The Wire

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Dieser Artikel behandelt die Fernsehserie. Für die gleichnamige Musikzeitschrift siehe The Wire (Zeitschrift).
Seriendaten
Deutscher Titel The Wire
Originaltitel The Wire
The Wire logo.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 2002–2008
Produktions-
unternehmen
Blown Deadline Productions, HBO
Länge 60 Minuten
Episoden 60 in 5 Staffeln
Genre Drama
Titellied The Blind Boys of Alabama, Tom Waits, The Neville Brothers, Steve Earle, DoMaJe – Way Down in the Hole
Produktion David Simon, Robert F. Colesberry (Staffel 1–3), Nina Kostroff Noble (Staffel 3–5)
Idee David Simon
Musik Tom Waits (Titellied)
Blake Leyh (Abspann)
Kamera Uta Briesewitz
Russell Lee Fine
David Insley
Eagle Egilsson
Erstausstrahlung 2. Juni 2002 (USA) auf HBO
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
9. September 2008 auf FOX Channel
Besetzung
Synchronisation

The Wire ist eine US-amerikanische Fernsehserie, die von 2002 bis 2008 in Baltimore (Maryland) gedreht wurde. Autor ist der ehemalige Polizeireporter David Simon, der schon die Vorlage zur Krimiserie Homicide schrieb. Gegenstand der Serie ist die Realität der postindustriellen amerikanischen Stadt und des amerikanischen Gemeinwesens. Dazu wird der Drogenhandel in Baltimore beschrieben, unter anderem aus der Sicht von Polizisten mit verschiedenen Diensträngen, Kriminellen, Drogensüchtigen, Politikern und Journalisten. Der Name der Serie (engl. für Draht/Kabel, auch: Abhörgerät) spielt auf das systematische Abhören der Telefone der Verdächtigen an. Die darauf fußenden methodischen und geduldigen Ermittlungen werden als überlegen gegenüber der üblichen Arbeitsweise der Polizei in Baltimore dargestellt.

Die Serie zeichnet sich durch eine realistische Zeichnung der Figuren aus, deren Persönlichkeiten und Beziehungen untereinander über die gesamten Staffeln hinweg entwickelt werden. Allerdings erschweren die komplexen Charaktere und Handlungsstränge den Zugang zur Serie. Dies führte zwar zu einigen äußerst positiven Kritiken, aber auch zu relativ schlechten Einschaltquoten, da viele Zuschauer der vielschichtigen Handlung nicht folgen konnten.

Manche Kritiker bezeichneten The Wire als die beste Fernsehserie aller Zeiten.[1][2][3][4][5] Die US-Website Metacritic.com, welche Kritiken von verschiedenen Redaktionen zusammenfasst, bewertet die dritte und vierte Staffel mit durchschnittlich 98 %,[6] eine der höchsten vergebenen Bewertungen für eine Fernsehserie seit Bestehen der Datenbank.[7] In der Internet Movie Database ist The Wire mit einer Durchschnittswertung von 9,4 eine der bestbewerteten mehrstaffligen Fernsehserien.[8]

Die letzte Folge wurde in den USA auf HBO am 9. März 2008 ausgestrahlt. Planungen für eine weitere Staffel gibt es nicht.

Figuren[Bearbeiten]

Dominic West (James „Jimmy” McNulty)

The Wire umfasst für eine Fernsehserie eine große Anzahl von Figuren, die zudem innerhalb der Serie aufsteigen, an Macht verlieren, ihre Beschäftigung ändern oder ums Leben kommen. Die wichtigsten lassen sich ungefähr in folgende Gruppen unterteilen:

Wendell Pierce (William „Bunk” Moreland)

Auf Seiten der Polizei entsteht eine Sonderkommission, deren Umfang, Personal und Status innerhalb der Serie einem Wandel unterworfen ist. Auf Grund ihrer Ziele setzt sie sich hauptsächlich aus Mordermittlern und Drogenfahndern zusammen. Einer Hauptrolle in der Serie am nächsten kommt Detective James „Jimmy” McNulty (Dominic West), ein sturer Alkoholiker und genialer Mordermittler mit Hang zu One-Night-Stands und zerrüttetem Privatleben. Sein langjähriger Partner ist Detective William „Bunk” Moreland (Wendell Pierce). Ihre Schicht in der Mordkommission wird vom Sergeant Jay Landsman (Delaney Williams) geleitet. Aus den Reihen der Drogenfahndung stammen die Detective Shakima „Kima” Greggs (Sonja Sohn) sowie Thomas „Herc” Hauk (Domenick Lombardozzi) und Ellis „Carv” Carver (Seth Gilliam). Im Verlauf der Serie werden zudem Lester Freamon (Clarke Peters), Veteran im Polizeidienst und methodischer Ermittler sowie Leander Sydnor (Corey Parker Robinson) wichtig. Leiter der Sonderkommission wird Lieutenant Cedric Daniels (Lance Reddick).

Ranghohe Polizeibeamte, mehr mit ihrer Karriere beschäftigt als mit Polizeiarbeit, sind Ervin Burrell (Frankie Faison), Polizeipräsident während des Großteils der Serie, und William Rawls (John Doman), zuständig fürs Tagesgeschäft. Wichtige Kommandeure von Polizeidistrikten sind der polnischstämmige Stanislaus „Stan” Valchek (Al Brown) im Südosten und Howard „Bunny” Colvin (Robert Wisdom) im Westen.

Jim True-Frost (Roland „Prez“ Pryzbylewski), Andre Royo (Bubbles), Sonja Sohn (Shakima „Kima“ Greggs), Jamie Hector (Marlo Stanfield)

Maurice „Maury” Levy (Michael Kostroff) vertritt die Interessen der Drogenhändler als Anwalt vor Gericht. Rhonda Pearlman (Deirdre Lovejoy) ist die für die Sondereinheit zuständige Staatsanwältin und hat zeitweise eine Affäre mit Jimmy McNulty. Bei einer Verhandlung mit Richter Daniel Phelan (Peter Gerety) beginnt die Handlung.

