The Southern Death Cult

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The Southern Death Cult
Allgemeine Informationen

Genre(s)

Gründung Oktober 1981
Auflösung Februar 1983
Website http://www.deathrock.com/southerndeathcult/main.html
Gründungsmitglieder
Ian Astbury
Haq Qureshi
Mick Iles
Mick Brady
David Burrows

Southern Death Cult war eine englische Positive Punk/Goth Punk[4] Band in den frühen 1980ern.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Ian Astbury wurde in Heswall, Cheshire geboren und wuchs in Kanada auf. Er zeigte schon früh ein großes Interesse für die nordamerikanische Indianerkultur und besuchte mit 12 Jahren ein Reservat der Mohawk-Indianer. Deren Religion und Spiritualität faszinierten ihn, was ihn musikalisch später deutlich prägen sollte. Im Jahre 1978 verließ der die Schule und ging in die Armee. Diese Erfahrung bestärkte ihn nur noch mehr darin, sich der damaligen noch präsenten Punk-Kultur zu widmen.[6]

The Southern Death Cult entstand aus den Überresten der Bradforder Band Violation. Die erste Demo der Band wurde 1981 im Art Centre aufgenommen.[7]

Am 14. Dezember 1981 hatte die Band ihr Debüt-Konzert mit der Punk-Band Chelsea im Marquee. Ein Kamerateam für eine Reportage über Jugendkultur und Jugendarbeitslosigkeit begleitete die Band und filmte ihren ersten Auftritt für die Sendung What is Life. Organisiert wurde das Konzert vom Bruder des Drummer Quereshi, der zu dieser Zeit als Promoter in Bradford tätig war.[8]

Nachdem The Southern Death Cult für nun 5 Auftritte mit der Band Theatre of Hate gebucht worden war, kam die Band in Kontakt mit dem Gitarristen Billy Duffy, der so begeistert von Astburys Bühnenpräsenz war, dass er später ein Teil der Band wurde und bei Theatre of Hate ausstieg. Weitere Auftritte mit Theatre of Hate und The Cash folgten über die nächsten Monate.[9]

Eine Peel-Session im Mai 1982 wurde von der Band erfolgreich dazu genutzt, weiter für sich zu werben. The Southern Death Cult unterschrieben sie im Herbst für eine Single bei Situation 2, einem Abkömmling vom Label Beggars Banquet. Weitere Auftritte mit Bands wie Sex Gang Children oder UK Decay folgten.[10] Im Oktober 1982 konnten sie ihren Erfolg als Supportact für die kommende Tournee der Gothic-Band Bauhaus ausbauen.

Die 7“ Single Fatman erschien letztendlich im Dezember 1982, belegte direkt Platz 1 der Indie-Charts in England und wurde 1983 als engster Rivale aus dem gleichen Genre, des Gothic-Rock-Stückes Tempel of Love der Sisters of Mercy beschrieben.[11] Die darauf erschienene EP Moya / Fatman / The Girl erreichte ebenfalls die Spitzen der Charts in England.

Nach einer Tour mit Bauhaus wurde es kurzzeitig ruhig um die Band. Ian Astbury flog zurück nach Nordamerika, um seine Familie zu besuchen. Dies sollte entscheidend für den Werdegang der Band werden, da er fasziniert vom amerikanischen Musikmarkt, nach Bradford zurückkehrte.

Die englischen Medien standen der Band zu dieser Zeit kritisch gegenüber. Die NME schrieb in einem Artikel 1983 über eine Konzert-Review im Manchester Poly, dass „es noch lange brauchen würde bis The Southern Death Cult eine tatsächliche musikalische Leistung bieten würden und sie noch einen langen Weg vor sich hätten“.[12] Zusätzlich war Ashbury nunmehr der Meinung, das volle Potential aus der Band herausgeholt zu haben, Faktoren die ihn noch mehr in seiner Intention bestärkten sich für den amerikanischen Markt zu öffnen.[13] Er löste er die Gruppe am 26. Februar 1983 nach dem Konzert in Manchester auf, gründete kurz später die Gruppe Death Cult, die später zu The Cult umbenannt wurde. Gleichzeitig streiften sie das Gothic Image vollständig ab um den Erfolg in den USA zu gewährleisten.

