The Witcher

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The Witcher
The Witcher logo.svg
Studio CD Projekt RED
Publisher CD Projekt, Atari SA
Erstveröffent-
lichung
Europaische UnionEuropäische Union 26. Oktober 2007
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 30. Oktober 2007
Plattform PC (Windows XP, Vista, Mac OS X)
Spiel-Engine Aurora Engine
Genre Action-Rollenspiel[1]
Thematik Fantasy
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Maus, Tastatur
Systemvor-
aussetzungen
Medium 2 DVD-ROM
Sprache Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch, Tschechisch, Russisch, Ungarisch, Polnisch
Aktuelle Version 1.5 (vom 8. Juli 2009)
Kopierschutz Tagès (wurde mit Patch 1.5 entfernt)[2]
Altersfreigabe
USK ab 18
PEGI ab 18+ Jahren empfohlen

The Witcher (polnisch Wiedźmin) ist das erste Computerspiel des polnischen Publishers CD Projekt. Unter dem Namen CD Projekt RED wurde im Februar 2002 ein eigens dafür errichtetes Entwicklerstudio gegründet. Das für den PC ausgelegte Action-Rollenspiel basiert auf einer Buchreihe des polnischen Fantasy-Schriftstellers Andrzej Sapkowski. Als Grafik-Engine wurde die Aurora Engine von BioWare verwendet, die für das Spiel stark modifiziert wurde. Europaweiter Tag der Veröffentlichung war der 26. Oktober 2007, für den US-amerikanischen Raum der 30. Oktober 2007.

2011 erschien die Fortsetzung, The Witcher 2: Assassins of Kings. Ein letzter Teil dieser Trilogie ist für 2015 unter dem Titel The Witcher 3: Wild Hunt angekündigt.[3]

Handlung[Bearbeiten]

Der von Narben im Gesicht gezeichnete Protagonist Geralt von Riva zieht gegen Bezahlung als professioneller Monsterjäger durch das Land. Seine Markenzeichen sind sein langes weißes Haar und zwei Schwerter auf dem Rücken, eines aus Silber und eines aus (Meteoriten-) Stahl. Das Silberschwert dient dabei als Waffe gegen allerlei Arten von Monstern, da die meisten der vorkommenden Monster gegenüber Stahl relativ unempflindlich sind, das Stahlschwert im Kampf gegen menschliche Gegner.

Geralt von Riva wurde seit früher Kindheit auf der Burg Kaer Morhen zum Hexer ausgebildet. In der Bevölkerung wird erzählt, dass die Bruderschaft der Hexer nachts Kinder rauben und sie einer harten und grausamen Ausbildung unterziehen würden. Durch die Einnahme von Tränken mutieren während der Ausbildung unter anderem die Knochen- und Muskelstruktur, der genetische Code und der Stoffwechselhaushalt. Die meisten überleben nicht. Nur wenige, wie Geralt von Riva, überstehen diese Prozedur und sind danach immun gegen Krankheiten und wenig empfänglich für Gifte, Magie und starke klimatische Veränderungen. Als Nebeneffekte treten bei Hexern besondere Erkennungszeichen auf, wie Pigmentstörungen an der Haut oder bei den Haaren und vertikale Pupillen. Auch wird den Hexern für immer die Zeugungsfähigkeit genommen.

Geralt wurde in Magie und im Kampf mit dem Schwert unterrichtet. Er ist als Einzelgänger ein meisterhafter Schwertkämpfer mit schnellen Reflexen und Alchemiekenntnissen. Geralt befreite die Prinzessin Adda von einem Fluch und wurde dadurch berühmt, doch er verschwand einige Zeit später spurlos. Nach einigen Berichten und Augenzeugenaussagen starb er in einem Pogrom an den „Anderlingen“ (alle nicht menschlichen Völker), wobei seine Leiche jedoch nie gefunden wurde. Nach Geralts Verschwinden suchte ein großer Krieg die umliegenden Königreiche heim, und trotz des inzwischen vereinbarten Friedens sind es unruhige Zeiten, eine Seuche grassiert und der Konflikt zwischen Menschen und Anderlingen spitzt sich zu, da letztere von den Menschen unterdrückt werden. Beim einfachen Volk sind die verbliebenen Hexer nicht gerne gesehen und werden als Relikte ihrer Zeit entweder gefürchtet oder verachtet, jedoch weiterhin gern gegen Ungeheuer angeheuert. Eines Tages wird Geralt halb tot aufgefunden und nach Kaer Morhen gebracht. Er leidet unter Amnesie und muss vieles über sich im Laufe der Zeit wiedererlernen.