Idris Elba (Russel „Stringer” Bell)

Drogenkönig im Westen Baltimores ist Avon Barksdale (Wood Harris). Seine rechte Hand ist Russel „Stringer” Bell (Idris Elba). Avons junger Neffe D'Angelo (Larry Gilliard, Jr.) leitet den Verkauf in einem Teilgebiet, dabei unterstützt von Preston „Bodie“ Broadus (J. D. Williams) und Malik „Poot“ Carr (Tray Chaney). Er kümmert sich um den Jungen Wallace (Michael B. Jordan), der sich wiederum um einige elternlose Kinder kümmert. Für Gewalt und Morde ist unter anderem Wee-Bey Brice (Hassan Johnson) zuständig. Im Osten der Stadt vertreibt unter anderem Joe „Proposition Joe” Stewart (Robert F. Chew) Drogen. Herausgefordert wird Avon Barksdale durch den emotionslosen Marlo Stanfield (Jamie Hector) und dessen gnadenlose Killer Chris Partlow (Gbenga Akinnagbe) und Felicia „Snoop” Pearson (Felicia Pearson). Der homosexuelle Omar Devon Little (Michael K. Williams) hat sich auf das Ausrauben von Drogendealern spezialisiert. Als Polizeispitzel und Kleinkrimineller finanziert sich Reginald „Bubbles” Cousins (Andre Royo) seine Sucht.

Im Hafen Baltimores nutzt Gewerkschaftsfunktionär Frank Sobotka (Chris Bauer) Schmiergelder für die Gewerkschaftsarbeit. Sein Neffe Nick ist ebenfalls beteiligt (Pablo Schreiber), auch sein Sohn Ziggy (James Ransone) verstrickt sich in die Machenschaften. Bestochen wird Sobotka von der Organisation des „Griechen” (Bill Raymond), für die sich Spiros „Vondas” Vondopoulos (Paul Ben-Victor) um die Einzelheiten kümmert. Eine der Streifenpolizistinnen der Hafenpolizei ist die geschiedene Mutter Beadie Russell (Amy Ryan).

Thomas J. „Tommy“ Carcetti (Aidan Gillen) ist ein ehrgeiziger Politiker mit dem Ziel, das Amt des Bürgermeisters zu erringen. Norman Wilson (Reg E. Cathey) leitet seine Wahlkampagne gegen Amtsinhaber Clarence Royce (Glynn Turman). Michael Steintorf (Neal Huff) wird später ein unverzichtbarer Helfer für Tommy Carcetti. Gut vernetzt in der lokalen Politik ist der korrupte Senator Clay Davis (Isiah Whitlock, Jr.).

Tristan Wilds (Michael „Mike“ Lee)

Trotz ihres jungen Alters ist eine Gruppe von Freunden an einer Middle School im Westen Baltimores durch den Drogenhandel beeinflusst. Namond Brice (Julito McCullum), Gernegroß der Gruppe, wird von seiner fordernden Mutter gedrängt in die Fußstapfen seines Vaters Wee-Bey zu treten. Der Anführer Michael Lee (Tristan Wilds) ist ein verschlossener Junge, der sich an Stelle der drogensüchtigen Mutter um seinen kleinen Halbbruder „Bug“ kümmert. Randy Wagstaff (Maestro Harrell) hingegen hat eine offene Art und geschäftstüchtige Ader. Er ist ein Sohn eines Drogenhändlers und lebt bei einer Pflegemutter. Duquan „Dukie“ Weems (Jermaine Crawford) stammt aus einer Familie von Süchtigen, seine Verwahrlosung macht ihn zur Zielscheibe für den Spott anderer Kinder. Ein Aufenthaltsort der Jungen ist die Boxschule des Ex-Sträflings Dennis „Cutty” Wise (Chad L. Coleman) der versucht, den Drogenhandel hinter sich zu lassen. Roland „Prez” Pryzbylewski (Jim True-Frost), ehemaliges Mitglied der Sondereinheit und Schwiegersohn von „Stan” Valchek, ist ein Lehrer an der Schule der Jungen.

In den Räumen der Baltimore Sun sind der erfahrene Augustus Haynes (Clark Johnson) und die jungen Reporter Alma Gutierrez (Michelle Paress) und Scott Templeton (Tom McCarthy) zu finden.

Handlung[Bearbeiten]

Auch wenn jede Staffel einen anderen Schwerpunkt innerhalb des Gemeinwesens darstellt, wird durch einige Protagonisten, deren Leben über mehrere Staffeln verfolgt wird, ein komplexes Geflecht an Beziehungen und Abhängigkeiten dargestellt.

Staffel 1[Bearbeiten]

Die erste Staffel verfolgt die Arbeit einer Sonderkommission der Polizei von Baltimore gegen den Drogenring Avon Barksdales und seiner „Nummer Zwei“ Stringer Bell. Nachdem ein Mordprozess gegen D’Angelo Barksdale, den Neffen von Avon Barksdale, an einer eingeschüchterten und daher falsch aussagenden wichtigen Zeugin scheitert, beschwert sich der frustierte Mordermittler Jimmy McNulty bei dem zuständigen Richter Daniel Phelan. Aufgrund des politischen Einflusses von Phelan sieht sich die Polizeiführung gezwungen, eine Sonderkommission einzurichten. Zugleich erhält McNulty den Ruf eines Störenfriedes und fällt bei Kollegen und Vorgesetzten in Ungnade. Die Leitung der Sonderkommission überträgt die Polizeiführung dem aufstrebenden Lt. Cedric Daniels, stellt ihm jedoch nur ein Kellerbüro mit unzulänglicher Personal- und Sachausstattung zur Verfügung; einige der zugewiesenen Beamten sind unfähig oder unwillig, einer ist Alkoholiker.

Barksdale wird verdächtigt, den Drogenhandel im Westen Baltimores zu kontrollieren und dabei auch Morde zu befehlen. Die Polizei verfügt kaum über Erkenntnisse, nicht einmal das Aussehen Avon Barksdales ist bekannt. Erschwerend für die Ermittlungen des Teams sind außerdem neben dem allgemeinen Misstrauen der Anwohner gegenüber der Polizei die politischen Ränkespiele innerhalb der Polizeibehörde. Der Polizeispitzel Bubbles, ein Drogensüchtiger, kann jedoch einige wichtige Informationen liefern.

D’Angelo Barksdale wird nach dem Prozess dazu verdonnert, den Drogenverkauf in den wenig ertragreichen „Projects“, einer zum Ghetto gewordenen Sozialsiedlung, zu leiten. Dabei nimmt er den Jungen Wallace unter seine Fittiche. Neben den polizeilichen Ermittlungen macht den Barksdales der Gangster Omar Little das Leben schwer. Nachdem Omar mehrere Drogenverstecke überfallen hat, wird sein Liebhaber von Avon Barksdales Männern grausam zu Tode gefoltert und seine Leiche in den Projects zur Schau gestellt. Omar Little beginnt daher einen Rachefeldzug, für den er kurzzeitig mit den Ermittlern zusammenarbeitet. Wallace, der eine Mitschuld an dem Mord trägt, versucht sich von den Projects zu lösen, kehrt aber zurück und wird auf Avon Barksdales Befehl von seinen eigenen Freunden hingerichtet. Mit Hilfe der Stripperin Shardene, die eine Affäre mit D'Angelo unterhält, kann die Sonderkommission einen Stripclub, das Hauptquartier der Barksdales, infiltrieren und D'Angelo während eines Kokaintransportes aus New York festnehmen. Die Nachricht von Wallaces Tod bewegt ihn dazu, gegen seinen Onkel aussagen zu wollen, seine Mutter stimmt ihn jedoch um.

