The Tourist (2010)
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | The Tourist |
| Originaltitel | The Tourist |
| Produktionsland | Vereinigte Staaten, Frankreich |
| Originalsprache | Englisch, Französisch, Italienisch |
| Erscheinungsjahr | 2010 |
| Länge | 103 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 12[1] JMK 12[2] |
| Stab | |
| Regie | Florian Henckel von Donnersmarck |
| Drehbuch | Florian Henckel von Donnersmarck, Christopher McQuarrie, Julian Fellowes |
| Produktion | Graham King, Gary Barber, Roger Birnbaum, Ron Halpern, Jonathan Glickman |
| Musik | James Newton Howard |
| Kamera | John Seale |
| Schnitt | Joe Hutshing, Patricia Rommel |
| Besetzung | |
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The Tourist ist ein US-amerikanischer Thriller des deutschen Regisseurs und Oscar-Preisträgers Florian Henckel von Donnersmarck mit Angelina Jolie und Johnny Depp in den Hauptrollen. Der Film hatte am 7. Dezember 2010 in New York Weltpremiere[3] und erschien am 16. Dezember 2010 in den deutschen Kinos.
Der Film ist ein Remake des französischen Thrillers Anthony Zimmer von Jérôme Salle aus dem Jahr 2005, mit Sophie Marceau und Yvan Attal in den Hauptrollen.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung[Bearbeiten]
Elise Ward ist eine Agentin, die auf einen gewissen Alexander Pearce angesetzt war, der dem Gangster Reginald Shaw 2,3 Milliarden Pfund gestohlen hat, weswegen dieser ihn sucht. Außerdem schuldet Pearce der britischen Regierung 744 Millionen Pfund an Steuern, daher wird er auch von Interpol gesucht. Elise verliebte sich jedoch in Pearce und half ihm zu entkommen. Daher wird jetzt auch sie vom Geheimdienst beobachtet, weil dieser vermutet, dass Pearce irgendwann zu ihr Kontakt aufnehmen wird. Und tatsächlich: In einem Café in Paris bringt ihr ein Fahrradbote einen Brief von Alexander Pearce.
Auf Anweisung von Pearce steigt Elise in einen Zug nach Venedig und setzt sich weisungsgemäß neben einen Mann, den man für Pearce halten könnte. Dies ist der amerikanische Mathematiklehrer und Tourist Frank Tupelo. Um ihre Verfolger auf die falsche Fährte zu locken, beginnt sie ein Gespräch mit Frank und lädt ihn später in ihr venezianisches Luxushotel ein. Der Plan geht auf: Am nächsten Morgen hat Frank einige von Shaws Handlangern am Hals; er flieht barfuß über die Dächer von Venedig und wird schließlich aufgrund eines Missverständnisses von der italienischen Polizei festgenommen. Als ein korrupter Beamter ihn an Shaw übergeben will, wird Frank von Elise in einer waghalsigen Aktion gerettet. Während der Zeit, die sie miteinander verbringen, verlieben sich die beiden ineinander. Elise macht Frank jedoch klar, dass sie ihn nur benutzt hätte, um von Pearce abzulenken, den sie liebt. Interpol, mittlerweile von Tupelos Unschuld überzeugt, verfolgt Elise weiterhin, da sie sicher ist, dass sich Pearce irgendwann mit ihr treffen wird.
Schließlich hat Elise das Versteckspiel satt und setzt sich mit ihren ehemaligen Agentenkollegen in Verbindung, um ihnen ihre Hilfe bei der Festnahme von Pearce anzubieten. Sie wird von Interpol mit einem Abhörmikrofon verkabelt auf einen Ball geschickt, auf dem sie sich mit Pearce treffen wollte, und wird dabei von den Agenten beobachtet. Schließlich bekommt sie von Pearce eine Nachricht, sie solle zu einem bestimmten Haus kommen. Die Polizei, jedoch auch die Gangster, heften sich an ihre Fersen. In dem Apartment angekommen, wird sie von Shaw und seinen Männern bedroht und mit Gewalt gezwungen, ihnen zu verraten, wo sich der Safe befindet, in dem Pearce das gestohlene Geld lagert. Schließlich zeigt sie ihnen das Versteck, jedoch kennt sie den Code nicht. Plötzlich taucht Frank auf und behauptet, Alexander Pearce zu sein. Er bietet den Gangstern an, den Safe zu öffnen, wenn sie im Gegenzug Elise gehen lassen. Die Verbrecher lassen sich jedoch nicht auf Franks Forderung ein und verlangen von ihm, den Safe sofort zu öffnen. Bevor Frank Gelegenheit bekommt zu beweisen, dass er (den Code kennt und somit) Alexander Pearce ist, greift Interpol ein: Scharfschützen erschießen die Gangster durch die Fenster des Apartments.
Als die Agenten im Apartment ankommen, erhalten sie plötzlich die Nachricht, Alexander Pearce sei unweit von ihnen gesehen worden, und sie verlassen eilig das Haus, um ihn festzunehmen. Elise und Frank bleiben alleine zurück. Er öffnet daraufhin den Safe, womit sich herausstellt, dass er tatsächlich Alexander Pearce ist.
