Israelische Nationalbibliothek

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הספריה הלאומית של ישראל
Israelische Nationalbibliothek
The National Library of Israel building - Amitay Katz.jpg

Aufnahme aus dem Jahr 2005

Bibliothekstyp Nationalbibliothek
Koordinaten 31° 46′ 33″ N, 35° 11′ 48″ O31.77583333333335.196666666667Koordinaten: 31° 46′ 33″ N, 35° 11′ 48″ O
Ort Jerusalem, Israel
Website nli.org.il
Glasfenster von Mordecai Ardon
Lesesaal, Abt. Judaistik

Die National Library of Israel (deutsch Israelische Nationalbibliothek, bis 2010: Jüdische National- und Universitätsbibliothek, JNUB) in Jerusalem ist die Nationalbibliothek und größte Bibliothek Israels. Sie befindet sich auf dem Edmond J. Safra Campus der Hebräischen Universität, Giv'at Ram.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgängerinstitutionen (B'nai Brith library, Midrasch Abravanel) wurden seit 1892 gegründet, um Literatur zum Judentum umfassend zu sammeln und zu archivieren. Von 1925 bis 2010 war sie auch Universitätsbibliothek der Hebräischen Universität in Jerusalem.

Große Mengen von Büchern aus ehemaligem jüdischen Privatbesitz in Europa und aus zerstörten jüdischen Gemeinden wurden nach Ende des 2. Weltkriegs durch die Arbeit der Jewish Cultural Reconstruction aus dem Depot Darmstadt in die Bestände der Bibliothek überführt.

Tausende Bände in den heutigen Beständen der Bibliothek stammen aus palästinensischen Privathaushalten, deren Bewohner 1948 flüchteten bzw. vertrieben wurden, worauf ihre Häuser von israelischen Soldaten zum Teil gemeinsam mit Angestellten der Bibliothek geräumt wurden. Von Mai 1948 bis Februar 1949 eignete sich die Bibliothek rund 30 000 Bücher, Zeitschriften und Manuskripte an, die von palästinensischen Flüchtlingen in Jerusalem zurückgelassen werden mussten, sowie die Bestände aus palästinensischen Schulen, Moscheen und Kirchen.[1] Diese Druckwerke, weniger als ein Prozent der gesamten Bibliotheksbestände, wurden separat katalogisiert.

Die Bibliothek sammelt heute die gesamte in Israel erscheinende Literatur sowie ausländische Publikationen mit Bezug zu Israel oder dem Judentum und erstellt die vierteljährlich erscheinende Nationalbibliographie Kiryat sefer. Seit 1933 hat sie das Pflichtexemplarrecht für Veröffentlichungen in im britischen Mandats-Palästina und in Israel, was auch sämtliche arabischen Veröffentlichungen mit einschließt. Ihre Sammlung von Judaica und Hebraica ist die größte der Welt. Alle jüdischen Sprachen sind vertreten, hauptsächlich Hebräisch, Jiddisch und Ladino.

Bis in die 1970er-Jahre stand die Bibliothek hauptsächlich unter der Leitung von deutsch-jüdischen Wissenschaftlern, die entweder noch selbst als Bibliothekare in Mitteleuropa ihre Ausbildung erhielten bzw. durch ihre Herkunft eng mit diesem Kulturkreis und seinen Traditionen verbunden waren, was sich auf die Konzeption der Bibliothek und ihre Sammlungsschwerpunkte deutlich auswirkte. Zu nennen sind hier Samuel Hugo Bergmann, Gotthold Weil und Curt David Wormann.

Bis Ende 2010 war sie die größte Universitätsbibliothek der Hebräischen Universität Jerusalem. Seit dem 1. Januar 2011 ist die National Library of Israel eine eigenständige staatliche Institution und wird auf absehbare Zeit ein neues Gebäude erhalten. Sie enthält Sammlungen für Hebräische Studien, Nahost- und Islamstudien, Philosophie und für die Erforschung des frühen Christentums. Die vier Lesesäle der Bibliothek entsprechen den folgenden Wissensgebieten: Allgemeiner Lesesaal (gleichzeitig der größte), der kombinierte Lesesaal für Jüdische Studien und Orientalistik sowie der neu gestaltete Lesesaal der Musikabteilung.

Der Bestand an Büchern und Zeitschriften beläuft sich auf etwa 5,5 Millionen Bände, die ab 1984 in einem Online-Katalog, basierend auf dem Aleph 20-System, erschlossen werden. Zu den Spezialsammlungen zählen Manuskripte (etwa 9.000 hebräische und 2.000 arabische) und etwa 600 Nachlässe bedeutender Persönlichkeiten, darunter die von Martin Buber, Walter Benjamin, Stefan Zweig, Leopold Zunz, Samuel Agnon und Albert Ehrenstein.

Der zentrale online-Katalog erfasst alle Publikationen.

Sondersammlungen[Bearbeiten]

  • Die Eran Laor-Landkartensammlung antiker und alter Landkarten; Reiseberichte mit dem Schwerpunkt Heiliges Land und Jerusalem; online zugänglich.[1]
  • Die Handschriftensammlung umfasst über neuntausend hebräische und zweitausend arabische Handschriften aus allen Bereichen der Wissenschaften.
  • Die Gershom Scholem-Sammlung von derzeit ca. 40,000 Medien, aufbauend auf Scholems Privatbibliothek; zahlreiche Raritäten und Manuskripte; Kabbala, Mystik, Religionsgeschichte. In Digitalisierung begriffen; Scholems Index zum Zohar ist auch online zugänglich.[2].
  • Mikrofilmsammlung hebräischer Handschriften in ausländischen Bibliotheken. Ein Viertel davon ist durch den online-Katalog zugänglich.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: National Library of Israel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ofer Aderet: ספר משוחרר לא יוחזר. Haaretz, 8. Dezember 2012. Diese Ereignisse sind auch Thema der israelischen Dokumentation "שוד הספרים הגדול".