Am Ende der Ermittlungen wird D'Angelo zu 20 Jahren Haft verurteilt, Avon Barksdale muss acht Jahre absitzen. Obwohl auch mehrere Vollstrecker der Barksdales tot oder inhaftiert sind, läuft der Drogenhandel unter Avons Stellvertreter Stringer Bell weiter, während die erfolgreiche Sonderkommission aufgelöst und ihre aufsässigen Mitglieder, wie McNulty, strafversetzt werden.

Staffel 2[Bearbeiten]

Die Umgebung der zweiten Staffel ist der Hafen von Baltimore. In einem Container werden 13 tote Frauen entdeckt. McNulty, strafversetzt auf ein Polizeiboot, erkennt einen Zusammenhang mit der Leiche einer Unbekannten, die er und ein Kollege aus dem Wasser gefischt hatten. Dank seiner Hartnäckigkeit muss sich die Mordkommission der Morde annehmen. Die Frauen sollten als Prostituierte für eine Organisation anschaffen, die von dem „Griechen“ geleitet wird. Dieser nutzt die finanziellen Nöte der Hafenarbeitergewerkschaft unter Frank Sobotka aus, um neben Frauen Drogen und gestohlene Güter ins Land zu schmuggeln. Sobotka versucht, für die Gewerkschaft politischen Einfluss zu erkaufen um die Finanzierung von Bauprojekten einzuwerben. Diese sollen den Hafen attraktiver machen und der drohenden Gentrifizierung entgegenwirken. Einer von Sobotkas Helfern ist sein besonnener Neffe Nick. Beide versuchen, den unbesonnenen und exzentrischen Ziggy außen vor zu lassen. Ziggy, Sobotkas Sohn, wird von seinen Arbeitskollegen gemobbt und von den Gangstern verlacht. Seine Versuche Akzeptanz zu finden, werden im Laufe der Staffel immer verzweifelter. Sie münden in dem Mord an einem der Männer des Griechen wofür er ins Gefängnis kommt.

Gleichzeitig hat sich Sobotka das Missfallen des ranghohen Polizeibeamten Stan Valchek zugezogen, weswegen eine Sonderkommission eingerichtet wird, um gegen Sobotka und die Gewerkschaft zu ermitteln.

Das Syndikat des inhaftierten Avon Barksdale hat bei seinem Drogenhandel mit Qualitäts- und Nachschubproblemen zu kämpfen.

Staffel 3[Bearbeiten]

Das Rathaus in Baltimore, ab der dritten Staffel regelmäßiger Handlungsort

Die dritte Staffel konzentriert sich wieder mehr auf den Drogenhandel und vertieft gleichzeitig den in der ersten Staffel angedeuteten Plot im Bereich der Politik. Zentrales Thema ist der Alleingang des kurz vor der Pensionierung stehenden Major Howard „Bunny“ Colvin, der in seinem Distrikt drei inoffizielle Duldungszonen für den Drogenverkauf einrichtet und dadurch die Kriminalitätsrate in den anderen Bereichen massiv senkt. Als seine Strategie publik wird, führt das zum Ende des Experiments sowie seiner Degradierung und letztendlich zum Ende seiner Polizeikarriere.

Staffel 4[Bearbeiten]

In der vierten Staffel steht das Schulsystem im Vordergrund. Für die Schüler Duquan, Namond, Randy und Michael beginnt ihr achtes Schuljahr. An derselben Schule tritt „Prez“ seine neue Stelle als Lehrer an. Sowohl der Umgang mit seiner Klasse, besonders den Problemfällen, als auch die Präferenz der Schulleitung, den Unterricht auf gute Ergebnisse bei den Abschlusstests auszurichten, bereiten ihm Schwierigkeiten. Er kümmert sich fürsorglich um Duquan, der aufblüht, den Ausbruch aus dem Drogenmilieu aber nicht schafft. Einige der besonders schwierigen Schüler, darunter Namond, werden in einem Modellversuch der Universität gesondert unterrichtet. Als Berater dient der ehemalige Maj. Colvin. Er erkennt das Potenzial von Namond, kann dessen Respekt erringen und ihn dem schlechten Einfluss seiner Mutter entziehen. Randy verdient sich mit dem Verkauf von Süßwaren in der Schule etwas dazu, bis sein schlechtes Urteilsvermögen und ein Fehler von „Herc“ ihm den Ruf einbringen, ein Verräter zu sein. Dieser Ruf führt zu einem Brandanschlag auf seine Pflegemutter und Randy landet, trotz Bemühungen durch Carver, in einer Wohngruppe. Michael lässt keinen der Erwachsenen an sich heran. Erst als sein Stiefvater, der ihn sexuell missbraucht hat, aus dem Gefängnis entlassen wird, lässt er sich von Marlos Killern trainieren, die dafür seinen Stiefvater umbringen.

Councilman Thomas „Tommy“ Carcetti tritt im Primary der Demokraten gegen Bürgermeister Clarence Royce an, und schafft es mit dem Kampagnenthema „Kriminalität“ zu gewinnen. Seine Wahlversprechen können wegen einer Budgetkrise im Schulbereich nicht umgesetzt werden.

Staffel 5[Bearbeiten]

Die fünfte und letzte Staffel bindet die Medien von Baltimore ein. In einer Nebenhandlung wird der Redaktionsalltag bei der Zeitung Baltimore Sun gezeigt. Die Polizeiarbeit der Stadt wird aus Sicht der Reporter beschrieben, die Reporter ihrerseits setzen eigene Akzente in der Maschinerie der Stadt. McNulty verwickelt sich in eine Lüge, die zwar der zum Sparen verdonnerten Polizei etwas Geld verschafft, aber immer größer wird und McNulty schließlich seine Karriere kostet. Auf der Seite der Drogendealer konzentriert sich diese Staffel auf den neuen starken Mann in Baltimore: Marlo Stanfield. Der Nachfolger von Avon Barksdale als Drogenboss von West Baltimore hat sich durch zahlreiche Morde den Weg an die Spitze geebnet, und die Polizei versucht, ihm das Handwerk zu legen.

Episodenliste[Bearbeiten]

Hauptartikel: The Wire/Episodenliste.