Death Cult & The Cult[Bearbeiten]

Die Band Death Cult war ebenso nur von kurzer Dauer und veröffentlichte lediglich eine gleichnamige EP mit 4 Liedern. Dabei ließ sich Ian Astbury von Büchern wie Bury My Heart at Wounded Knee inspirieren. Die EP ist stilistisch dennoch immer noch dem Post-Punk und Gothic Rock zuzuordnen. Trotzdem war Astbury immer noch der festen Überzeugung, dass er den Durchbruch in den Staaten schaffen müsse, und das war nach seiner Sicht mit einem Namen wie Death Cult unmöglich, wie er später zugab. Die Compilation Ghost Dance zeigt schon eine deutlich rockigere Spielweise und lässt erahnen in welche Richtung sich The Cult später entwickeln sollten.Dennoch ist Ghost Dance noch vollständig im Gothic Rock und die EP im Post-Punk wie auch im Gothic Rock verortet.

„Der war zu Gothic, zu düster, und in den USA konnte damit niemand etwas anfangen.Zudem warf uns das in einen Topf mit zu vielen Bands, die gerade auf dem absteigenden Ast waren mit dieser Geschichte um Positive Punk“

Ian Astbury[14]

Er nannte seine neue Band daher nur noch The Cult und veröffentlichte im September 1984 mit Dreamtime eines der ersten Rockalben, die der Szene entsprangen. Dieses weist nur noch vereinzelt mit Liedern wie Go West und A Flower in the Desert noch die für Gothic Rock üblichen Klänge auf.[15] Trotz der ähnlich klingenden Bandnamen unterscheidet sich The Southern Death Cult deutlich von The Cult – sowohl musikalisch als auch in der Besetzung. Die anderen Mitglieder von Southern Death Cult gründeten die Band Getting the Fear, die sich aber auch 1985 auflöste. Aki Qureshi gründete später die islamische Hip-Hop-Gruppe Fun-Da-Mental und das Label Nation Records.

Stil[Bearbeiten]

Die Musik und das optische Auftreten von Astbury spiegelten die intensiven indianischen Motive und das Interesse an der nordamerikanischen Indianerkultur wider, die er in seiner Kindeszeit in Kanada erlebt hatte. So behandelte er in seinen Texten zum Beispiel Themen wie das Wounded Knee Massacre.[16] So trat die Band - und vor allem Astbury - zu seiner Zeit extrem geschminkt auf und verzierte sein Outfit mit Feder-Ohrringen und anderen Accessoires, die der indianischen Kultur entsprachen oder artverwandt waren. Astbury war allerdings nicht der einzige, da auch andere frühe Szene-Ikonen wie Siouxsie Sioux sich von optischen Einflüssen aus der indianischen und ägyptischen Kultur beeinflussen ließen.

„Der Sänger ist seltsam, wirklich seltsam. Da gehen einem die Augen über. Sein Gesicht (ich nehme mal an das er eins hat), ist hinter einer Lawine roten und schwarzen Haars und Bommeln aus Kaninchenfell versteckt, und er wandert in echter Western B-Movie-Manier über die Bühne“

Steve Keanton[17]

Musikalischer Stil und Definition[Bearbeiten]

Musikalisch sind The Southern Death Cult dem Gothic Punk/Gothic Rock untergeordnet, und verzeichneten musikalisch einen hohen Bezug zu Post-Punk Bands wie Joy Division. Wie es für frühe Gothic-Bands üblich ist, weisen auch The Southern Death Cult eine im Punk verwurzelte Spielweise auf.[18]

So sind z.B. Lieder wie Moya durch ihren Gothic Rock-typischen langen klaren Melodiebogen auszumachen. Der E-Bass nimmt hier eine begleitende Rolle ein, während die eher langsame Gitarre mit heller Klangfarbe gespielt wird und dominierend in den Vordergrund rückt.

