The Secrets

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Filmdaten
Deutscher Titel The Secrets
Originaltitel Ha-Sodot
Produktionsland Frankreich, Israel
Originalsprache Hebräisch, Französisch, Englisch
Erscheinungsjahr 2007
Länge 120 Minuten
Stab
Regie Avi Nesher
Drehbuch Hadar Galron
Avi Nesher
Produktion Avi Nesher
David Silber
Musik Daniel Salomon
Kamera Michel Abramowicz
Schnitt Isaac Sehayek
Besetzung

The Secrets (Original: hebräisch ‏הסודות‎, Ha-Sodot) ist ein französisch-israelisches Filmdrama mit Fanny Ardant aus dem Jahr 2007.

Handlung[Bearbeiten]

Naomi ist die zielstrebige und strenggläubige Tochter eines orthodoxen Rabbis, der sie mit Michael, einem seiner Schüler, verheiraten will. Da sie lieber die heiligen Schriften der Tora studieren möchte, als die untergeordnete Frau eines Mannes zu werden, den sie nicht liebt, will Naomi für ein Jahr an einem theologischen Seminar nur für Frauen in der heiligen Stadt Safed teilnehmen. Nach dem Tod ihrer Mutter bekommt sie von ihrem Vater die Erlaubnis.

Im Seminar trifft sie auf Michal, eine aus Frankreich zugereiste junge Frau, die von ihren Eltern in das Seminar eingeschrieben wurde, um sie auf den rechten Weg zurückzuführen. Denn Michal ist das absolute Gegenteil von Naomi. Sie raucht, sie rebelliert und hat eine freigeistige Einstellung zum Leben. Mit zwei weiteren Mädchen müssen sie sich ein Zimmer teilen, was unausweichlich zu Problemen führt.

Als Naomi und Michal im Seminar die Aufgabe erhalten, mittellosen Frauen Lebensmittel vorbeizubringen, treffen sie auf die todkranke Französin Anouk, die seit ein paar Monaten in Safed lebt. Im Internet findet Michal heraus, dass Anouk fünfzehn Jahre wegen Mordes an ihrem Geliebten im Gefängnis saß. Sie hatte für ihren Geliebten, einem Maler, einst ihren Mann und ihre zwei Kinder verlassen, um mit dem Künstler in Safed zu leben. Als er sie verließ, erschlug sie ihn und ging nach Frankreich zurück, wo ihr der Prozess gemacht wurde. Nun leidet Anouk unheilbar an Krebs und an einer Herzschwäche. Im jüdischen Glauben hofft sie, Vergebung und Erlösung zu finden, bevor sie stirbt. Sie bittet Michal und Naomi, ihr dabei zu helfen, mit Gott ins Reine zu kommen, was ihr der Rabbi verweigert hat. Michal empfindet von Anfang an Sympathie für Anouk, während Naomi sich eher widerwillig bereit erklärt, mit der mysteriösen Frau ein Tikkun, einen reinigenden rituellen Prozess der Kabbala, durchzuführen.

Bei den gemeinsamen Ritualen mit Anouk entwickelt sich zwischen Naomi und Michal eine enge Freundschaft, die sich schon bald in Liebe verwandelt und schließlich zu einer sexuellen Begegnung führt. Die gemeinsame Nacht empfindet Naomi als Initiation, während Michal eher verunsichert ist. Da ihre konservative Umgebung lesbische Beziehungen missbilligt, sehen sie sich gezwungen, ihre Liebe zueinander geheim zu halten. Obwohl sich Anouks gesundheitlicher Zustand zusehends verschlechtert, führen die beiden Mädchen das Tikkun auf Anouks Wunsch hin bis zum Ende durch. Nachdem Anouk erlöst und selig stirbt, werden Naomi und Michal aus dem Seminar verwiesen. Naomi, die bereits ihre Verlobung gelöst hatte, bricht nun auch den Kontakt zu ihrer Familie ab. Sie will mit Michal eine Beziehung führen und sich gleichzeitig weiter dem Studium der Schriften widmen. Doch Michal, die in Safed auch den Klezmer-Musiker Yanki kennengelernt hat, entscheidet sich für eine Heirat mit ihm und damit für ein traditionelles Leben. Naomi zieht sich daraufhin tief verletzt zurück. Sie entschließt sich dennoch, auf Michals und Yankis Hochzeit zu gehen, wo sie ihrer Freundin letztlich verzeiht.