Produktion[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

David Simon arbeitete 13 Jahre lang als Reporter für die Baltimore Sun, wobei er hauptsächlich über Verbrechen und Drogenhandel berichtete.[9] 1988 nahm er sich ein Jahr Auszeit und verfolgte die Arbeit einer Schicht der Mordkommission des Baltimore Police Department. Aus den Erfahrungen entstand das Buch Homicide: Ein Jahr auf mörderischen Straßen, welches bei NBC unter dem Titel Homicide für das Fernsehen adaptiert wurde. Einzelne Dialoge und Szenen aus dem Buch wurden später in The Wire übernommen.

Besetzung und Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung fertigte die Deutsche Synchron aus Berlin an, Dialogregie führte Frank Turba, der auch zusammen mit Frank Schröder für das Dialogbuch verantwortlich war.[10]

Polizei[Bearbeiten]

Rollenname Schauspieler Hauptrolle
(Episoden)
Synchronsprecher
Det. James „Jimmy“ McNulty Dominic West 1.01–5.10 Tobias Kluckert
Lt. Cedric Daniels Lance Reddick 1.01–5.10 Nicolas König
Det. Shakima „Kima“ Greggs Sonja Sohn 1.01–5.10 Katrin Zimmermann
Det. Thomas „Herc“ Hauk Domenick Lombardozzi 1.01–5.10 Frank Schröder
Det. Ellis Carver Seth Gilliam 1.01–5.10 Olaf Reichmann
Det. Lester Freamon Clarke Peters 1.01–5.10 Reiner Schöne
Det. Roland „Prez“ Pryzbylewski Jim True-Frost 1.01–5.10 Tim Moeseritz
Maj. William A. Rawls John Doman 1.01–5.10 Eberhard Haar
Det. William „The Bunk“ Moreland Wendell Pierce 1.01–5.10 Marco Kröger
Commissioner Ervin H. Burrell Frankie Faison 1.01–5.04 Axel Lutter
Sgt. Jay Landsman Delaney Williams 1.01–5.10 Hans Hohlbein
Det. Leander Sydnor Corey Parker Robinson 1.02–5.10 Karlo Hackenberger
Maj. Stanislaus „Stan“ Valchek Al Brown 1.03–5.10 Kaspar Eichel
Off. Beatrice „Beadie“ Russell Amy Ryan 2.01–5.10 Debora Weigert
Maj. Howard „Bunny“ Colvin Robert Wisdom 2.09–5.09 Dieter Memel

Drogengangs – Bosse, Dealer, Soldaten[Bearbeiten]

Rollenname Schauspieler Hauptrolle
(Episoden)
Synchronsprecher
Preston „Bodie“ Broadus J.D. Williams 1.01–4.13 Jesco Wirthgen
Russel „Stringer“ Bell Idris Elba 1.01–3.11 Jan-David Rönfeldt
Avon Barksdale Wood Harris 1.01–5.02 Matti Klemm
D’Angelo Barksdale Larry Gilliard Jr. 1.01–2.06 David Turba
Roland „Wee-Bey“ Brice Hassan Johnson 1.01–5.10 Sebastian Schulz
Malik „Poot“ Carr Tray Chaney 1.01–5.08  ?
Joseph „Proposition Joe“ Stewart Robert F. Chew 1.09–5.04 Tom Deininger
Spiros „Vondas“ Vondopoulos Paul Ben-Victor 2.01–5.10  ?
„Der Grieche“ Bill Raymond 2.01–5.10  ?
Sergej Malatov Chris Ashworth 2.01–5.02  ?
Calvin „Cheese“ Wagstaff Method Man 2.05–5.10 Ozan Ünal
„Slim Charles“ Anwan Glower 3.01–5.10 Sascha Rotermund
Marlo Stanfield Jamie Hector 3.01–5.10 Nico Sablik
Chris Partlow Gbenga Akinnagbe 3.05–5.10  ?
Felicia „Snoop“ Pearson Felicia Pearson 3.06–5.09 Constantin von Jascheroff
„Monk“ Metcalf Kwame Patterson 4.01–5.10 Marco Ammer

Schüler und weitere Bewohner West-Baltimores[Bearbeiten]

Rollenname Schauspieler Hauptrolle
(Episoden)
Synchronsprecher
Reginald „Bubbles“ Cousins Andre Royo 1.01–5.10 Thomas Petruo
Omar Little Michael K. Williams 1.03–5.08 Tommy Morgenstern
Dennis „Cutty“ Wise Chad Coleman 3.01–5.05 Lutz Schnell
Michael „Mike“ Lee Tristan Wilds 4.01–5.10 Konrad Bösherz
Duquan „Dukie“ Weems Jermaine Crawford 4.01–5.10 Marcel Mann
Namond Brice Julito McCullum 4.01–5.09 Wilhelm-Rafael Garth
Randy Wagstaff Maestro Harrell 4.01–5.06  ?

Sonstige[Bearbeiten]

Rollenname Schauspieler Hauptrolle
(Episoden)
Synchronsprecher
Rhonda Pearlman Deirdre Lovejoy 1.01–5.10 Isabella Grothe
Maurice Levy Michael Kostroff 1.01–5.10 Detlef Gieß
Frank Sobotka Chris Bauer 2.01–2.12  ?
Nickolas Andrew „Nick“ Sobotka Pablo Schreiber 2.01–5.06 Tim Sander
Chester Karol „Ziggy“ Sobotka James Ransone 2.01–2.12 Dirk Stollberg
Thomas J. „Tommy“ Carcetti Aidan Gillen 3.01–5.10 Sebastian Christoph Jacob
Bürgermeister Clarence V. Royce Glynn Turman 3.01–5.05 Rüdiger Evers
Senator R. Clayton „Clay“ Davis Isiah Whitlock, Jr. 1.07–5.09 Peter Reinhardt
Norman Wilson Reg E. Cathey 4.01–5.10 Jürgen Kluckert
Augustus „Gus“ Haynes Clark Johnson 5.01–5.10 Frank Röth
M. Scott Templeton Thomas McCarthy 5.01–5.10  ?
Alma M. Gutierrez Michelle Parress 5.01–5.10 Peggy Sander

Eine Reihe von Mitarbeitern spielt innerhalb der Serie eine Rolle oder hat einen Cameo-Auftritt. Produzent Robert F. Colesberry spielte die Rolle des Det. Ray Cole, anlässlich seines Todes wurde in der Serie für die Figur eine Trauerfeier abgehalten. David Simon stellt eine Frage, als Teil der Presse bei der Verhaftung Sobotkas.[11] Seine Frau ist kurz in den Räumen der Baltimore Sun zu sehen. Autor William F. Zorzi hat eine Sprechrolle als Chef in der Baltimore Sun.[12] Der Sänger Steve Earle spielt den Ex-Junkie und Helfer Walon. Die Rolle des Calvin Wagstaff alias „Cheese“ wurde in 13 Folgen von dem bekannten Rapper Method Man übernommen.

