The Velvet Underground (Album)

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The Velvet Underground
Studioalbum von The Velvet Underground
Veröffentlichung 1969
Label MGM Records
Verve Records
Format LP
Genre Rock
Anzahl der Titel 10
Laufzeit 42m56s

Besetzung

Studio T.T.G. Studios, Hollywood
Chronologie
White Light/White Heat
(1967/68)
The Velvet Underground Loaded
(1969)

The Velvet Underground war das dritte Album der Band The Velvet Underground und die erste Produktion, in der Doug Yule den Part von John Cale übernahm. Cale hatte die Band nach Differenzen mit Lou Reed kurzerhand verlassen. Das Album wurde im Herbst 1968 in den TTG Studios in Hollywood aufgenommen und von MGMs Sublabel Verve veröffentlicht. Nach dem Weggang von Cale zeigte die Musik eine radikale Wende im Sound, war moderater, zugänglicher und publikumsfreundlicher. Reed legte bei diesem Album weniger Wert auf Experimente, umso mehr konzentrierte er sich auf die Texte. Damit verblasste der Nimbus, eine Avantgardeband zu sein, ein wenig. Reed war nun der einzige kreative Kopf der Band und fühlte sich entsprechend als Bandleader. Dennoch bekam er bald erneut Konkurrenz im eigenen Haus: Das Nachwuchstalent Yule, der als „Mann für alle Fälle“ sowohl den Basspart von John Cale übernahm als auch teilweise zweite Leadgitarre spielte und die Hintergrundgesänge übernahm, machte sich unentbehrlich. Trotz all der Veränderungen am Bandkonzept zählt The Velvet Underground noch zu den authentischen VU-Alben.

Die Musik[Bearbeiten]

Die Songs auf The Velvet Underground bestechen durch eine besondere melancholische Schönheit. Mit zwei Ausnahmen waren der Einfluss Andy Warhols und die Verbindungen zur Factory-Szene fast völlig gekappt: Das Plattencover wurde erneut von Warhols Mitarbeiter Billy Name gestaltet. Der Eröffnungstrack Candy Says handelt von Candy Darling, die später noch einmal in Lou Reeds Welthit Walk on the Wild Side zu Ehren kam. Ein Novum für VU ist der Track After Hours, den zum ersten Mal Moe Tucker singt. Das Album wurde von der Band selbst produziert und in zwei unterschiedlichen Stereomixen abgemischt: Eine Version stammte von dem Tontechniker Val Valentin, die andere von Lou Reed synchron mit einem „closet mix“ von Sterling Morrison. Der Begriff „closet mix“ (ein Wortspiel aus „closed“ und „closett“) entstand, weil Morrison der Meinung war, Reeds Mix hätte einen etwas verkrampften, in sich gekehrten, einseitigen Sound. Außerdem waren Reeds Takes kürzer als die von Valentin. Während Valentin beispielsweise Schlagzeug und Perkussion in die Mitte des Sounds stellte, legte sie Reed ganz im Stil vieler 60er-Aufnahmen auf eine Kanalseite. Auffällig wird dies beim Vergleich der beiden Aufnahmen von Some Kinda Love: Die Aufnahme von Valentin ist um 20 Sekunden länger und weist noch einige andere Unterschiede auf. Die 1985er Neuauflage des Albums benutzte den Valentin Mix; andere Aufnahmen variieren. Die CD-Produktionen verwenden, mit einer Ausnahme, den Valentin-Mix; das 1995er CD-Box-Set Peel Slowly And See beinhaltet auf CD 4 indes den Lou-Reed-Mix.

Das Album The Velvet Underground erreichte Platz 314 im Ranking des Rolling Stone Magazines der 500 größten Alben aller Zeiten.[1]

Titelliste[Bearbeiten]

Alle Titel wurden von Lou Reed geschrieben und arrangiert von The Velvet Underground.
Die angegebenen Track-Zeiten beziehen sich auf den 1996 auf CD remasterten Valentin-Mix.

Seite 1

  1. Candy Says – 4:04
  2. What Goes On – 4:55
  3. Some Kinda Love – 4:03
  4. Pale Blue Eyes – 5:41
  5. Jesus – 3:24

Seite 2

  1. Beginning to See the Light – 4:41
  2. I’m Set Free – 4:08
  3. That’s the Story of My Life – 1:59
  4. The Murder Mystery – 8:55
  5. After Hours – 2:07

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Levy, Joe (Hrsg.): Rolling Stone. Die 500 besten Alben aller Zeiten. (Originalausgabe: Rolling Stone. The 500 Greatest Albums of all Time. Wenner Media 2005). Übersetzung: Karin Hofmann. Wiesbaden: White Star Verlag, 2011, S. 32