The Sandman – Fabeln und Reflexionen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Fables and Reflections (dt. Fabeln und Reflexionen) ist die sechste Sammlung der Comicserie, The Sandman. Geschrieben von Neil Gaiman, illustriert von Bryan Talbot, Stan Woch, P. Craig Russell, Shawn McManus, John Watkiss, Jill Thompson, Duncan Eagleson, Kent Williams, Mark Buckingham, Vince Locke und Dick Giordano und gelettert von Todd Klein.

Die Episoden dieser Sammlung erschienen zunächst in Heftform in den Jahren 1991, 1992 and 1993. Die Sammlung erschien 1993 als Paperback und Hardcover.

Handlung[Bearbeiten]

Wie die dritte Sammlung Dream Country und die achte Sammlung Worlds’ End, ist diese eine Sammlung von Kurzgeschichten, die nicht sichtbar zum allgemeinen Handlungsbogen zählen. Orpheus erweist sich allerdings später als zentrale Episode der Gesamthandlung.

In seiner Eigenschaft als Sammelbecken für viele abseitige, teilweise lediglich motivisch mit der Haupthandlung verbundene Nebengeschichten erweist sich Fables and Reflections als vielleicht sperrigste der zehn Sammlungen. Keine der Geschichten baut auf der vorherigen auf oder benötigt sie zur Erklärung. Die Episoden erschienen in der Reihenfolge der Sammlung in den Ausgaben Preview Nummer 1 und Nummer 31, Nummer 29, Nummer 38, Nummer 30, Nummer 39, Sandman Special Nummer 1, Nummer 40 und Nummer 50.

Der thematische Rahmen dieser Sammlung wird durch den Titel (deutsch: Fabeln und Reflexionen) gegeben. Alle Geschichten haben einen Anlehnung an ein mythologisches Motiv.

Fear of Falling[Bearbeiten]

Diese Geschichte erschien in der Vertigo Preview #1. Es ist eine sehr kurze Geschichte um einen Theaterregisseur, der vor den Folgen seiner neusten Inszenierung Angst hat, egal ob sie Erfolg oder Flop wird. Sie diente bei ihrer Veröffentlichung der Einführung des Charakters Morpheus, ist also als Eröffnungsgeschichte der Sammlung gut geeignet.

Three Septembers and a January[Bearbeiten]

Diese Geschichte dreht sich um Joshua Abraham Norton, erster, letzter und einziger Kaiser der Vereinigten Staaten von Amerika und Beschützer von Mexiko. Die historischen Fakten seiner Lebensgeschichte werden hier in den Kontext einer Wette zwischen den Geschwistern Dream und Despair gesetzt. Dream gewinnt die Wette haushoch.

Thermidor[Bearbeiten]

Eine sehr dunkle Geschichte, die zur Zeit des Schreckensregimes des Maximilien de Robespierre spielt. Sie führt die Charaktere Lady Johanna Constantine und Orpheus ein. Die wahrscheinlich politischste Folge der gesamten Serie, die Gaiman als scharfen Kritiker eines Regimes zeigt, dass gegen seine eigenen Grundsätze handelt.

The Hunt[Bearbeiten]

Ein Märchen in osteuropäischer Tradition über einen Werwolf, der in den Besitz eines Porträts einer schönen Prinzessin kommt. Diese Geschichte ist eine etwas pessimistische Betrachtung über die Chancen von Geschichten, in der modernen Mediengesellschaft zu überleben.

August[Bearbeiten]

Der Titel bezieht sich auf den Monat und den Kaiser, der ihm seinen Namen gab. Augustus mischt sich, als Bettler verkleidet, für einen Tag unter sein Volk. Ihn begleitet ein adliger Zwerg, dem er einen Teil seiner Lebensgeschichte erzählt. Er berichtet von der Vergewaltigung durch seinen Onkel und Amtsvorgänger Julius Caesar und der Wahl, vor die ihn eine Prophezeiung stellte: dass er entweder der Welt ein ewiges römisches Reich bescheren könne, oder dass dieses Reich nach ein paar Jahrhunderten hinwegschwinden würde. Augustus verrät nicht, welche Wahl er getroffen hat.

Soft Places[Bearbeiten]

Eine Geschichte über den jungen Marco Polo, der sich als Junge in der Wüste verirrt. Er betritt einen der soft places, einen Ort an dem die Grenzen zwischen Traum und Realität nicht genau definiert sind. Dort trifft er Rusticello von Pisa, Gilbert (Fiddler’s Green aus The Doll's House) und Morpheus. Diese Geschichte hat als Gegenstück die Episode Exiles in der letzten Sammlung The Wake.

Orpheus[Bearbeiten]

Dies ist die zentrale Episode dieses Bandes und eine der Schlüsselepisoden des gesamten Handlungsbogens. Sie erzählt die Geschichte des Sängers Orpheus. Orpheus Mutter ist wie in der mythologischen Vorlage die Muse Kalliope (vgl. Dream Country), sein Vater ist hier abweichend Morpheus selbst. Als Orpheus' junge Braut Eurydike stirbt, weigert sich Dream, seinem Sohn zu helfen. Dafür findet der Jüngling Hilfe bei Death und Destruction, die ihm die Reise in die Unterwelt ermöglichen. Das Zerwürfnis zwischen Orpheus und seinem Vater begründet den tragischen Verlauf der Gesamthandlung. Die klassische Tragik des Orpheus erweitert Gaiman hier wirkungsvoll auf seine ganze Familie.

A Parliament of Rooks[Bearbeiten]

Diese Episode führt den Charakter Daniel ein, das Kind von Morpheus und Lyta Hall (vgl. The Doll’s House). Diese Episode beinhaltet verschiedene Geschichten, die durch eine Rahmenhandlung zusammenhängen. Die Geschichten handelt von den drei Frauen Adams, davon wie Kain und Abel ihren Platz im Traumreich einnahmen und von dem Naturphänomen des Parlaments der Krähen.

Ramadan[Bearbeiten]

Der Kalif von Baghdad will seine perfekte Stadt, die erstaunlichste, größte und schönste Stadt der Welt, eben Bagdad, vor dem Verfall schützen. Er vermacht die Erinnerung an ihre Perfektion Morpheus unter der Bedingung, dass er sie ewig in seinem Traumreich erhält. Die Pointe der Geschichte ist, dass am Ende der Episode in das vom ersten Golfkrieg zerstörte Bagdad geblendet wird, wo ein alter Mann die Geschichte für ein paar Zigaretten und Geld einem Jungen erzählt hat.

Ramadan ist vielleicht die perfekteste Einzelepisode der ganzen Serie, ein brillant geschriebenes und gezeichnetes Werk über den Wert von Träumen und Geschichten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Charaktere in der Sandman-Serie