Theater des Grauens

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Filmdaten
Deutscher Titel Theater des Grauens
Originaltitel Theatre of Blood
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1973
Länge 104 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Douglas Hickox
Drehbuch Anthony Greville-Bell
Stanley Mann
John Kohn
Produktion Gustave M. Berne
Stanley Mann
John Kohn
Musik Michael J. Lewis
Kamera Wolfgang Suschitzky
Schnitt Malcolm Cooke
Besetzung

Theater des Grauens (OT: Theatre of Blood) ist eine britische Horrorfilm-Satire von United Artists Pictures aus dem Jahr 1973. Die Hauptrolle spielte Vincent Price, Regie führte Douglas Hickox.

Handlung[Bearbeiten]

Ein brutaler Mord ruft die Londoner Polizei auf den Plan. George Maxwell, ein prominenter Theater-Kritiker wurde regelrecht zerstückelt aufgefunden. Der einzige Anhaltspunkt ist ein Plakat für ein Shakespeare-Drama, das neben der Leiche liegt. Kurz darauf, während Maxwells Beerdigung, taucht der nächste Tote auf. Hector Snipe, ebenfalls Kritiker und Mitglied des renommierten Critic’s Circle, wurde mit einer Lanze aufgespießt und danach von einem Pferd zu Tode geschleift.

Inspektor Boot von Scotland Yard versucht nun gemeinsam mit Peregrine Devlin, dem Vorsitzenden des Critic’s Circle, herauszufinden, wer einen solch grenzenlosen Hass auf die Kritikervereinigung haben könnte. Der einzige Infragekommende ist der Shakespeare-Darsteller Edward Kendall Sheridan Lionheart. Die Kritikervereinigung enthielt ihm den heißbegehrten Preis für den besten Schauspieler vor, und so beging er vor ihrer aller Augen vermeintlich Selbstmord, indem er sich von einer hoch gelegenen Terrasse in die Themse stürzte.

Es stellt sich aber heraus, dass Lionheart mitnichten tot ist, sondern mit einem penibel ausgearbeiteten Plan grausame Rache übt und die Kritiker, die seine Kunst verkannten, zusammen mit seiner Tochter Edwina nach Dramen William Shakespeares bestialisch ermordet. Maxwell wurde niedergestochen wie die Titelfigur in Julius Cäsar, und Snipe starb genauso wie Hektor in Troilus und Cressida. Lionheart ist der Polizei immer einen Schritt voraus, und so fällt ihm ein Kritiker nach dem anderen zum Opfer.

Horace Sprout wird von ihm enthauptet, wie in Cymbeline beschrieben, dem Weiberheld Trevor Dickman schneidet Lionheart das Herz aus dem Leibe, wie es Shylock mit Antonio in Der Kaufmann von Venedig vorhatte. Der trinkfreudige Oliver Larding wird wie der Herzog von Clarence in Richard III. in einem gewaltigen Weinfass ersäuft, Miss Chloe Moon wird unter einer Trockenhaube, nach dem Vorbild der im ersten Teil von Heinrich VI. verbrannten Johanna von Orléans, zu Tode geröstet, Mr. Psaltery zu einem Eifersuchtsmord an seiner Gattin provoziert (Othello), und Meredith Merridew erstickt an einer Pastete, in der seine beiden geliebten Pudel eingebacken wurden, ganz nach dem Vorbild der grausamen Gotenkönigin in Titus Andronicus - nebenbei ein doppelbödiges englisches Wortspiel über den Begriff Königin, also Queen.

Devlin jedoch wird von Lionheart bis zum Ende geschont. Er droht ihn zu blenden, wie in König Lear beschrieben, sollte er ihm nicht in einer Wiederholung der Preisverleihung offiziell den Critic’s Circle Award überreichen. Als die Polizei eintrifft, steckt Lionheart das alte Theater, welches ihm als Versteck dient, in Brand. Die Bande von Obdachlosen, die ihn bisher unterstützt hat, gerät in Panik, und infolge einer Auseinandersetzung wird seine Tochter von ihnen erschlagen. Es gelingt Inspektor Boot in letzter Sekunde, Devlin zu befreien.