Zu dieser Zeit leben nur noch wenige Hexer und die Zauberin Triss Merigold auf Kaer Morhen. Unvermittelt wird die Festung der Hexer von einer großen Gruppe Banditen angegriffen. Ihre Anführer sind der „Professor“ sowie der mächtige Magier Azar Javed. Leo, ein angehender Hexer, wird vom „Professor“ und Azar Javed getötet. Nachdem die Eindringlinge entweder getötet wurden oder geflohen sind, trennen sich die Wege der übriggebliebenen Hexer in der vom Rassismus geprägten Region. Geralt versucht, zwischen Menschen und Elfen keine Partei zu ergreifen, ist aber zunehmend auf Verbündete angewiesen. Das Schicksal führt ihn in den Süden Temeriens zu den Dörfern vor der Stadt Wyzima, und er begibt sich auf die Spur einer intriganten Verbrecherorganisation. So beginnt eine epische Reise, die bis zu einer eisigen Vision des bevorstehenden Kataklysmus führt.

Spielweise, Spielwelt und Entscheidungen[Bearbeiten]

Der Spieler steuert den Protagonisten Geralt von Riva. Die Charakterentwicklung erfolgt durch die Verteilung von Erfahrungspunkten in drei Kategorien: Bronze-, Silber- und Goldtalente, die er durch Lösen von Quests, beim Besiegen von Gegnern oder durch Einnahme spezieller Tränke erlangt. Die Verteilung ist nur beim Meditieren am Lagerfeuer, in Gaststätten oder bei wichtigen Questakteuren möglich. Auch das Tränkebrauen kann nur während des Meditiervorgangs betrieben werden. Der Skillbaum unterteilt sich in 15 Eigenschaften: Je vier für Stärke, Gewandtheit, Ausdauer und Intelligenz, fünf magische Hexerzeichen (Aard, Axii, Igni, Quen und Yrden) und sechs Kampfstile; jeweils drei für das silberne und drei für das stählerne Schwert.

Für The Witcher wurde ein spezielles Echtzeit-Kampfsystem erdacht. Während des Kampfes kann über drei Grundeinstellungen entschieden werden:

  • Der Starke Kampfstil, der mit kraftvollen Schlägen bei langsamen, mit schwerer Rüstung ausgestatteten Gegnern eingesetzt wird.
  • Der Schnelle Kampfstil, der mit einer hohen Schlagrate bei agilen Gegnern mit leichter Rüstung verwendet wird.
  • Der Gruppenkampfstil, der bei mehreren gleichzeitig angreifenden schwachen Gegnern benutzt wird. Dabei hat der Spieler die Möglichkeit, mehrere Widersacher zu treffen.

Die Taktik kann dabei jederzeit während des Kampfes geändert werden, entweder durch Tastenkürzel oder das Drücken der SHIFT-Taste, die den Mauszeiger von der Kamera löst, und frei bewegbar macht. Zusätzlich kann mit der Leertaste die so genannte „aktive Pause“ eingeschaltet werden: Das Spielgeschehen stoppt und der Spieler kann Aktionen wie Waffenwechsel oder das Trinken eines Trankes vorbereiten. Wird die Pause deaktiviert, werden alle Aktionen durchgeführt. Je nach ausgewähltem Kampfstil und Erfahrung wendet Geralt spezielle Hiebfolgen an. Der Kampf wird durch Linksklicken mit der Maus auf den Gegner eingeleitet. Nach der ersten Angriffsequenz wird durch erneutes, pünktliches Linksklicken die zweite Sequenz durchgeführt. Visuelle Signale in Form eines Flammenschwertsymbols helfen im leichten und mittleren Modus dabei.

Die Dörfer und Städte der mittelalterlichen Fantasiewelt wurden nach historischen Bauplänen errichtet. Das nicht geradlinige Spiel ist in fünf Kapitel sowie in einen Prolog und einen Epilog aufgeteilt; dabei ist die Spielwelt nur begrenzt im jeweiligen Kapitel frei begehbar. Die Entwickler versuchten, die Umwelt so realistisch wie möglich darzustellen. Am Tage gehen die Bewohner ihrer Beschäftigung nach, in der Nacht ruhen sie in ihren Häusern, bei Regenwetter stellen sie sich unter. Kinder spielen auf den Straßen, Katzen sitzen auf Fensterbänken und putzen sich, Hühner scharren auf dem Hof und Gruppen von Gänsen, Tauben und Krähen sind vorzufinden. Spielleute und Barden musizieren und singen auf Marktplätzen und in Gaststätten und vieles mehr. Bei Minispielen, wie Würfelspiele, Saufgelage oder auch Schlägereien, kann der Spieler Geld gewinnen.

