The Streets

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Dieser Artikel erläutert das englische Musikprojekt. Für die amerikanische Rockband siehe Streets.
Mike Skinner bei einem Konzert in Sydney, 2011

Michael Geoffrey „Mike“ Skinner (* 27. November 1978 in Birmingham) ist ein englischer Rapper, Musiker und Produzent, der vor allem unter dem Namen seines mittlerweile eingestellten Rap-Projektes The Streets bekannt geworden ist. Weitere musikalische Nebenprojekte sind Grafiti und The Beats, wobei Letzteres auch der Name seines eigenen Plattenlabels ist.

Den Künstlernamen „The Streets“ wählte Mike Skinner, weil ihm authentische Musik wichtig ist – mit Texten, die alltägliche Lebensumstände reflektieren, eben music from the streets („Musik von der Straße“).

Leben[Bearbeiten]

Skinner ist in Birmingham geboren und aufgewachsen. Seine Herkunft beschreibt er selbst mit: „Barratt-Klasse: vorstädtische Eigenheimsiedlungen, nicht arm, aber auch nicht reich, wirklich langweilig“ (in Anspielung auf Barratt Developments, eine der größten britischen Baufirmen, spezialisiert auf Wohneigentum). Als The Streets rappt er in Cockney, dem traditionellen Dialekt der englischen Arbeiterklasse[1] .

Im Alter von fünf Jahren besaß er sein erstes Keyboard. Als Teenager baute er sich in seinem Schlafzimmer ein kleines Aufnahmestudio auf. Zusammen mit einer Reihe anderer Rapper aus dem Birminghamer Stadtteil West Heath begann Skinner, Hip-Hop- und Garage-Stücke zu komponieren.

Karriere[Bearbeiten]

Beginn[Bearbeiten]

Ende der 1990er arbeitete Skinner in Fast-Food-Restaurants, um sich sein eigenes Plattenlabel aufbauen zu können. Nebenher schickte er Demotapes an Plattenfirmen. Ende 2000 beschloss das Label Locked On, das zuvor schon mit The Artful Dodger featuring Craig David Erfolge gefeiert hatte, Skinners Single Has It Come to This zu veröffentlichen.

Um seine Karriere besser verfolgen zu können, siedelte Skinner von Birmingham in den Stadtteil Brixton im London Borough of Lambeth über.

Durchbruch[Bearbeiten]

Die Single Has It Come to This bedeutete den Durchbruch von The Streets. Sie erreichte 2001 die Top 20 der britischen Singlecharts.

Für sein Debütalbum Original Pirate Material aus dem Jahr 2002 wollte Skinner Garage-Musik weiterentwickeln und die Lebensstile britischer Jugendlicher reflektieren. Es entwickelte sich zu einem gleichermaßen von den Kritikern gelobten wie auch kommerziell erfolgreichen Album. In Großbritannien wurde das Album für den renommierten Mercury Music Prize nominiert. Das einflussreiche Musikmagazin NME nahm es in die Liste der fünf besten Alben des Jahres 2002 auf. Im selben Jahr wurde The Streets bei den BRIT Awards für das beste Album, als bester Urban Act, als bester Nachwuchskünstler und als bester männlicher Künstler nominiert.

Original Pirate Material erreichte in den britischen Albumcharts Platz 12. Alle drei ausgekoppelten Singles Don’t Mug Yourself, Has It Come to This und Let’s Push Things Forward erreichten die Top 40.

Der Erfolg in seinem Heimatland verhalf Skinner Ende 2002 zu einer Veröffentlichung seines Albums in den USA durch die Plattenfirma Vice/Atlantic. Auch dort wurde es von den Kritikern gelobt. Die Musikmagazine und Zeitungen Rolling Stone, Spin Magazine, The New York Times, Blender, USA Today und die Los Angeles Times bezeichneten Original Pirate Material als eines der Alben des Jahres. In den Electronic Charts des Billboard-Magazins stieg das Album Anfang 2003 bis auf Platz 2 und erreichte in den Independent- und den Heatseeker-Charts jeweils die Top 20.