Der Mann, den die Agenten in der Zwischenzeit erwischen, ist dagegen jemand, der von Pearce per SMS beauftragt wurde, die Polizei in die Irre zu führen. Als die Agenten zum Apartment zurückkehren, sind Elise und Frank mitsamt den Wertsachen aus dem Safe verschwunden. Das einzige, was sich noch darin befindet, ist ein Scheck über 744 Millionen Pfund. Weil damit die Steuerschulden von Pearce beglichen sind, legt der Polizeichef Jones den Fall als abgeschlossen zu den Akten. In der Schlussszene sieht man Elise und Frank auf einer Segelyacht vor Venedig, wo Elise das neue Gesicht von Pearce kritisiert.
Produktion[Bearbeiten]
Als Produktionsfirmen waren Spyglass Entertainment, GK Films und StudioCanal aktiv. Columbia Pictures, ein Tochterunternehmen der Sony Pictures Entertainment, besitzt die Verleihrechte.
Dreharbeiten[Bearbeiten]
Die Dreharbeiten dauerten 58 Tage, inklusive Second unit-Tagen, wobei Donnersmarck selber bei den Aufnahmen des zweiten Stabes Regie führte. Drehorte für den Film waren der französische Stadtpalast Palais Royal in Paris zu Beginn des Films und die italienischen Städte Treviso und Venedig. Die Dreharbeiten begannen in Paris mit Angelina Jolie am 23. Februar 2010, erst im März stieß Johnny Depp dazu, und endeten im Mai 2010.[4] Der gesamte Herstellungsprozess des Filmes dauerte ab Einstieg des Regisseurs bis zum Tag der US-Premiere 11 Monate und 13 Tage.
Besetzung[Bearbeiten]
Zunächst war als Regisseur laut Branchenblatt Variety Lasse Hallström im Gespräch. Als aber seine Filme Casanova mit Heath Ledger, The Hoax und Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft mit Richard Gere alle zusammen weltweit nicht einmal auf 50 Millionen Dollar Einspiel kamen, soll das Studio von ihm Abstand genommen haben. Als das Studio dann Charlize Theron und Angelina Jolie das Projekt antrug, in der Hoffnung, dass man durch das Interesse einer A-List Schauspielerin einen Regisseur würde ködern können, sagte Jolie, sie wäre interessiert, es zu machen, wenn es dem Studio gelänge, Donnersmarck für das Projekt zu gewinnen.[4] Für die Rolle des Frank Tupelo waren zu verschiedenen Zeitpunkten Tom Cruise und Sam Worthington im Gespräch. Donnersmarck wollte die Rolle aber mit Johnny Depp besetzt sehen.[5] Angelina Jolie erhielt von Donnersmarck den Vorzug für die Rolle der Elise Clifton-Ward, obwohl zu dem Zeitpunkt auch Charlize Theron ein Angebot vom Studio vorliegen hatte.[6][7] Ralf Moeller hat einen Cameo-Auftritt als Zellengenosse von Frank Tupelo bei der Polizei in Venedig.
Kinostarts[Bearbeiten]
Die Weltpremiere fand in New York am 7. Dezember 2010 statt, einen Tag darauf lief der Film in Ägypten an. Am 10. Dezember desselben Jahres ist der Film in den USA, Kanada, UK und der Türkei angelaufen. Die offizielle Europapremiere fand am 14. Dezember 2010 in Berlin am Potsdamer Platz statt. Kinostart in Belgien und Frankreich war der 15. Dezember, in Deutschland (Kinowelt) und Österreich (Elmo Movieworld) kam der Film zum üblichen Donnerstagstermin am 16. Dezember bundesweit in die Kinos.[8][9]
Kritik[Bearbeiten]
Laut Rotten Tomatoes beurteilten nur 20 % der 160 untersuchten amerikanischen Filmrezensionen den Film positiv, laut moviepilot vergaben die deutschen Kritiker dem Film im Schnitt 4,7 von 10 Punkten.[10][11] Der Spiegel brachte anlässlich des Films eine 6-seitige Geschichte über Donnersmarck mit dem Titel Unter Genieverdacht[12], prophezeite aber „die Kritiker werden nicht jubeln wie damals bei Das Leben der Anderen, die Erwartungen sind zu groß. Jetzt geht es vor allem darum, 200 Millionen Dollar weltweit einzuspielen.“[12] Dieses finanzielle Ziel konnte dann auch erreicht und übertroffen werden.[13] Die Prophezeiung über die Kritik erwies sich nur teils als richtig: Die Kino-Fachpresse in Deutschland bejubelte Donnersmarcks Arbeit,[14][15] ebenso die Boulevard-Zeitungen und -Zeitschriften[16][17] sowie die meisten TV-Programmzeitschriften TV, Gong, TV 14 und TV Direkt[18]. Die Tageszeitungen Süddeutsche Zeitung, ZEIT und Tagesspiegel aber besprachen den Film negativ, während Michael Althen von der FAZ unschlüssig schien. So steht dem Urteil der Sueddeutschen, es fehle "in erschreckendem Maße“ an handwerklichem Können des Regisseurs[19], das Urteil der Fachzeitschrift Blickpunkt:Film gegenüber, dass „sich der deutsche Filmemacher abermals als souveräner, absolut stilsicherer Filmemacher“ erweist.