Theaterplatz (Dresden)

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Blick vom Hausmannsturm (Residenzschloss Dresden) über den Theaterplatz zur Semperoper
360°-Blick über den Theaterplatz

Der Theaterplatz in Dresden ist ein historischer Platz der Stadt und durch seine Bebauung sehr berühmt. Er liegt im Westen der Inneren Altstadt.

Name[Bearbeiten]

Der Theaterplatz ist der Platz vor der Dresdner Semperoper, dem ehemaligen Hoftheater; davon leitet sich auch sein Name ab. In der Zeit des Nationalsozialismus hieß er Adolf-Hitler-Platz.[1]

Lage[Bearbeiten]

Der Theaterplatz befindet sich an der Sophienstraße zwischen Postplatz und Augustusbrücke. Er grenzt unmittelbar an den Prallhang des Elbbogens vor der Dresdner Altstadt und ist damit erhöht über der Elbe. Über die Auffahrt zur Augustusbrücke ist vom Theaterplatz ein weiter Blick über die Elbe bis in die Dresdner Heide möglich.

Bebauung[Bearbeiten]

Im Gegensatz zum Altmarkt oder Neumarkt befand sich der Theaterplatz nicht innerhalb des historischen Stadtkerns, sondern westlich am Rand. Bürgerliche Bebauung gibt es daher am Theaterplatz sehr wenig.

Im Norden beginnend, trennt das Italienische Dörfchen den Theaterplatz von der Elbe. Das Gebäude ist eines der jüngsten am Platz und wurde von Hans Erlwein erbaut. Der bekanntere Erlweinspeicher, ein technisches Bauwerk, ist vom Theaterplatz ebenfalls zu erkennen.

Südöstlich trennt die Sophienstraße mit der Auffahrt zur Augustusbrücke das Italienische Dörfchen von der Katholischen Hofkirche. Sie ist das einzige vollkommen barocke Bauwerk am Platz. Eine kleine Gasse trennt die 1980 zur Kathedrale geweihte Kirche vom Residenzschloss. Dieses wurde häufig erweitert und umgestaltet und zeigt dem Theaterplatz keine eindeutig einzuordnende Fassade zu.

Ebenfalls durch die Sophienstraße werden Schloss und Altstädtische Hauptwache sowie Zwinger getrennt. Die Altstädter Wache ist von Karl Friedrich Schinkel erdacht und so der Schinkelschule (auch Berliner Klassizismus) zuzuordnen. Die westsüdwestlich angrenzende Sempergalerie des Zwingers weist eine Fassade im Stil der Neorenaissance auf.

Im Nordwesten schließt dann das berühmteste Werk Gottfried Sempers an: Die Semperoper, von der mittlerweile der dritte Bau am Platz steht, wurde in zwei Entwürfen von Semper geplant und erstmals 1838 bis 1841 an dieser Stelle erbaut. Ursprünglich im Stil der Neorenaissance, ist das zweite Bauwerk, das nach alten Plänen bis 1985 wieder hergestellt wurde, in einem gemischten Stil aus Neoklassik und Neorenaissance gebaut.

Bis 1945 befand sich an der Nordseite des Platzes das Staatliche Fernheiz- und Elektrizitätswerk.

Künstlerische Ausgestaltung[Bearbeiten]

Das von Johannes Schilling geschaffene König-Johann-Denkmal prägt den Theaterplatz

Die Gestaltung des Theaterplatzes wird durch das bronzene Reiterstandbild des sächsischen Königs Johann geprägt, das 1889 von Johannes Schilling geschaffen wurde.

Brunnen und Carl-Maria-von-Weber-Denkmal, im Hintergrund sind unter anderem die Katholische Hofkirche, das Residenzschloss und die Altstädtische Hauptwache erkennbar.

Vor der Sempergalerie, die die Gemäldegalerie Alte Meister beherbergt, befinden sich zwei runde Brunnen mit je einer Mittelfontäne aus der Zeit um 1860. Die Entwürfe stammen vermutlich von Semper. Die Brunnen haben einen Durchmesser von zehn Metern. Die Umwandlungen und die Grundflächen bestehen aus Sandstein. Zwischen Gemäldegalerie und Zwingerwall steht ein Denkmal von Ernst Rietschel aus dem Jahr 1858. Die überlebensgroße Bronzeplastik stellt den Komponisten Carl Maria von Weber dar. Ursprünglich stand das Denkmal am Nordrand des Theaterplatzes vor dem ehemaligen Hotel Bellevue, das westlich des Italienischen Dörfchens stand. Das Hotel wurde im Februar 1945 bei den Luftangriffen auf Dresden zerstört.[2]

Verkehr[Bearbeiten]

Über die Sophienstraße rollt begrenzt Durchgangsverkehr über den Platz. Vor der Hofkirche befindet sich die Haltestelle Theaterplatz, an der die drei Straßenbahnlinien 4, 8 und 9 verkehren.

Besondere Bedeutung besitzt der Platz als Startpunkt für Stadtrundfahrten und zum Aussteigen von Städtereisenden bei Busreisen. Auf dem Platz kreuzt eine Straße, die die Sophienstraße mit dem für den Innenstadtverkehr bedeutsamen Terrassenufer verbindet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Theaterplatz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Deutsche Fotothek: Dresden-Altstadt. Adolf-Hitler-Platz (Theaterplatz) während der Kundgebung am 1. Mai 1934.
  2. Kunst im öffentlichen Raum. Informationsbroschüre der Landeshauptstadt Dresden, Dezember 1996.

51.05402777777813.736033333333Koordinaten: 51° 3′ 15″ N, 13° 44′ 10″ O