The Stranglers

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The Stranglers
The Stranglers, Brighton, 2014-03-06
The Stranglers, Brighton, 2014-03-06
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock, Punk
Gründung 1974
Website www.stranglers.net
Gründungsmitglieder
Gesang, Gitarre
Hugh Cornwell (bis 1990)
Bass
Jean-Jacques Burnel
Schlagzeug
Jet Black
Keyboard
Hans Wärmling (bis 1975)
Aktuelle Besetzung
Gitarre, Gesang
Baz Warne (seit 2000)
Bass, Gesang
Jean-Jacques Burnel
Schlagzeug
Jet Black
Keyboard
Dave Greenfield (seit 1975)
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Paul Roberts (1990–2006)
Gitarre
John Ellis (1990–2000)

The Stranglers sind eine britische Punkrock-Band, deren Musik durch Einflüsse von New Wave, Punk und Psychedelic Rock geprägt ist.

Geschichte[Bearbeiten]

1974 schlossen sich Hugh Cornwell, Jean-Jacques Burnel, Hans Wärmling und Jet Black im englischen Guildford als Guildford Stranglers („Die Würger von Guildford“) zusammen. Der Schwede Hans Wärmling stieg nach einem Jahr aus und wurde durch Dave Greenfield ersetzt. In dieser Besetzung spielten sie bis 1990 zusammen.

Mit ihrem eigenständigen Musikstil, der am ehesten unter New Wave einzuordnen ist, aber auch Punk- und Psychedelic-Rock-Elemente enthält, erregten sie bald Aufmerksamkeit und kamen so 1976 zu einem Plattenvertrag. 1977 konnten sie bereits drei Singles in den britischen Top 10 platzieren, darunter No More Heroes und Peaches. In den Liedtexten wurde oft das Leben der Underdogs thematisiert und in gleichnishafte Formen gebracht (The Raven, Tramp, Down in the Sewer), gleichsam die dekadente Lebensweise in den oberen Schichten aufs Korn genommen (London Lady, Goodbye Toulouse, English Towns). Dabei wechselten sich primitive Textpassagen mit anspruchsvolleren ab. Stilbildend war die Verwendung symbolbehafteter Tiere wie Rabe und Ratte, letztere immer wieder im Schriftzug des Bandnamens auftauchend.

Gründungsmitglied Burnel im Jahr 2005

Besonderes musikalisches Merkmal waren und sind die swingende Orgel und das Bassspiel von J. J. Burnel. Nach Streitereien und Prügeleien mit Journalisten hatte die Band um 1980 einen kurzzeitigen Tiefpunkt, als sie in Nizza wegen Aufwiegelung zu Unruhen im Gefängnis landete und Sänger Hugh Cornwell wegen Drogenbesitzes eine Haftstrafe absitzen musste. Danach wandelte sich auch der musikalische Stil der Band. Waren die ersten drei Studio-Alben noch deutlich punklastig und begründeten den bis heute währenden Ruf als herausragende Band des frühen Punk, so leitete spätestens das 1980er Album The Gospel According to Themeninblack auf experimentelle Weise eine Phase anspruchsvoller Pop-Musik ein. Diese Phase sollte während der gesamten 80er Jahre den Stil der Band bestimmen und brachte weiterhin kommerzielle Erfolge.

Das 1981er Album La folie enthält den größten Hit der Stranglers Golden Brown, mit dem sie erstmals auch auf dem Kontinent erfolgreich waren. Bis in die Mitte der 1980er Jahre hinein hatten sie zahlreiche Hits und konnten regelmäßig in den Charts landen, unter anderem mit Liedern wie Strange Little Girl, No Mercy, Big in America und Always the Sun.

Nachdem Ende der 1980er Jahre der Erfolg nachließ und die Stranglers nur noch mit Coverversionen und Remixen ihrer alten Hits auffielen, trennte sich Cornwell von der Band und verfolgte eine Solo-Karriere. Seitdem knüpfte die Band wieder mehr an ihren ursprünglichen Stil an. Ergänzt um Paul Roberts und John Ellis, der inzwischen von Baz Warne ersetzt wurde, besteht die Band bis heute fort und veröffentlicht regelmäßig Alben und Singles.

Sänger Paul Roberts hat die Stranglers Mitte 2006 verlassen, um sein Soloprojekt zu intensivieren. Gitarrist Baz Warne und Bassist J.J. Burnel teilen sich seitdem den Gesang. Gesangsspuren des im Oktober 2006 erschienenen Albums (Suite XVI) wurden von Baz Warne neu eingespielt.

