The Punisher (2004)

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Filmdaten
Deutscher Titel The Punisher
Originaltitel The Punisher
Produktionsland USA, Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2004
Länge 118 Minuten
Altersfreigabe FSK 18 (um 0:37 Min. gekürzt),
SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Stab
Regie Jonathan Hensleigh
Drehbuch Jonathan Hensleigh
Michael France
Produktion Avi Arad
Gale Anne Hurd
Musik Carlo Siliotto
Kamera Conrad W. Hall
Schnitt Steven Kemper
Jeff Gullo
Besetzung

The Punisher ist ein amerikanischer Film von 2004, der auf einem Marvel Comic namens The Punisher basiert. Eine weitere Verfilmung stammt aus dem Jahr 1989 (The Punisher). Eine andere Verfilmung mit dem Namen Punisher: War Zone erschien im Jahr 2008.

Handlung[Bearbeiten]

Frank Castle arbeitet als verdeckter FBI-Ermittler bei der Polizei in Tampa. Seiner Familie wegen möchte er aber diesen gefährlichen Job aufgeben und sich nach London versetzen lassen.

Doch bei seinem letzten Einsatz geht etwas schief: Bei einem Waffendeal an den Docks, bei dem er als Dealer getarnt teilnimmt, wird Bobby Saint, der Sohn des mächtigen Unterweltbosses Howard Saint, erschossen. Dieser sinnt auf Rache. Er findet heraus, dass es sich bei dem Verantwortlichen für den Tod seines Sohnes in Wahrheit um den FBI-Agenten Frank Castle handelt. Dieser befindet sich zurzeit auf einer Familienfeier in Puerto Rico. Auf Wunsch von Saints eiskalter Gattin Livia soll nicht nur Castle sondern auch seine ganze Familie ermordet werden. Saint schickt einen Trupp von Handlangern, unter dem sich auch sein zweiter Sohn Johnny befindet, nach Puerto Rico, um diesen Auftrag auszufüllen.

Als die Killer, unter der Führung von Saints rechter Hand Quentin Glass, auf der idyllischen Familienfeier eintreffen, entsteht ein grausames Massaker: Alle Verwandten von Frank Castle werden gnadenlos niedergeschossen. Nur diesem gelingt es sich zu wehren und mehrere der Feinde auszuschalten und zwei davon zu töten. Seine Frau Maria und sein Sohn Will, die sich ebenfalls rechtzeitig verstecken konnten, versuchen nun vor Saints Männern zu fliehen. Nach einer wilden Verfolgungsjagd werden sie jedoch auf einem Bootssteg eingeholt und von Johnny mit einem Geländewagen überfahren. Castle kommt zu spät und findet nur noch ihre toten Körper vor. In blanker Wut stürzt er sich auf die Mörder, doch er wird angeschossen und überwältigt. Nachdem sie ihn noch verprügelt haben, entzünden Saints Leute den Bootssteg und lassen den schwer verwundeten Castle dort zurück. Er kommt bei der Explosion scheinbar ums Leben.

Doch in Wahrheit wurde er ins Meer geschleudert und überlebt. Am Strand wird er von einem einheimischen Fischer gefunden, der ihn wieder gesund pflegt. Castle kennt nun nur noch ein Ziel: Er will Howard Saint und seine Leute für den Mord an seiner kompletten Familie „bestrafen“. Er stattet sich mit dem Waffenarsenal seines toten Vaters aus und findet außerdem sein schwarzes Shirt mit dem großen Totenkopf wieder, welches sein Sohn ihm Tage zuvor geschenkt hatte.

Er kehrt nun mit seiner Ausrüstung nach Tampa zurück und siedelt sich dort in einem schäbigen Mietshaus an. Dort lernt er seine neuen Nachbarn kennen: Die hübsche, jedoch alkoholabhängige Kellnerin Joan, den Piercingträger Dave und den dicken Koch Bumbo. Alle drei sind wie er Außenseiter der Gesellschaft, und so freundet er sich nach und nach mit ihnen an.