Die fiktive Figur des Det. John Munch (Richard Belzer), bekannt aus Homicide und Law & Order: New York , hat in der siebten Episode der fünften Staffel einen Gastauftritt.

Produktionsprozess und Dreharbeiten[Bearbeiten]

Simon hatte dem Bürgermeister von Baltimore angeboten, anderswo zu drehen, sollte er ein Problem mit noch einer düsteren Sendung über Baltimore haben, bekam aber die Antwort, die Sache durchzuziehen.[13] In Stadt und Bundesstaat profitierten, laut des „Maryland Film Office“, 672 Unternehmen vom Dreh der fünften Staffel.[14] Auch wenn der Dreh einer Staffel, laut David Simon, nur 35 Millionen Dollar kostete und damit für US-amerikanische Fernsehverhältnisse billig war.[15]

Zwar spielt sich ein großer Teil der Handlung in West-Baltimore ab, gedreht wurden die Außenaufnahmen vornehmlich im Osten der Stadt. Dort waren zum einen mehr Häuser verlassen, was für mehr Ruhe am Filmset sorgte, als auch weniger Bäume vorhanden, wodurch weniger Rücksicht auf den Verlauf der Jahreszeiten genommen werden musste.[16]

Simon erhielt zwar von der Baltimore Sun die Erlaubnis, den Namen in der Serie zu nutzen, es durften aber keine Szenen in den Räumen der Zeitung gedreht werden und kein Mitarbeiter auftreten.[17]

Gefilmt wurde mit nur einer Kamera, eine zweite kam zum Einsatz, wenn viele Schauspieler in einer Szene auftraten. Die Hauptkamera stand normalerweise auf Schienen, eine längere Linse kam für Großaufnahmen zum Einsatz. Standen Schauspieler der Kamera im Weg, wurde die Kamera bewegt, damit sich die Schauspieler auf die Rolle konzentrieren konnten.[18]

Für die ersten zweieinhalb Staffeln stand die deutsche Kamerafrau Uta Briesewitz hinter der Kamera. Der Auftrag gab ihr eine Karriereperspektive. Nach 29 Folgen nahm sie ein anderes Angebot an, um nicht auf düstere Fernsehserien festgelegt zu werden. Über Robert Colesberry sagte sie in einem Interview:

“I thought how courageous it was for a producer to tell HBO that he wanted to hire this young woman, who they never heard of, to shoot this really tough show in Baltimore. It must have been a fight for him, to get me approved.”

„Ich dachte mir, wie mutig es von einem Produzenten war, HBO zu berichten, dass er diese junge Frau einstellen wollte, von der sie noch nie gehört hatten, um diese wirklich schwierige Show in Baltimore zu drehen. Es muss ein Kampf für ihn gewesen sein, mich bestätigt zu bekommen.“

Uta Briesewitz[18]

Musik[Bearbeiten]

Titelmelodie der Serie ist das Lied Way Down in the Hole aus Tom Waits’ Album Franks Wild Years von 1987. In jeder Staffel wird dabei eine andere Version des Stückes genutzt. Sänger sind The Blind Boys of Alabama, in der zweiten Staffel Tom Waits selbst, dann die Neville Brothers. Die vierte Staffel nutzt, passend zum Thema Erziehung und Schule, eine Aufnahme der fünf Jugendlichen Ivan Ashford, Markel Steele, Cameron Brown, Tariq Al-Sabir, und Avery Bargasse, allesamt aus Baltimore stammend.[19] Der letzte Sänger ist Steve Earle.

Die Bildmontage am Ende jeder Staffel wird unterlegt von, in dieser Reihenfolge, Step by Step von Jesse Winchester, I Feel Alright von Steve Earle, Fast Train, geschrieben von Van Morrison und gesungen von Solomon Burke und in der vierten Staffel I Walk on Gilded Splinters, komponiert von Dr. John und aufgeführt von Paul Weller. Am Ende der Serie wird eine längere Fassung von Way Down In The Hole in der Version der ersten Staffel von den Blind Boys of Alabama genutzt.

In der Serie selbst wird Musik, bis auf wenige Ausnahmen, nur gespielt, wenn in der Szene eine entsprechende Quelle, wie zum Beispiel ein Autoradio oder eine Jukebox, vorhanden ist.[20]

Musik und Sprachaufnahmen aus der Serie sind auf dem Soundtrack The Wire: And All the Pieces Matter – Five Years of Music from The Wire, veröffentlicht am 8. Januar 2008 bei Nonesuch Records, zu finden. Ein zweites Album Beyond Hamsterdam beinhaltet Musik lokaler Künstler.[21]

Themen[Bearbeiten]

Der Krieg gegen Drogen[Bearbeiten]

Straße in West-Baltimore mit den typischen Treppenaufgängen, die in der Serie als typischer Aufenthaltsort der Dealer präsentiert werden. Bevorzugt an Kreuzungen, was ihnen den Namen „corner boys“ (wörtlich „Eckenjungen“) einbringt.

Der War on Drugs und die Folgen sind in der Serie allgegenwärtig. Die Produzenten bringen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Serie, mehrfach zum Ausdruck, dass sie den Krieg als gescheitert und längst einem anderen Zweck dienend sehen:

“And what once began, perhaps, as a battle against dangerous substances long ago transformed itself into a venal war on our underclass.”

„Und was einst, vielleicht, als ein Kampf gegen gefährliche Substanzen begann, hat sich schon vor langer Zeit zu einem korrupten Krieg gegen unsere Unterschicht gewandelt.“

Ed Burns, David Simon und George Pelecanos[22]

Beispielhaft fragen sich die Polizisten „Herc“ und „Carv“, ob sie gewonnen hätten, als die Straßen während eines Basketballspiels wie leer gefegt sind. Der Feind sind nicht mehr die Gangs, sondern die Sozialsiedlungen und ihre Bewohner an sich, der Krieg gegen Drogen kann nicht für, sondern nur gegen sie gewonnen werden.[23]

Ausstrahlung[Bearbeiten]

Premiere hatte die Serie am 2. Juni 2002 auf dem Pay-TV-Sender HBO in den USA. Die letzte Folge wurde am 9. März 2008 ausgestrahlt.