Lieder wie Crow sind dagegen sehr hektisch und wütend gespielt und sind klar dem Gothic Punk zuzuordnen. Der Bass ist bei diesen Liedern ist oftmals ein gleichwertiges Instrument, und die Gitarre erfüllt nur eine begleitende bis gleichwertige Rolle.

Lieder wie Today lassen sich am besten stilistisch dem Post-Punk zurechnen. Das Schlagzeug ist, typisch für den Stil, sehr rhythmusorientiert, während der tiefe Bass und das hell klingende Gitarrenspiel dominieren und der schwermütige Gesang in den Hintergrund rückt. Lieder wie Fatman weisen auf die für den Gothic Punk/Rock nicht unübliche Picking-Spielweise der Gitarre auf.

Das Schlagzeug, bei welchem auch folgende Bands wie The Southern Death Cult oder Siouxsie and the Banshees den Einsatz der Becken minimierten, klang im Gothic-Punk wie „hypnotische Trauermärsche oder Tom-Tom-lastig“, dazu spielten meist „rasend schnelle Gitarren“ und „hohe Post-Joy-Division-Bassläufe“, der Gesang ging währenddessen entweder beinah ins „Opernhafte“ oder klang tief und klagend in Anlehnung an Ian Curtis und Jim Morrison.[19]

Wahrnehmung[Bearbeiten]

The Southern Death Cult gilt als einer der wichtigsten frühen musikalischen Vertreter der Gothic-Szene, obgleich sich Bands wie The Southern Death Cult selber stets als Punks sahen und mit der damals noch neuen Gothic-Szene wenig anfangen konnten.[20] Der NME schrieb Ende Oktober 1982 einen Bericht über The Southern Death Cult. Gleichzeitig war Astbury auf dem dazugehörigen Cover. Mit dem Einleitungssatz Post-Punk comes the last Tribe wurde The Southern Death Cult damals schon als Post-Punk-Band klassifiziert. Anfang des Jahres 1983 wurden die aktuell aufstrebenden Bands Birgandage, Blood and Roses, wie auch die schon zuvor 1982 erwähnten Sex Gang Children und The Southern Death Cult u.a stellvertretend für die Masse der Bands um das Batcave, und solche die stilistisch dazu passten als Positive Punk betitelt.[21][22]

Diskografie[Bearbeiten]

  • Moya / Fatman / The Girl (EP)
  • 1982: The Southern Death Cult (7“-Single)
  • 1983: The Southern Death Cult (12“-Single)
  • 1983: The Southern Death Cult (Kompilation)

Referenzen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. julio-online.net
  2. answers.com
  3. godsandalcoves.com
  4. http://de.urbandictionary.com/define.php?term=deathrock
  5. The Southern Death Cult. lastfm.at, abgerufen am 12. Februar 2014.
  6. Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5, S. 10ff.
  7. Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5, S. 12ff.
  8. Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5, S. 13ff.
  9. Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5, S. 14.
  10. Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5, S. 14.
  11. Google Books
  12. Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5, S. 196ff.
  13. Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5, S. 196.
  14. Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5, S. 212.
  15. Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5, S. 222.
  16. Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5, S. 11ff.
  17. Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5, S. 141
  18. Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5, S. 199.
  19. Simon Reynolds: Rip It Up and Start Again – Post Punk 1978–1984. Faber and Faber, April 2005, ISBN 0-571-21569-6, S. 433.
  20. Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5, S. 199.
  21. Simon Reynolds: Rip It Up and Start Again – Post Punk 1978–1984. Faber and Faber Ltd., April 2005, ISBN 0-571-21569-6, S. 432.
  22. scathe.demon.co.uk

Weblinks[Bearbeiten]