Währenddessen beginnt er seinen Rachefeldzug gegen Howard Saint und sein Imperium einzufädeln. Er schnappt sich den Kleinganoven Micky Duka, der in Saints Diensten steht, und entlockt ihm mit einer „Eis-am-Stiel“-Folter die größten Schwachpunkte des Unterweltbosses: Seine Geschäfte, seine rechte Hand und Freund Quentin Glass und seine geliebte Frau Livia. Danach zwingt Castle Duka zur Zusammenarbeit.

Fortan beginnt Castle Saints Geschäfte zu manipulieren und sein Geld zu vernichten. Dieser weiß nun, dass Castle überlebt hat und setzt den Gitarre spielenden Auftragskiller Harry Heck auf ihn an. Nach einer Verfolgungsjagd im Auto kann Castle Heck in letzter Sekunde mit einem abschießbaren Messer töten.

Schließlich schafft er es, Saints Geschäfte ganz zu ruinieren und Saint bei seinen Geschäftspartnern unter Druck zu setzen. Außer sich vor Wut setzt dieser den nächsten Schläger auf Castle an, nachdem er dessen Versteck ausfindig gemacht hat. Dort kommt es zum heftigen Kampf zwischen Castle und „Dem Russen“, bei dem ein Großteil des Mietshauses zu Bruch geht. Es gelingt ihm schließlich, dem Russen einen Topf kochendes Wasser ins Gesicht zu schütten und ihn eine Treppe hinunter zu werfen. „Der Russe“ bricht sich dabei das Genick. Doch zur selben Zeit trifft eine weitere Truppe von Saints Killern ein. Joan gelingt es noch, sich mit dem vom Kampf verwundeten Castle zu verstecken. Saints Männer versuchen aus Dave und Bumbo Information herauszupressen. Doch diese bleiben tapfer und verraten ihren Freund nicht, trotz aller Schmerzen, die Quentin Glass Dave durch herausreissen seiner Piercings zufügt.

Nachdem Castle wieder bei Kräften ist, beschließt er die Sache nun endgültig zu beenden. Er bricht in Quentins Haus ein und platziert dort einen Ohrring von Livia Saint. Außerdem lässt er seinem getarnten Gehilfen Micky Duka Andeutungen gegenüber Howard Saint machen, dass seine Frau und sein Gehilfe eine heimliche Affäre miteinander haben könnten. Tatsächlich durchsucht dieser Quentins Haus, findet den Ohrring und ist nun überzeugt davon, dass er betrogen wurde. Außer sich vor Wut bringt er beide um: Zuerst sticht er Quentin nieder, der in Wahrheit jedoch homosexuell war, und wirft seine Frau kurz danach von einer Brücke vor einen fahrenden Zug.

Danach lässt Saint in seinem Privatclub all seine Handlanger versammeln, um ein Kopfgeld auf Castle anzusetzen. Doch dieser ist bereits vor dem Club in Stellung gegangen und macht sich bereit, ihn schwer bewaffnet zu stürmen. Die Wachen am Eingang und in der unteren Etage des Clubs schaltet er unauffällig mit seinem Bogen aus. Nachdem er eine Mine in einem Getränkekühler platziert hat, schickt er sie hoch zu Saint und seinen Leuten. Nachdem sie explodiert, geht er hoch und schießt die überraschten und verwundeten Feinde einen nach den anderen nieder. Saint kann jedoch in dem Durcheinander vorerst entkommen. Nach der Schießerei drückt Castle Saints zweitem Sohn eine seiner Minen in die Hand und aktiviert diese. Da dieser von einem Regal eingeklemmt ist und sich nicht mehr befreien kann, sieht man ihn mit der Mine in der Hand um sein Leben flehen. Der angeschlagene Saint versucht zu fliehen, wird jedoch vor dem Club von Castle gestellt. Als Castle zu Saint sagt, das dieser ihm alles genommen hätte und Saint antwortet, dass Castle für den Tod einer seiner Söhne verantwortlich sei, hört man im Hintergrund Johnny schreien gefolgt von einer Explosion. Es folgt ein kurzer Schusswechsel in dem Saint unterliegt. Castle offenbart dem am Boden liegenden Saint nun, dass er seine Frau und seinen Freund nur durch einen Trick von Castle getötet hat. Dann bindet er ihn an die Stoßstange eines Autos und dieses schleift ihn über den Parkplatz, wo er an allen Autos Minen angebracht hat und diese nun explodieren lässt. Howard Saint lässt er in dem Flammeninferno umkommen. Man kann nun erkennen, dass die brennenden Autos aus Vogelperspektive den Totenkopf seines Shirts ergeben.