Edward Lionheart steigt hinauf aufs Dach des Theaters und rezitiert, den Körper seiner toten Tochter in den Armen, einen weiteren Shakespeare-Text. Schließlich bricht das morsche Dach in sich zusammen, und Lionheart findet sein Ende in den brennenden Trümmern.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Lexikon des internationalen Films: „Ein verkannter Shakespeare-Mime rächt sich auf mörderische Art an seinen Kritikern. Intelligent inszenierte Grusel-Komödie; schwarzer Humor und großartige schauspielerische Leistungen machen die amüsant-makabre Satire für Freunde der Gattung zu einem schaurigen Vergnügen.
  • Cinema: „Douglas Hickox gelang ein schaurig-makabrer Spaß mit tollen Darstellern (z. B. Robert Morley, Diana Dors) und guter Ausstattung.

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Theater des Grauens / 7. Januar 2004 / MGM Home Entertainment

Bühnenadaption[Bearbeiten]

Die Gruppe Improbable theatre verarbeitete den Stoff zu einem Bühnenstück mit Jim Broadbent in der Rolle des Edward Lionheart, und als dessen Tochter war Rachael Stirling, Diana Riggs Tochter, zu sehen.

Die Bühnenadaption unterscheidet sich mehrfach von der Filmvorlage. Beispielsweise repräsentieren die Kritiker hier die großen britischen Zeitungen wie The Guardian oder The Times. Auch wurde die Anzahl der Morde reduziert und die Polizeibeamten mehr oder weniger völlig aus der Handlung gestrichen. Auch der Name von Lionhearts Tochter wurde von „Edwina“ in „Miranda“ geändert, um den shakespeareschen Einfluss auszubauen.

Das Stück lief von Mai bis September 2005 im Londoner Royal National Theatre.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Vincent Price bezeichnete Theater des Grauens als seinen persönlichen Favoriten unter allen Filmen, in denen er mitgewirkt hatte.
  • Während der Dreharbeiten verliebte Price sich in seine Schauspielkollegin Coral Browne. Die beiden heirateten noch während der Produktion.
  • Diana Rigg bezeichnete Theater des Grauens als ihren besten Film.
  • Der gesamte Film wurde an Schauplätzen in und um London gedreht. Keine einzige Szene wurde in einem Studio gefilmt.
  • Das verfallene Theater, das Lionheart als Versteck diente, ist eigentlich das 1906 erbaute Putney Hippodrome. Als es für den Film als Drehort ausgewählt wurde, war es bereits seit vierzehn Jahren geschlossen gewesen. 1975 wurde es schließlich abgerissen.
  • Für die Darstellung der acht grausamen Morde wurden mehr als 22,7 Liter Filmblut verbraucht („6 Gallonen“).
  • Edward Lionhearts Gedenkstätte ist eigentlich das Grabmal des englischen Bildhauers Robert William Sievier. Die Skulptur zeigt den Künstler sitzend, die rechte Hand auf dem Kopf einer vor ihm knienden jungen Frau und in der linken Hand eine aufgeschlagene Bibel. Für die Dreharbeiten wurden über die Gesichter des Künstlers und der Frau Gipsmasken mit den Zügen von Vincent Price und Diana Rigg drapiert, und die Bibel wurde zu einem Shakespeare-Band umgestaltet.
  • Das Bildnis des elisabethanischen jungen Mannes mit schwarzem Mantel und weißen Strümpfen, das für die Eröffnungssequenz des Films benutzt wurde und nach dem auch der im Film verwendete Kritikerpreis modelliert wurde, ist das Gemälde Young Man Among Roses von Nicholas Hilliard (1547 – 1619) und ist Teil der Sammlung im Victoria & Albert Museum in London.

Ehrungen[Bearbeiten]

Golden Scroll 1975
  • nominiert:
    • Bester Horrorfilm

Weblinks[Bearbeiten]