[14] Und während der Der Tagesspiegel die Actionszenen für langweilig befindet und The Tourist zum „Genremissverständnis“ erklärt, urteilt die Filmzeitschrift Cinema der „Spagat zwischen Spannung und Komödie gelingt ohne Probleme“, lobte die Action-Szenen als „elegant gefilmt“ und nannte den Film „geschmackvoll, kultiviert und glamourös.“[15] Die Financial Times Deutschland schlussfolgerte leidenschaftslos: „Die zweite Regiearbeit des Deutschen ist nicht der große Geniestreich, auf den alle gewartet haben, aber eine elegante Fingerübung für seinen nächsten Film.“[20]
Auszeichnungen[Bearbeiten]
In der Kategorie „Komödie/Musical“ waren der Film und die beiden Hauptdarsteller jeweils für einen Golden Globe nominiert, gingen bei der Preisverleihung allerdings leer aus.[8][21][22] Ricky Gervais, Moderator der Golden Globes, witzelte in seinem Eröffnungsmonolog über die Nominierung und Qualität des Films: „it was a big year for 3D-movies, Toy Story, Despicable Me, Tron… it seems like everything this year was threedimensional. Except the characters in The Tourist.“ (dt: „Es war ein großes Jahr für 3D-Filme: Toy Story, Ich – einfach unverbesserlich, Tron… Es scheint, dieses Jahr war alles dreidimensional. Außer den Figuren in The Tourist.“)[23]
Weblinks[Bearbeiten]
- The Tourist in der Internet Movie Database (englisch)
- The Tourist bei filmportal.de
- Offizielle deutsche Website
- Offizielle amerikanische Website
- Offizielle Pressemitteilung von Sony Pictures und GK Films (Englisch)
- Zusammenstellung von Pressekritiken (deutsch) auf film-zeit.de
- The Tourist auf MoviePilot.de
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Freigabebescheinigung (PDF; 34 kB) der FSK
- ↑ Freigabe der Jugendmedienkommission
- ↑ Bei Premiere zu "The Tourist". Angelina Jolie ganz Kuschelig. rp-online.de, 7. Dezember 2010, abgerufen am 7. Dezember 2010.
- ↑ a b Angelina Jolie am Set von The Tourist. Moviepilot.de, 24. Februar 2010, abgerufen am 7. Dezember 2010.
- ↑ Donnersmarck dreht jetzt doch mit Jolie und Depp. welt.de, 13. Januar 2010, abgerufen am 14. Dezember 2010.
- ↑ www.variety.com
- ↑ deadline.com
- ↑ a b "The Tourist" feiert Europapremiere mit Jolie und Depp. berlinonline.de, 14. Dezember 2010, abgerufen am 16. Dezember 2010.
- ↑ „The Tourist“-Premiere. Brangelina bezaubern Berlin aufgerufen. Bild, 15. Dezember 2010, abgerufen am 16. Dezember 2010.
- ↑ The Tourist. RottenTomatoes, abgerufen am 17. September 2012.
- ↑ The Tourist. In: moviepilot. Abgerufen am 7. Juni 2013.
- ↑ a b Lars-Olav Beier: Unter Genieverdacht. Spiegel, 6. Dezember 2010, abgerufen am 17. September 2012.
- ↑ The Tourist (2010). Box Office Mojo, abgerufen am 4. Juni 2011.
- ↑ a b The Tourist. In: Blickpunkt:Film. Abgerufen am 19. September 2012.
- ↑ a b The Tourist - Film. Cinema.de, abgerufen am 19. September 2012.
- ↑ Kritik zu The Tourist. Bild.de, abgerufen am 19. September 2012.
- ↑ Auf dem Weg zu neuem Ruhm? SUPERIllu, 8. Dezember 2010, abgerufen am 19. September 2012.
- ↑ The Tourist. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original, abgerufen am 19. September 2012. (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)
- ↑ Tobias Kniebe: Im Kino: The Tourist Not in Venedig. Sueddeutsche, 10. Dezember 2010, abgerufen am 19. September 2012.
- ↑ Bettina Aust: Out of Office: "Ich bin ein Spion in Hollywood". Financial Times Deutschland, 15. Dezember 2010, abgerufen am 19. September 2012.
- ↑ Donnersmarck-Film für Golden Globe nominiert. tagesschau.de, 14. Dezember 2010, abgerufen am 16. Dezember 2010.
- ↑ The 68th Annual Golden Globe Awards NOMINATIONS. HFPA, 14. Dezember 2010, abgerufen am 15. Oktober 2010 (englisch).
- ↑ Schmähkritik extra. taz, abgerufen am 16. Dezember 2010.