Zuletzt kehrt er ins Mietshaus zurück und versucht dort sich selbst zu töten. Doch als er an seine Frau Maria denken muss, erkennt er, dass ihm ein anderes Schicksal bestimmt ist. Er bedankt sich bei seinen Nachbarn für alles und hinterlässt ihnen das letzte Geld, das er von Howard Saint gestohlen hat, bevor er geht.

In der letzten Szene sieht man Castle im Sonnenuntergang auf der Sunshine Skyway Bridge stehen. Er schwört sich die Kriminellen zu bekämpfen und auszurotten. Er nennt sich nun The Punisher.

Hintergründe[Bearbeiten]

Das Budget des Filmes lag bei 33 Millionen US-Dollar. Insgesamt spielte der Film 115 Millionen Dollar ein, davon 55 Mio. an den Kinokassen, die restlichen durch den DVD-Verkauf.

Kritik[Bearbeiten]

„[…] Bemerkenswert an dieser Comic-Verfilmung ist die Zeichnung der Figuren. Während sich im Superhelden-Genre die Charaktere klar in gut und böse katalogisieren lassen, gibt es hier durchaus Grautöne. So ist Ex-Cop Castle bei der Wahl seiner Mittel nicht weniger zimperlich als seine Gegenspieler und bewegt sich dabei nicht selten außerhalb der Legalität. Kaum denkbar, dass Peter Parker, Bruce Wayne oder Clark Kent so agieren würden. Zur erfrischenden Andersartigkeit dieser Comic-Verfilmung tragen auch seine Stars bei. Zwar spielt John Travolta den bösen Buben fast schon gelangweilt routiniert, mit der ungeschminkten Rebecca Romjin-Stamos und Thomas Jane (‚Deep Blue Sea‘) präsentieren sich aber zwei frische Gesichter, die man künftig gerne öfters sehen möchte. Fazit: Gelungene Comic-Verfilmung mit guten Stunts, einer überzeugenden Story und viel Humor“

Cinema[1]

„Insgesamt scheitert ‚The Punisher‘ leider in zu vielen Punkten und platziert sich damit knapp unter das Mittelmaß. Auch wer nur Action erwartet, wird enttäuscht sein – denn hier hatte scheinbar niemand neue Ideen. Das Finale besteht im Großen und Ganzen daraus, dass der Punisher in einem Raum eine Mine platziert, nach der Explosion in den Raum stürmt und die nach und nach aufwachenden Gangster ziemlich unspektakulär erschießt. Vieles wirkt lächerlich, etwa der zielsicher im Bauch des Punisher versenkte Shotgun-Schuss aus einem halben Meter Entfernung, den die Kevlar-Weste wie selbstverständlich aufhält. Sowas lässt sich auch nur schwer in die Sparte ‚Na gut, Comicverfilmung‘ schreiben und lässt an der Menschlichkeit der Figur zweifeln, die doch gerade das Besondere am Punisher ist. Das alles ist umrahmt von einem unspektakulären bis nervigen Soundtrack, der vielleicht den Rock aus dem Abspann gebraucht hätte.“

Filmstarts.de[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film gewann bei den World Stunt Awards den Preis in der Kategorie Best Fire Stunt.

