP, nur Deutschland, überwiegend aus der Laine-Zeit)
  • 1978: The Great Moody Blues
  • 1979: Out of This World
  • 1984: Voices in the Sky (The Best of The Moody Blues)
  • 1985: Early Blues
  • 1987: Prelude
  • 1989: Greatest Hits
  • 1990: The Story of the Moody Blues – Legend of a Band
  • 1994: Time Traveller (Box Set, 4 CDs)
  • 1997: The Best of the Moody Blues
  • 1998: Anthology
  • 1999: Classic Moody Blues: The Universal Masters Collection
  • 2000: The Best of The Moody Blues: 20th Century Masters The Millennium Collection
  • 2000: The Singles
  • 2003: Say it with Love
  • 2003: Ballads
  • 2005: Gold
  • 2006: An Introduction to the Moody Blues
  • 2007: Collected
  • 2008: Playlist Plus
  • 2013: Timeless Fight

Solo[Bearbeiten]

Justin Hayward & John Lodge

  • Blue Jays

Justin Hayward

  • Songwriter
  • Night Flight
  • Moving Mountains
  • Classic Blue (mit Mike Batt)
  • The View From the Hill
  • Live in San Juan Capistrano
  • Justin Hayward and Friends Sing the Moody Blues Classic Hits
  • Spirits of the Western Sky


John Lodge

  • Natural Avenue

Ray Thomas

  • From Mighty Oaks
  • Hopes, Wishes & Dreams

Michael Pinder

  • The Promise
  • Among the Stars

Graeme Edge Band

  • Kick Off Your Muddy Boots (1975)
  • Paradise Ballroom (1977)

Literatur[Bearbeiten]

  • Higher & Higher / The Moody Blues Magazine, hg. von Mark Murley und Randy Salas, Geneva (USA), Hefte #1 (1984) bis #50 (2006), dann eingestellt
  • Victor Rust: The Moody Blues Encyclopaedia, Volumes 1 & 2, Pembury (Kent) 2008. Die Bände sind gleichzeitig eine Enzyklopädie der Wings.
  • Jürgen Wanda: Blue Guitar – die Geschichte der MOODY BLUES. 1. Aufl. U. Zimmermann, Balve: 1996 ISBN 3-925005-74-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: The Moody Blues – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Weblink „Ausführliche Kritiken“, s.o.
  2. Vgl. Aussagen von Lodge (in Their Full Story: „We’re all of that, we’re the Moody Blues“); ähnlich Edge und Hayward (in Legend of a Band), Hayward auch wieder in Isle of Wight (DVD)
  3. www.moodybluestoday.com: The Band. Abgerufen am 27. November 2013.
  4. Vgl. Gary James’ undatiertes Interview mit Mike Pinder: The Moody Blues Interview.
  5. Siehe Artikel in www.moodybluestoday.com (englisch).
  6. www.timesonline.co.uk: Tony Clarke: record producer. Zugriff am 25. Januar 2010
  7. Woodstock-Plakat mit Band-Ankündigung.
  8. Justin Hayward on the Classic 7 Remasters, Interview mit Mark Murley, in: Higher & Higher # 50 / Summer 2006, S. 29, übersetzt aus dem Englischen von JustinCase
  9. Blazek, Matthias: „Vor 30 Jahren: Blütezeit der Rockmusik: The Moody Blues“, in: DF-Journal 80/Februar 1998, Fontainebleau 1998, S. 3
  10. Inzwischen äußert sich Hayward wieder betont positiv über Pinder und dessen wesentliche Rolle in der Band, zum Beispiel in „Hayward on Threshold“, Interview by Mark Murley, Higher & Higher Nr. 46/47 (2004)
  11. Der Melody Maker nannte die Veröffentlichung von Your Wildest Dreams in seiner Ausgabe vom 5. Juli 1986 „(…) the materialisation of the worst fears of a nation. This, the first wave of the New Regression, is spearheaded by a gaggle of crusty vets probably unfamiliar to teenage readers, who think (nicht druckreif) means John Lydon.“ Dieses Urteil bezog sich gleichzeitig auf ELP und Jethro Tull.
  12. Siehe aber neuerdings seine Homepage www.raythomas.me.
  13. Sculley, Alan: „Moody Blues puts its focus on live shows“, in: North County Times (Detroit) v. 27. Juni 2007
  14. Hierholzer, Michael: „Üppiger Klang, großes Gefühl“, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30. Oktober 2008