Neben seinem Musikprojekt The Streets sorgte Skinner auch unter seinen Aliassen Grafiti (mit der Single What Is the Problem?) und The Beats (mit der Single The Cigarette Beat) für Aufsehen.

Im Mai 2004 erschien das zweite Album von The Streets. A Grand Don’t Come for Free ist ein Konzeptalbum und erzählt vom Verlust von 1.000 Pfund Sterling und seinen Versuchen, das Geld wiederzufinden, aber auch von den Höhen und Tiefen einer Beziehung. Das Album erreichte im Juli 2004 Platz 1 der britischen Albumcharts.

Die erste ausgekoppelte Single Fit But You Know It stieg in den britischen Singlecharts auf Platz 4 ein und wurde zu seiner bis dahin erfolgreichsten Single. Diesen Erfolg konnte er mit der Single Dry Your Eyes noch steigern. Sie erreichte am 31. Juli 2004 Platz 1 der britischen Charts. Es folgte Blinded by the Lights im September 2004.

Am 7. April 2006 erschien das dritte Album The Hardest Way to Make an Easy Living. Die erste Single-Auskopplung daraus hieß When You Wasn’t Famous. Als zweite Single-Auskopplung erschien Never Went to Church.

Am 25. Juli 2006 übertraf Mike Skinner den Rekord des längsten Musikvideos der Welt. Das 20 Minuten lange Video, produziert für den 25. Geburtstag von MTV, ist zwei Minuten länger als der bisherige Spitzenreiter, Thriller von Michael Jackson. Das Video stellt das Lied Deluded in My Mind vor und wurde als Doppelsingle mit Pranging Out, zur Unterstützung der Staying Alive Foundation, einer HIV/AIDS-Stiftung, veröffentlicht. Das Musikvideo wurde am 1. August auf MTV Overdrive präsentiert[2].

Am 15. September 2008 erschien das vierte Studioalbum Everything Is Borrowed in Großbritannien. Am 26. September ist es auch in Deutschland erschienen. Bereits einige Monate vor der Veröffentlichung stand auf der offiziellen Homepage der Song The Escapist vom neuen Album zum kostenlosen Download bereit. Laut Mike Skinner verbreitet das Album eine "freundlichere, positive Stimmung" im Vergleich zum eher düsteren The Hardest Way to Make an Easy Living.

Ab April 2009 veröffentlichte Skinner über Twitter bisher insgesamt 15 neue Songs. Zu dem Song He's Behind You, He's Got Swine Flu wurde außerdem ein Video veröffentlicht. In dem Album The Twitter werden u.a. Skinners Eindrücke zur kommenden Vaterschaft verarbeitet, sowie zukünftige Perspektiven betrachtet.

Ende von The Streets[Bearbeiten]

Bereits Ende 2010 gab Skinner bekannt, dass das nächste Album Computers and Blues sein letztes unter dem Namen The Streets sein würde, da ihm dazu die Ideen ausgegangen seien. Er wolle sich auf eine Karriere im Filmgeschäft konzentrieren. Ab Januar 2011 gab er 14 Lieder als kostenlosen Download frei, die als Album den Titel Cyberspace and Reds tragen. Im gleichen Monat gab sein Management bekannt, dass Mike Skinner nicht mehr als The Streets auftreten wird.[3]

Am 8. Februar 2011 erschien das Album Computers and Blues im Vereinigten Königreich. Wie bereits erwartet wurde, sind auf diesem Album drei Titel des vorhergegangen Albums The Twitter, namentlich Outside Inside, Blip on a Screen und der Song Trust Me. Als letzte Veröffentlichung von The Streets präsentierte er den Titel Close the Book (exklusiv als kostenlosen Download im Internet) in Anlehnung an Turn the Page, dem ersten Titel auf seinem Debüt-Album Original Pirate Material.[4]

In seinem 2012 erschienenen Buch The Story of The Streets schildert Mike Skinner seinen musikalischen Werdegang.[5]

Plattenlabel The Beats[Bearbeiten]