Während des Spiels stößt der Spieler bei Multiple-Choice-Gesprächen auf wichtige Entscheidungsmöglichkeiten, die je nach Wahl auf drei unterschiedliche Spielenden hinauslaufen. Um dem Spieler die Konsequenzen seiner Wahl aufzuzeigen, bekommt er im späteren Verlauf die Auswirkungen zu spüren. Der Hauptakteur Geralt erinnert sich nach den Folgen seiner Entscheidungen in gezeichneten Traumsequenzen (Flashbacks) an die Vorgänge. Das soll die Wiederspielbarkeit des Spiels erhöhen.

Motion Capture[Bearbeiten]

Für die Kampfbewegungen in The Witcher wurden Experten für mittelalterliche Kampfkunsttechniken angeworben. Die Bewegungen wurden im Studio der metricminds GmbH in Frankfurt am Main aufgezeichnet und in ein von Computern lesbares Format umgewandelt (Motion Capture).

Trailer[Bearbeiten]

Die Trailer des Spiels wurden von dem polnischen Studio Platige Image unter der Leitung von Tomasz Bagiński hergestellt, der vor allem durch seine kurzen Animationsfilme Katedra (2002; 2003 als bester animierter Kurzfilm für den Oscar nominiert) und Sztuka spadania (2004, 2006 BAFTA für den besten animierten Kurzfilm) bekannt wurde.

Referenzen zu anderen Medien[Bearbeiten]

  • Der Detektiv im Spiel trägt den Namen Raymond Maarloeve als Referenz auf Philip Marlowe, eine Romanfigur von Raymond Chandler.
  • Im Spiel wird erwähnt, dass ein Alfred Nabel den Sprengstoff erfunden hätte, eine Referenz auf Alfred Nobel, der das Dynamit erfunden hat.
  • Es wird über einen Giacomo Casano gesprochen, eine Referenz auf Giacomo Casanova.
  • Eine Quest trägt den Namen Fremde in der Nacht (engl. Strangers in the Night), eine Referenz auf Frank Sinatras gleichnamiges Lied.
  • Ein Einsiedler im Spiel erzählt, dass Bronze-Dann der Urheber der verschwörerischen Gral-Theorie sei, eine Referenz auf Dan Brown, den Autor von Sakrileg.
  • Ein weiteres Quest trägt den Namen Vizima vertraulich (engl. Vizima Confidential), eine Referenz auf den Film L.A. Confidential von Curtis Hanson.
  • Die Herrin vom See entstammt der Artussage.
  • Patrick de Weyze verweist auf den Schauspieler Patrick Swayze.
  • Der König der Fischer entstammt dem Spielfilm König der Fischer.
  • Im Spiel kämpft man gegen Dagon, ein Wesen aus der gleichnamigen Erzählung H. P. Lovecrafts

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • Die polnische Death-Metal-Band Vader brachte 2007 in Zusammenarbeit mit CD Projekt ihr Video Sword Of The Witcher heraus.
  • Dem normalen Spiel und der Collector’s Edition liegt das Musikvideo des Liedes Amaranth der finnischen Symphonic-Metal-Band Nightwish bei.
  • Am 24. März 2010 wurde eine Fortsetzung unter dem Titel The Witcher 2: Assassins of Kings angekündigt. Sie erschien am 17. Mai 2011.
  • Der letzte Teil der Trilogie wurde am 5. Februar 2013 unter dem Titel The Witcher 3: Wild Hunt für 2014 angekündigt.[4] Im Juni 2014 wurde nach vorangegangener Verschiebung das Erscheinen für den 24. Februar 2015 angekündigt.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.cdprojekt.pl/game/895/Wiedzmin
  2. PCGames.de: The Witcher: Patch 1.5 entfernt den Kopierschutz und lässt Sie ohne DVD spielen vom 8. Juli 2009, abgerufen am 10. Januar 2011
  3. [1]
  4. Ankündigung von The Witcher 3
  5. [2]