In Deutschland liefen die ersten beiden Staffeln der Serie vom 9. September 2008 bis 26. Februar 2009 auf dem Pay-TV-Sender FOX Channel. Vom Dezember 2009 bis Februar 2010 wurde auf demselben Sender die dritte Staffel ausgestrahlt, die vierte Staffel war vom 5. März bis 4. Juni 2010 zu sehen. Die letzte und fünfte Staffel lief jeweils mit einer Doppelfolge im Anschluss daran. 2010 zeigte das ZDF Interesse, die Ausstrahlungsrechte für das deutsche Free-TV zu erwerben. Alle anderen großen Sender lehnten ab, begründet mit der Komplexität der Serie oder schlechten Erfahrungen mit US-amerikanischen Serien in der Vergangenheit.[24]

Fortsetzung, Verfilmung, Prequel[Bearbeiten]

Nach Ende der Serie wurde von Fans des Öfteren eine Fortsetzung gefordert. Prominentestes Beispiel ist der US-Generalbundesanwalt Eric Holder. Anlässlich einer Veranstaltung zur Drogenprävention mit den The-Wire-Schauspielern Pierce, Sohn und True-Frost im Juni 2011 „befahl“ er, eine sechste Staffel oder zumindest einen Film zu drehen.[25] Simon erklärte sich bereit dazu, wenn das Justizministerium der Vereinigten Staaten sich im Gegenzug bereit erkläre, die verfehlte Drogenpolitik zu überdenken.[26] Bereits 2008 war David Simon von seinen Schauspielern Dominic West, Wendell Pierce und Sonja Sohn gedrängt worden, einen Film zur Serie zu drehen.[27]

Die DVD-Version der fünften Staffel enthält drei kurze Prequel, in denen prägende Momente in der Vorgeschichte von McNulty, Omar Little und Proposition Joe gezeigt werden.

Rezeption[Bearbeiten]

Die Macher der Serie Parks and Recreation, Greg Daniels und Michael Schur, ließen sich von der Darstellung der Lokalpolitik in The Wire inspirieren.[28] Deutsche Serien, besonders Kriminalserien mit hohem Anspruch wie KDD – Kriminaldauerdienst und Im Angesicht des Verbrechens, werden von Kritikern und Zuschauern an The Wire gemessen.[29][30]

Kritiken[Bearbeiten]

Die erste Staffel erhielt von Kritikern positive Beurteilungen.[31] Einige bewerteten sie besser als HBOs besser bekannte Dramaserien wie Die Sopranos und Six Feet Under.[32][33][34] Ein Kritiker meinte, die Serie beinhalte die Rückkehr zu früheren Themen von HBO und David Simon, sei aber trotzdem sehenswert und äußerst aktuell, da Parallelen zwischen Antiterrorismus und dem Kampf gegen Drogen gezogen werden.[35]

Trotz der positiven Kritiken erhielt The Wire schlechte Nielsen Ratings. Dies führte David Simon auf die Komplexität der Handlung, die häufige Verwendung von Slang sowie die überwiegend schwarze Besetzung zurück.[36] Kritikern zufolge stellte die Sendung die Aufmerksamkeitsspanne ihrer Zuschauer auf die Probe. Außerdem sei ein schlechter Zeitpunkt für den Serienstart gewählt worden, da kurze Zeit zuvor auch die erfolgreiche Krimiserie The Shield gestartet worden war.[35]

The Guardian beschrieb die zweite Staffel als kraftvoller als die erste Staffel und lobte sie für die Dekonstruktion des bisherigen Kerns der Serie und ihren Willen, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben.[37] Ein Kritiker der Zeitung Boston Phoenix war der Meinung, die Handlung an den Docks sei nicht so fesselnd wie die der Sozialbauten. Die Rezension lobte jedoch die Autoren für die Erschaffung einer realistischen Umgebung sowie für die Vielzahl an interessanten und realistischen Charakteren.[38]

Stephen King sieht die vierte Staffel als diejenige an, in der die Show zum Klassiker wird, die in 25 Jahren noch diskutiert wird. Für ihn ist Baltimore eine Grabstätte, die Einwohner sind lebende Tote – und The Wire eine Version von Dantes Inferno. Besonders beeindruckt ihn Snoop, die er als

“'perhaps the most terrifying female villain to ever appear in a television series”

„möglicherweise der furchteinflößendste weibliche Bösewicht, der jemals in einer Fernsehserie auftrat“

Stephen King[39]

bezeichnet.

Im deutschen Sprachraum wurde die Serie hoch gelobt, unter anderem vom Spiegel Online („ein gesellschaftskritisches Meisterwerk von epischer Komplexität“[40]), der FAZ („Kein Roman hat mich so beschäftigt wie „The Wire“ – das ist auch so zu verstehen: „The Wire“ ist ein Roman. Einer der besten.“[41]) und der Zeit („die beste Fernsehserie der Welt“[42]). Die Neue Zürcher Zeitung bezeichnet die Serie als „Hochpolitisch, tragisch, kompromisslos, authentisch, einfühlsam und zutiefst beeindruckend.“[43]

Politische Rezeption[Bearbeiten]

Laut der Las Vegas Sun ist The Wire die Lieblingsshow des US-Präsidenten Barack Obama, seine Lieblingsfigur, weil am faszinierendsten, Omar Little.[44]

Der Gewinner der isländischen Kommunalwahlen von 2010 für die Stadt Reykjavík, Jón Gnarr, empfahl seinen möglichen Koalitionspartnern im Vorfeld der Wahl, sich die Serie anzusehen, da er mit niemandem koalieren würde, der sich diese Serie nicht angesehen habe.[45]

Akademische Rezeption[Bearbeiten]

The Wire diente als Grundlage für Kurse an der Harvard University[46], an der Phillips Academy, an dem Middlebury College, der University of California, der Duke University und Berkeley.[47] 2011 wurde ein zweitägiges Seminar zu der Serie an dem Institut für Interdisziplinäre Studien an der Universität von Amsterdam abgehalten.[48]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Obwohl die Serie von Kritikern gefeiert wurde, hat sie nie den begehrtesten Fernsehpreis der Welt, den Emmy, gewonnen. Der US-amerikanischen Kolumnist Joe Klein sagte daraufhin:

The Wire hasn’t won an Emmy? The Wire should get the Nobel Prize for Literature!”