Hintergrund[Bearbeiten]

Regisseur Avi Nesher wollte bereits zu Zeiten, als er noch an der Columbia University in New York studierte, einen Film über orthodoxe Juden und die Lehre der Kabbala drehen. Als er nach Israel übersiedelte und feststellte, dass sich die konservative jüdische Gesellschaft in Sachen Frauenrechte kaum von fundamentalistischen Muslimen unterscheidet, begann er, an The Secrets zu arbeiten. Gemeinsam mit Hadar Galron schrieb er daraufhin das Drehbuch. Galron hatte einst ein ähnliches Seminar besucht wie die Mädchen im Film und konnte daher ihre eigenen Erfahrungen in ihre Arbeit mit einbringen.[1] Der Film wurde in Israel gedreht, wo auch am 14. Juni 2007 die Weltpremiere stattfand. Am 8. September 2007 wurde er auf dem Toronto International Film Festival gezeigt, dem einige weitere Filmfestivals wie das San Francisco Jewish Film Festival und das Barcelona Jewish Film Festival folgten.

Kritiken[Bearbeiten]

„Avi Neshers The Secrets, ein Melodram, dass einen wahrhaft mitreißt, hat alle Elemente, die eine Geschichte interessant machen. Eigentlich ist es eine herkömmliche Erzählung, aber es ist auch mehr. Mit sanften und eindringlichen Darstellungen geht [der Film] umsichtig mit den Figuren um, sodass sie, obwohl sie einem irgendwie vorhersehbaren Weg folgen, dennoch Überraschungen für uns bereit halten.“

Roger Ebert, Chicago Sun-Times[2]

„Nachdem zwei französische Charaktere, einer gespielt von der großartigen französischen Schauspielerin Fanny Ardant, vorgestellt werden, wird der Film zu einer faszinierenden, bisweilen widersprüchlichen Mischung aus nüchterner israelischer und sinnlicher französischer Filmtradition. […] die leidenschaftlichen Darstellungen von Bukstein, Shtamler und Ardant verleihen The Secrets genügend emotionalen Halt, der das Auflösen in seichte Unterhaltung verhindert.“

Stephen Holden, The New York Times[3]

„Mit einer exotischen jüdischen Subkultur, einem französischen Star und einer lesbischen Liebesbeziehung scheint Avi Neshers The Secrets alle Gruppen von Kinokunstliebhabern abzudecken. […] Das Drama über eine Gruppe von Kabbalah-Studenten, die sich um eine Außenseiterin kümmern, ist überdreht und in die Länge gezogen. Ernste Themen bewegen sich an der Grenze zur unbeabsichtigten Komödie. […] Der Film scheint nie zu enden […]. Die Produktion ist solide, aber für das Kino zu durchschnittlich.“

Robert Koehler, Variety[4]

„Trotz der bedrückenden Thematik und des ernsten Grundtons zeigt der Film einen wundervollen Sinn für Humor […]. Das Ergebnis ist ein Film, der bewegend, tiefgründig und nie langweilig ist. […] Die Darstellungen sind erstaunlich, vor allem die wundervoll nuancierte Vorstellung von Bukstein. Ardant und Shtalmer sind ebenfalls hervorragend.“

Danielle Riendeau, AfterEllen.com[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

The Secrets erhielt acht Nominierungen für den Preis der Israelischen Filmakademie in den Kategorien Beste Hauptdarstellerin (Ania Bukstein), Beste Nebendarstellerin (Michal Shtamler), Bester Nebendarsteller (Adir Miller), Bestes Szenenbild, Beste Kostüme, Beste Musik, Bester Ton und Bester Schnitt. Eine weitere Nominierung gab es für den GLAAD Media Award in der Kategorie Outstanding Film – Limited Release.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. filmmakermagazine.com
  2. "Avi Nesher's The Secrets, a deeply involving melodrama, has all the devices to draw us into this story. In some ways, it is a traditional narrative. But it is more. It is gently and powerfully acted. And it is thoughtful about its characters, so that even though they follow a somewhat predictable arc, they contain surprises for us.", vgl. suntimes.com
  3. "After two French characters, one played by the great French actress Fanny Ardant, are introduced, the movie becomes an intriguing, occasionally discordant hybrid of austere Israeli and voluptuous French filmmaking traditions. […] the passionate performances of Ms. Bukstein, Ms. Shtamler and Ms. Ardant lend “The Secrets” enough emotional solidity to prevent it from entirely dissolving in the suds.", vgl. nytimes.com
  4. "With an exotic Jewish subculture, a French star and a lesbian love affair, Avi Nesher's The Secrets would appear to have all the art cinema demographic bases covered. […] drama about a group of Kabbalah students caring for an outcast is excessively overwrought and drawn out. Serious topics risk tilting into unintended comedy. […] Pic never seems to end […]. Production is clean but cinematically undistinguished.", vgl. variety.com
  5. "Despite the very heavy themes and serious overall tone, the film has a wonderful sense of humor […]. The result is a film that is moving, deep and never boring. […] The acting is nothing short of astounding, with a wonderfully nuanced performance from Bukstein. Ardant and Shtalmer are also quite excellent.", vgl. afterellen.com