Verschiedene Fassungen[Bearbeiten]

Kurz vor dem anvisierten Kinostart kam es zu Problemen mit der FSK: „der Prüfungsausschuss versagte dem Film das Zertifikat 'keine Jugendfreigabe', wegen exzessiver Gewaltdarstellung und rechtsstaatlich bedenklicher Tendenzen bei menschenverachtender Grundhaltung“.[3] Erst nach einer Kürzung von rund 90 Sekunden konnte der Film mit dem Zertifikat „keine Jugendfreigabe“ (entspricht dem früheren „FSK ab 18“) ins Kino gebracht werden. Allerdings lief zeitgleich eine englischsprachige Fassung in deutschen Kinos, die komplett ungekürzt war. Auf DVD erschien der Streifen dann allerdings uncut (gekennzeichnet als Extended Version), mit ca. 118 (PAL-) Minuten. Da die FSK dem ungekürzten Film ihre Freigabe verweigerte, bekam er ein SPIO/JK-Signet. Diese Extended-Version des Actionfilms wurde am 31. März 2005 auch erwartungsgemäß indiziert.[4] Der Verleih brachte dann im Jahre 2006 die geschnittene Kinofassung auf DVD heraus, die im Handel frei angeboten werden kann.

Im englischen Sprachraum gibt es über die deutsche Extended Version hinaus einen Extended Cut. Dieser ist insgesamt 144,5 Minuten lang. Der Extended Cut enthält einen kompletten Sub-Plot über den Polizisten Jimmy Weeks, der aus allen anderen Fassungen herausgeschnitten wurde.[5] Als Bonusmaterial ist außerdem auf der DVD des Extended Cuts das eigentlich im Skript vorhandene Intro als animierte Fassung zu sehen.[6]

Trivia[Bearbeiten]

Im eigentlichen Skript war neben dem Weeks-Plot und dem Anfang im Zweiten Golfkrieg die Figur des „Microchip“ enthalten. Da Regisseur Hensleigh die Figur jedoch nicht gefiel, wurde er wieder gestrichen.[7] In Punisher: War Zone taucht Microchip auf.

Im Film hält Frank Castle sich einen Parkplatz frei, indem er einen eigenen Feuerhydranten daneben stellt. Hensleigh kannte jemanden, der sich so zwei Jahre lang in Manhattan Parkplätze frei hielt.[7]

Wäre der Film nach dem Original-Skript gedreht worden, wäre er – ohne Kürzungen aufgrund des Budgets und aufgrund von Gewalt – 2 Stunden und 56 Minuten lang gewesen.[7]

Die Gewehre, die Mickey und Bobby am Anfang des Filmes kaufen wollen, sind G36C-Sturmgewehre von Heckler & Koch.[7]

Der Wrestler Kevin Nash spielt den als Russen bekannten Auftragskiller.

Fortsetzung[Bearbeiten]

  • Im Jahr 2008 erschien eine Fortsetzung mit dem Titel Punisher: War Zone. Die Rolle des Punisher übernahm Ray Stevenson. Grund dafür war, dass Thomas Jane das Drehbuch nicht gefiel. Der Regisseur des ersten Teils Jonathan Hensleigh sprang ebenfalls wegen des schlechten Skripts und Budgetkürzungen ab. Der Film floppte in den USA und erschien in Deutschland deswegen gleich auf DVD und Blu-Ray Disc.
  • 2012 präsentierte Thomas Jane auf der San Diego Comic Con den selbstproduzierten 10-minütigen Kurzfilm The Punisher: Dirty Laundry, in dem er nach acht Jahren wieder in die Rolle des Antihelden schlüpft. Jane erklärte, er habe den Film produziert, weil er nach wie vor eine große Leidenschaft für die Figur des Punisher habe. Neben Thomas Jane ist unter anderem auch Ron Perlman in einer Nebenrolle zu sehen.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cinema.de: Filmkritik
  2. Filmstarts.de
  3. http://www.ksta.de/html/artikel/1084553319345.shtml
  4. http://www.ofdb.de/view.php?page=fassung&fid=48232&vid=111873
  5. http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=3623
  6. http://www.comingsoon.net/news/dvdreviewsnews.php?id=17657
  7. a b c d http://www.imdb.com/title/tt0330793/trivia
  8. Über Punisher: Dirty Laundry bei Cinemablend.com (englisch); Abruf: 17. Juli 2012.