The Wire hat keinen Emmy gewonnen? The Wire sollte den Literaturnobelpreis bekommen!“

Joe Klein[49]
Status Jahr Preis Für
Gewonnen 2002 TIME Magazine’s Best/Worst List Beste Fernsehserie[50]
Gewonnen 2003 Peabody Award [51]
Gewonnen 2003 American Film Institute Award Television Program of the Year[52]
Nominiert 2003 Edgar Award Best Television Episode
Nominiert 2003 Image Award Beste Serie – Drama
Nominiert 2003 Television Critics Association Award Program of the Year
Nominiert 2003 Television Critics Association Award Outstanding New Program
Nominiert 2003 Television Critics Association Award Outstanding Achievement in Drama
Gewonnen 2004 ASCAP Award Film & Music TV Award
Nominiert 2004 Image Award Beste Serie – Drama
Nominiert 2004 Image Award Bester Serien-Hauptdarsteller – Drama für Wendell Pierce
Nominiert 2004 Television Critics Association Award Outstanding Achievement in Drama[53]
Gewählt 2005 Broadcasting & Cable Critics Poll Beste Dramaserie
Nominiert 2005 Emmy Award Outstanding Writing for a Drama Series[54]
Nominiert 2005 Image Award Beste Serie – Drama
Nominiert 2005 Image Award Bester Serien-Nebendarsteller – Drama für Idris Elba
Nominiert 2005 Image Award Beste Serien-Nebendarstellerin – Drama für Sonja Sohn
Gewonnen 2006 TIME Magazine’s 10 Best TV Shows Top Television Show
Gewonnen 2008 WGA Award Dramatic Series[55]
Nominiert 2008 WGA Award Episodic drama[56]
Nominiert 2008 Emmy Award Outstanding Writing for a Drama Series[57]
Nominiert 2009 WGA Award Dramatic series[58]
Gewonnen 2009 Crime Thriller Award The International TV Dagger for best TV crime thriller[59]
Gewonnen 2009 Crime Thriller Award Best Actor für Dominic West[59]

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

In den USA und Großbritannien sind alle fünf Staffeln auf DVD erhältlich. In Deutschland erschien die erste Staffel am 12. November 2010. Die zweite Staffel ist in Deutschland seit Mai 2011 erhältlich. Die dritte Staffel wurde am 13. Juli 2012 veröffentlicht; die vierte am 14. September 2012. Die Veröffentlichung der fünften Staffel erfolgte am 9. November 2012.

Literatur[Bearbeiten]

