The Other Report on Chernobyl

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The Other Report on Chernobyl, kurz TORCH, ist ein 2006 von Ian Fairlie und David Sumner erstellter Bericht über die gesundheitlichen Folgen der Katastrophe von Tschernobyl. In Auftrag gegeben wurde die Studie von der Grünen Europaabgeordneten Rebecca Harms. Unterstützt wurde sie von der Altner-Combecher-Stiftung für Ökologie und Frieden.

Nach Darstellung des Reports unterschätzen die bisherigen Berichte der IAEA, UNSCEAR und des Tschernobyl-Forums die tatsächlichen Gesundheitsschäden in erheblichem Maß. Insbesondere gehen die offiziellen Berichte kaum auf die Kontamination europäischer Regionen außerhalb des Unglückzentrums (dem Grenzgebiet zwischen Weißrussland, Russland, und Ukraine) ein.

Außerdem schätzen die Autoren den Anteil der radioaktiven Spaltprodukte 131I und 137Cs deutlich höher als die offiziellen Angaben der weißrussischen Regierung und der IAEA. TORCH stellt fest, dass 40 % der gesamten Landfläche Europas mit mindestens 4000 Bq/m² Caesium belastet worden sind. Die damit verursachte Kollektivdosis geben Fairlie und Summer mit 600.000 Personensievert an; davon entfallen 36 % auf die Bevölkerung von Weißrussland, Ukraine und Russland; 53 % auf die Bevölkerung im übrigen Europa; und 11 % auf die übrige Weltbevölkerung. Durch Multiplikation von Dosis und Risikofaktor gelangen die beiden Autoren auf insgesamt weltweit 30.000 bis 60.000 zusätzliche Todesfälle durch Krebs bis zum Jahr 2056 (d.h. 70 Jahre nach der Katastrophe). Damit liegt ihre Schätzung um fast eine Größenordnung über den offiziellen Publikationen, die höchstens ca. 9000 zusätzliche Krebstodesfälle auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion erwarten.

Quellen[Bearbeiten]