2004 schrieb Jean-Jacques Burnel in Zusammenarbeit mit den Gonzo Animation Studios den Soundtrack zum Anime-Hit Gankutsuou – The Count of Monte Cristo.

2012 veröffentlichten die Stranglers das Album Giants, dessen Songs im englischen Bath geschrieben wurden.[1]

Mitglieder[Bearbeiten]

Jet Black mit den Stranglers beim Bestival 2006.
  • Hugh Cornwell (* 28. August 1949 in London)
  • Jet Black (richtiger Name: Brian Duffy; * 26. August 1938 in Ilford, Essex)
  • Jean-Jacques Burnel (* 21. Februar 1952 in London)
  • Dave Greenfield (* 29. März 1949 in Brighton, Sussex)
  • Hans Wärmling (* 22. Juli 1943, † 12. Oktober 1995)
  • Paul Roberts (* 31. Dezember 1959 in London)
  • John Ellis (* 1. Juni 1952 in London)
  • Baz Warne (* 25. März 1964 in Sunderland, County Durham)

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[2]
DE UK US
1977 Stranglers IV (Rattus Norvegicus) 4
1977 No More Heroes 2
1978 Black and White 2
1979 Live (X Cert) 7
1979 The Raven 4
1981 (The Gospel According to) Themeninblack 8
1981 La folie 11
1982 The Collection 1977–1982 12
1983 Feline 52 4
1984 Aural Sculpture 17 14
1986 Off the Beaten Track 80
1986 Dreamtime 16 172
1988 All Live and All of the Night 55 12
1989 The Singles 57
1990 10 15
1990 Greatest Hits 1977–1990 4
1992 Stranglers in the Night 33
1992 74-75-76 Rare Live & Unreleased (Aufnahme 1974–1976)
1992 All Twelve Inches
1995 About Time 31
1997 Best of the Epic Years
1997 Written in Red 52
1998 Coup de grace
2002 Peaches – The Very Best of the Stranglers 21
2003 Live ’N’ Sleazy
2004 Norfolk Coast 70
2006 The Very Best Of 28
2006 Suite XVI
2012 Acoustic in Brugge
2012 Giants 48

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[2] Album
DE UK
1977 (Get a) Grip (On Yourself) 44 Stranglers IV (Rattus Norvegicus)
1977 Peaches / Go Buddy Go 8
1977 Something Better Change / Straighten Out 9 No More Heroes
1977 No More Heroes 8
1978 5 Minutes 11
1978 Nice ’n’ Sleazy 18 Black and White
1978 Walk on By 21
1979 Duchess 14 The Raven
1979 Nuclear Device (The Wizard of Aus) 36
1979 Don’t Bring Harry (EP) 41
1980 Bear Cage 36
1980 Who Wants the World 39 The Stranglers IV (US-Album)
1981 Thrown Away 42 Themeninblack
1981 Let Me Introduce You to the Family 42 La folie
1982 Golden Brown 63 2
1982 La folie 47
1982 Strange Little Girl 7 The Collection 1977–1982
1983 European Female 9 Feline
1983 Midnight Summer Dream 35
1983 Paradise 48
1984 Skin Deep 15 Aural Sculpture
1984 No Mercy 28 37
1985 Let Me Down Easy 48
1986 Nice in Nice 30 Dreamtime
1986 Always the Sun 30
1986 Big in America 50 48
1987 Shakin’ like a Leaf 58
1988 All Day and All of the Night 7 All Live and All of the Night
1989 Grip ’89 (Re-mix) 33 -
1990 96 Tears 17 10
1990 Sweet Smell of Success 65
1991 Always the Sun (Re-mix) 29
1991 Golden Brown (Re-mix) 68 -
1992 Heaven or Hell 46 Stranglers in the Night
2004 Big Thing Coming 31 Norfolk Coast
2004 Long Black Veil 51
2006 The Spectre of Love 57 Suite XVI

Literatur[Bearbeiten]

  • Hugh Cornwell: Inside Information (SIS, 1980)
  • David Buckley: No Mercy (Hodder & Stoughton, 1997)
  • Hugh Cornwell & Jim Drury: The Stranglers: Song by Song (Sanctuary, 2001)
  • Hugh Cornwell: A Multitude of Sins (Harper Collins, 2004)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: The Stranglers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutschlandfunk: Vom zufälligen Erfolg zum Dauerbrenner, 9. März 2012
  2. a b Quellen: DE UK US (Version vom 18. Januar 2013 im Webarchiv Archive.today)