Im Dezember 2007 stellte Skinner die Aktivitäten seines erst 2005 gegründeten Labels The Beats ein, bei dem unter anderen Professor Green und Example unter Vertrag standen. Allerdings wurde das Unternehmen inzwischen wieder in Betrieb genommen; im April 2012 (UK) erschien dort die Single Bad News von Elro in Zusammenarbeit mit The D.O.T. [6] Hinter The D.O.T. stehen die Musiker Robert Harvey von The Music und Mike Skinner.[7]

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[8] Anmerkungen
DE AT CH UK US
2002 Original Pirate Material 10 Erstveröffentlichung: 25. Mai 2002
Weltweite Verkäufe: >300.000
2004 A Grand Don’t Come for Free 25 24 34 1 82 Erstveröffentlichung: 18. Mai 2004
Weltweite Verkäufe: >900.000
2006 The Hardest Way to Make an Easy Living 25 42 19 1 68 Erstveröffentlichung: 7. April 2006
Weltweite Verkäufe: >150.000
2008 Everything Is Borrowed 58 46 19 7 154 Erstveröffentlichung: 15. September 2008
Weltweite Verkäufe: -
2011 Computers and Blues 45 18 8 Erstveröffentlichung: 18. Februar 2011
Weltweite Verkäufe: -

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[8] Anmerkung
DE AT CH UK
2001 Has It Come to This?
Original Pirate Material
18 Erstveröffentlichung: 8. Oktober 2001
2002 Let’s Push Things Forward feat. Kevin Mark Trail
Original Pirate Material
30 Erstveröffentlichung: 15. April 2002
2002 Weak Become Heroes
Original Pirate Material
27 Erstveröffentlichung: 22. Juli 2002
2002 Don’t Mug Yourself
Original Pirate Material
21 Erstveröffentlichung: 21. Oktober 2002
2003 The Cigarette Beat
als The Beats
Erstveröffentlichung: 1. Januar 2003
2003 What Is the Problem?
als Grafiti
Erstveröffentlichung: 18. August 2003
2004 Fit But You Know It
A Grand Don’t Come for Free
85 4 Erstveröffentlichung: 17. Mai 2004
2004 Dry Your Eyes
A Grand Don’t Come for Free
53 5 1 Erstveröffentlichung: 19. Juli 2004
2004 Blinded by the Lights
A Grand Don’t Come for Free
63 10 Erstveröffentlichung: 27. September 2004
2004 Could Well Be In
A Grand Don’t Come for Free
30 Erstveröffentlichung: 29. November 2004
2006 When You Wasn’t Famous
The Hardest Way to Make an Easy Living
74 8 Erstveröffentlichung: 30. März 2006
2006 Never Went to Church
The Hardest Way to Make an Easy Living
20 Erstveröffentlichung: 5. Juni 2006
2006 Pranging Out
The Hardest Way to Make an Easy Living
25 Erstveröffentlichung: 25. September 2006
2008 The Escapist
Everything Is Borrowed
Erstveröffentlichung: 30. Juli 2008
2008 Everything Is Borrowed
Everything Is Borrowed
87 37 Erstveröffentlichung: 29. September 2008
2011 Going Through Hell
Computers and Blues
Erstveröffentlichung: 28. Januar 2011

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Zeit: Die Flamme echter Coolness (abgerufen am 28. Jan 2013)
  2. MTV News: MTV teams up with Mike Skinner to produce the world’s longest music video, for charity… (englisch)
  3. www.guardian.co.uk/music/thestreets Biography, englisch, abgerufen am 24. August 2012
  4. www.guardian.co.uk/music/2011/feb/07/the-streets-mike-skinner-retires, Statement von Mike Skinner zum Abschied von The Streets am 7. Februar 2011, englisch, abgerufen am 24. August 2012
  5. Mike Skinner: The Story of The Streets. Transworldbooks Co, UK 2012
  6. pappzd.com/2012/04/mike-skinner-brings-back-the-beats-record-label, englisch, abgerufen am 24. August 2012
  7. the-dot.net, englisch, abgerufen am 24. August 2012
  8. a b Quellen: DE AT CH UK US

Weblinks[Bearbeiten]