  • Daniel Eschkötter: The Wire. diaphanes Verlag, Zürich 2012, ISBN 978-3-03734-210-7
  • Jens Schröter: Verdrahtet. The Wire und der Kampf um die Medien. Bertz + Fischer Verlag 2012, ISBN 978-3-86505-714-3
  • Tiffany Potter, C. W. Marshall (Hrsg.): The Wire: Urban Decay and American Television. Continuum International Publishing Group 2009, ISBN 978-0-8264-3804-1
  • Rafael Alvarez: The Wire: Truth Be Told. Simon & Schuster 2004, ISBN 0-7434-9732-5
  • Brian G. Rose: The Wire. In: Gary Richard Edgerton, Jeffrey P. Jones (Hrsg.): The Essential HBO Reader. University of Kentucky Press 2008, ISBN 978-0-8131-2452-0, S. 82-91 (Auszug in der Google-Buchsuche)
  • Peter Dreier, John Atlas: The Wire – Bush-Era Fable about America's Urban Poor?. In: City & Community. Band 8, Issue 3, S. 329–340, September 2009 (Online-Kopie)
  • Helena Sheehan, Sheamus Sweeney: The Wire and the World: Narrative and Metanarrative. In: Jump Cut 51 (Frühjahr 2009), ISSN 0146-5546 (Online-Kopie)
  • Steve Busfield, Paul Owen (Hrsg.): The Wire Re-up. Guardian Books Dezember 2009. ISBN 978-0-85265-221-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: The Wire – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rebecca Traister & Laura Miller: The best TV show of all time. Salon.com, 15. September 2007, abgerufen am 7. September 2010 (englisch).
  2. The Wire - Season 5 Reviews, Ratings, Credits, and More. Metacritic, abgerufen am 7. September 2010 (englisch).
  3. The Wire: arguably the greatest television programme ever made. The Daily Telegraph, 2. April 2009, abgerufen am 7. September 2010 (englisch).
  4. Jon Wilde: The Wire is unmissable television. The Guardian, 21. Juli 2007, abgerufen am 7. September 2010 (englisch).
  5. Kevin Carey: A show of honesty. The Guardian, 13. Februar 2007, abgerufen am 7. September 2010 (englisch).
  6. The Wire - Season 4 Reviews, Ratings, Credits, and More. Metacritic, abgerufen am 7. September 2010 (englisch).
  7. Highest and Lowest Scoring TV Shows at Metacritic. Metacritic, abgerufen am 28. August 2012 (englisch).
  8. IMDB: Highest Rated TV Series Internet Movie Database, abgerufen am 16. Januar 2013 (englisch)
  9. Neil Drumming: High Wire Act. Entertainment Weekly, 15. September 2006, abgerufen am 23. Oktober 2011 (englisch).
  10. The Wire in der Deutschen Synchronkartei, abgerufen am 3. Februar 2012.
  11. Cameo Roles in The Wire – did you know? The Wire HBO Fan Club, 7. September 2007, abgerufen am 6. November 2011 (englisch).
  12. David Zurawik: 'The Wire' loses spark in newsroom storyline. The Baltimore Sun, 30. Dezember 2007, abgerufen am 22. Februar 2012 (englisch).
  13. Ian Rothkirch: What drugs have not destroyed, the war on them has. Salon.com, 29. Juni 2002, abgerufen am 19. April 2012 (englisch).
  14. Mark Reutter: For economic returns and jobs, TV zooms past the Grand Prix. Baltimore Brew, 9. Januar 2012, abgerufen am 19. April 2012 (englisch).
  15. Sebastian Hofer: Die mutigsten Hurensöhne der ganzen TV-Branche. profil online, 19. September 2011, abgerufen am 24. September 2011 (deutsch).
  16. Gadi Dechter: Wish You Weren't Here: A Guided Tour Of The Wire's East Baltimore. Baltimore City Paper, 24. Mai 2006, abgerufen am 11. Dezember 2011 (englisch).
  17. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMargaret Talbot: Profiles: Stealing Life: The crusader behind "The Wire". The New Yorker, 2007-22-10, abgerufen am 7. März 2012 (englisch).
  18. a b Bob Fisher: Kodak: Uta Briesewitz OnFilm Interview. Kodak, 2007, abgerufen am 16. Januar 2012 (englisch).
  19. "The Wire" on HBO: Play Or Get Played, Exclusive Q&A With David Simon (page 16). 16. August 2006, abgerufen am 24. September 2011 (englisch).
  20. Jess Harvell: On The Corner: After Three Seasons Shaping The Wire's Background Music, Blake Leyh Mines Homegrown Sounds For Season Four. Baltimore City Paper, 30. August 2006, abgerufen am 24. September 2011 (englisch).
  21. Nonesuch to Release Music from Five Years of "The Wire". Nonesuch Records, 12. November 2007, abgerufen am 24. September 2011 (englisch).
  22. David Johnson: The Wire's War on the Drug War. Time Magazine, 5. März 2008, abgerufen am 22. Februar 2012 (englisch).
  23. Paul Owen: The Wire re-up: Episode Nine, Season One. The Guardian, 21. April 2009, abgerufen am 22. Februar 2012 (englisch).
  24. Warum zeigt niemand "The Wire"? Kleine Umfrage bei den Sendern - mit überraschendem Ergebnis. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29. Mai 2010, abgerufen am 7. Dezember 2011 (deutsch).
  25. Jeremy Pelofsky: Attorney General orders more episodes of the “The Wire”, or a movie. Tales from the Trail, 31. Mai 2011, abgerufen am 6. November 2011 (englisch).
  26. Ray Gustini: 'The Wire' Creator David Simon Has a Counteroffer for Eric Holder. The Atlantic Wire, 10. Juni 2011, abgerufen am 6. November 2011 (englisch).
  27. Chris Barton: 'The Wire': The Dominic West perspective. Los Angeles Times, 17. Februar 2008, abgerufen am 20. Oktober 2011 (englisch).
  28. Denise Martin: 'Parks and Recreation' develops a community. LA Times.com, 19. November 2009, abgerufen am 12. Januar 2012 (englisch).
  29. Nikolaus von Festenberg und Philipp Oehmke: Ein neues Böses. Der Spiegel, 2010, abgerufen am 21. März 2012 (deutsch).
  30. Christian Junklewitz: KDD: Interview mit Axel Laustroer (Teil 2). Serienjunkies.de, 1. Mai 2008, abgerufen am 21. März 2012 (deutsch).
  31. The Wire: The Complete First Season. Rotten Tomatoes. Abgerufen am 2. Juni 2012. (englisch)
  32. Alan Sepinwall: Taut 'Wire' has real strength., Newark Star-Ledger. 6. August 2006, S. 1. (englisch)
  33. Aaron Barnhart: 'The Wire' aims higher: TV's finest hour is back. Kansas City Star. 2006. Abgerufen am 2. Juni 2012.(englisch)
  34. Leslie Ryan: Tapping The Wire; HBO Police Drama Tops Television Week's Semiannual Critics Poll List, Television Week. Abgerufen am 2. Juni 2012. (englisch)
  35. a b Robert David Sullivan: Slow Hand. Boston Phoenix. 2002. Abgerufen am 2. Juni 2012.(englisch)
  36. David Simon: Ask The Wire: David Simon. HBO. 2004. Abgerufen am 2. Juni 2012.(englisch)
  37. Jim Shelley: Call The Cops, The Guardian Unlimited. 6. August 2005. Abgerufen am 2. Juni 2012.  (englisch)
  38. Jon Garelick: "A man must have a code"—listening in on The Wire.. Boston Phoenix. 2004. Abgerufen am 2. Juni 2012.(englisch)
  39. Stephen King: Setting Off a 'Wire' Alarm. Entertainment Weekly.com, 1. Februar 2007, abgerufen am 12. Januar 2012 (englisch).
  40. Nina Rehfeld: TV-Serien-Guru David Simon: "Die USA haben den Bogen überspannt". Spiegel Online, 26. Oktober 2009, abgerufen am 21. März 2012 (deutsch).
  41. Richard Kämmerlings: „The Wire“: Ein Balzac für unsere Zeit ". FAZ Online, 14. Mai 2010, abgerufen am 21. März 2012 (deutsch).
  42. Katja Nicodemus: Am Anfang war die Wut. Die Zeit, 28. Dezember 2006, abgerufen am 21. März 2012 (deutsch).
  43. Andreas Essl: Ein amerikanischer Albtraum. Neue Zürcher Zeitung, 3. Oktober 2008, abgerufen am 21. März 2012 (deutsch).
  44. J. Patrick Coolican: Obama goes gloves off, head-on. Las Vegas Sun, 14. Januar 2008, abgerufen am 26. September 2011 (englisch).
  45. Best Party and Social Democrats Discuss Coalition. 31. Mai 2010, abgerufen am 6. Juni 2010 (englisch).
  46. Anmol Chadha, William Julius Wilson: Why we're teaching 'The Wire' at Harvard. In: The Washington Post. 12. September 2010, abgerufen am 10. Juni 2012 (englisch).
  47. Getting Down to 'The Wire'. Phillips Academy, 1. April 2010, abgerufen am 26. September 2011 (englisch).
  48. Maloe de Reuver over seminar ‘The Wire’. Instituut voor Interdisciplinaire Studies (IIS), 24. Juni 2011, abgerufen am 31. Januar 2012 (niederländisch).
  49. Sarah Heopla: Five Reasons The Wire is the Sexiest Show on TV. Nerve, 15. Januar 2008, abgerufen am 1. Dezember 2010 (englisch).
  50. James Poniewozik: Top 10 Everything 2002 - Television. TIME Magazine, 12. Dezember 2002, abgerufen am 3. November 2011 (englisch).
  51. The Peabody Awards: Winners - 2000's. The Peabody Awards, abgerufen am 19. Februar 2012 (englisch).
  52. AFI Awards 2003: Television Programs of the Year. American Film Institute, abgerufen am 6. Dezember 2012 (englisch).
  53. Television Critics Association Introduces 2004 Award Nominees. Television Critics Association, abgerufen am 20. November 2009 (englisch).
  54. 2005 Emmy Award Nominations for Drama Series. Emmy Awards Online, abgerufen am 6. Juni 2010 (englisch).
  55. Writers Guild Awards. Writers Guild of America, West, abgerufen am 8. November 2011 (englisch).
  56. 2008 tv and radio nominees announced. Writers Guild of America, West, 12. Dezember 2007, abgerufen am 8. November 2011 (englisch).
  57. 2008 Emmy Award Nominations for Drama Series. Emmy Awards Online, abgerufen am 8. November 2011 (englisch).
  58. 2009 Writers Guild Awards Television, Radio, News, Promotional Writing, and Graphic Animation Nominees Announced. Writers Guild of America, West, abgerufen am 8. November 2011 (englisch).
  59. a b Alison Flood: British readers vote Harlan Coben their favourite crime writer. guardian.co.uk, abgerufen am 11. Januar 2012 (englisch).