Theo Siegert

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Theo Siegert (* 8. April 1947 in Düsseldorf) ist ein deutscher Betriebswirt, Manager und Familienunternehmer.

Familie und Schule[Bearbeiten]

Aus einem alten Düsseldorfer Handelshaus stammend besucht der Sohn des Kaufmanns Friedrich Siegert und seiner Ehefrau Lieselotte Langenohl in den Jahren von 1953 bis 1957 die evangelische Volksschule in Büderich. Danach ging er ab 1957 an das Humboldt-Gymnasium Düsseldorf und erlangte am 4. Februar 1966 dort das Abitur.

Lehre und Studium[Bearbeiten]

Es folgte eine zweieinhalbjährige Banklehre, die er am 30. September 1966 mit der Prüfung zum Kaufmannsgehilfen abschloss. Ab Herbst 1967 studierte er das Fach Betriebswirtschaftslehre bis Mitte 1968 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Dieses Studium setzte er ab Herbst 1968 bis Mitte 1969 an der Universität Freiburg fort. Es folgte eine Fortsetzung des Studiums an der Universität München ab Herbst 1969 bis Mitte 1972. Am 19. Dezember 1972 bestand er die Prüfung zum Diplom-Kaufmann.

Promotion[Bearbeiten]

Die folgende Tätigkeit führte zur Promotion, mit der er mit dem Thema Eigenarten betrieblicher Leistungen - Ein Beitrag zur theoretischen Bankbetriebslehre am 22. Juli 1974 die Prüfung zum Dr. oec. publ. erlangte. Referent der Prüfung war Robert Wittgen, Korreferent Karl Oettle.

Berufliche Stationen[Bearbeiten]

Im Jahr 1975 nahm er eine Beschäftigung bei dem Mischkonzern Franz Haniel & Cie. GmbH auf.[1] Im Jahre 1978 übernahm er dort die Leitung einer Abteilung für Unternehmensplanung. Die kaufmännische Führung in dem Tochterunternehmen Haniel Umweltschutz GmbH hatte er ab 1981 inne. Ab 1986 wurde er Mitglied der Geschäftsleitung der Franz Haniel & Cie GmbH, um dann 1994 stellvertretendes Mitglied im Vorstand zu werden. Dort leitete er die Geschäftsfelder Corporate Finance, Mergers & Acquisitions und Recht. Zwei Jahre später ernannte man ihn zum ordentlichen Mitglied des Vorstandes.

Im Jahre 1997 ernannte ihn die Universität München zum Externen Lehrbeauftragten und Honorarprofessor. Seine Vorlesungen hält er im Bereich der Finanzanalyse und der Unternehmensführung am Institute for Information, Organisation and Management Lehrstuhl Arnold Picot.[2]

Als der Vorsitzende des Vorstandes Günther Hülse im Dezember 2004 verstarb, rückte er am 1. Mai 2005 auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden nach.[3]Schon nach acht Monaten räumte er diesen Posten, weil sich die Konzernleitung für den ehemaligen Vorsitzenden von DaimlerChrysler Eckhard Cordes als neuen Vorstandsvorsitzenden entschieden hatte.[4]

Nachdem er bereits 1993 nach dem Tod des Vaters als persönlich haftender Gesellschafter in das Unternehmen eingestiegen war, übernimmt er 2006 die Position eines geschäftsführenden Gesellschafters bei der alten familieneigenen Firma de Haen-Carstanjen & Söhne in Düsseldorf, bereits in sechster Generation. Im April 2009 wurde bekannt, dass Siegert größter Privataktionär der Schweizer Nationalbank ist.[5]

Theo Siegert ist Mitglied in den Aufsichtsräten und vergleichbaren Aufsichtsgremien der folgenden Firmen (Stand April 2009, Auswahl): Deutsche Bank AG, ERGO AG, Merck KGaA, DKSH Holding Ltd.[6], E. Merck KG, Henkel AG & Co. KGaA., E.ON AG.[7] Daneben ist er auch stellvertretender Vorsitzer im Vorstand des renommierten Industrie-Club Düsseldorf.[8]

Kennziffer zur Wertsteigerung eines Betriebes[Bearbeiten]

Er erstellte eine Formel zur Berechnung einer Kennziffer innerhalb der Theorie der Wertschöpfung im Ausdruck von Economic Value Added (EVA). Diese EVA-Kennzahl gibt die jährliche Wertsteigerung in der Betriebswirtschaft eines Betriebes an. Diese Methode liegt in der Berechnung der Differenz aus dem Überschuss des Betriebs in einem Jahr abzüglich der zu erwartenden Zinsberechnung des Eigenkapitals. Das Eigenkapital setzt sich dabei aus der Summe des jeweiligen Stammkapitals und der diesbezüglichen jährlichen Investition zusammen. Diese Differenz wird, falls positiv, als ein echter Mehrwert-Gewinn von Siegert betrachtet. [9]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Mergers & Acquisitions - Ein Strategisches Instrument Mit Hans Georg Willers, in: Hrbert A. Hnzler (Hrfsg.), Handbuch Strategische Führung, Wiesbaden 1988
  • "Anforderungen großer Unternehmen an die Bank des Jahres 2000", in: Bernd Lüthje, Bankstrategie 2000 : Geschäftsphilosophien, organisatorische Vorbereitungen, Planungsansätze, Bonn 1993
  • Strategische Führung: Die finanzielle Dimension, in: Siegwart (Hrsg,) et al, Meilensteine im Management, Band IV, Stuttgart 1994
  • Humankapital: Erfolgsmessung und Partizipation, in: Wolfgang Bühler, Theo Siegert (Hrsg.), Unternehmenssteuerung und Anreizsysteme. Kongressdokumentation 52. Deutscher Betriebswirtschafter-Tag 1998, Stuttgart 1999
  • Entwicklungstendenzen der wertorientierten Geschäftsfeld-Steuerung, in: Hans H. Hinterhuber et al., Die Zukunft der diversifizierten Unternehmung, München 2000
  • Wertorientierte Unternehmensführung: Die Folgegeneration bei Haniel, in: Klaus Macharzina, Heinz-Joachim Neubürger, Wertorientierte Unternehmensführung: Strategien - Strukturen - Controlling, Stuttgart 2002, S. 45-44
  • Die Finanzierung von M & A - Transaktionen mit Silke Landwehrmann, in: Volker Triebel (Hrsg.), Mergers & Acquisitions, Heidelberg 2004
  • Erfolgreich ohne Aktienmarkt, in: Harald Hungenberg (Hrsg.), Handbuch strategisches Management, Wiesbaden 2005, S. 357-374
  • Firmen kaufen und verkaufen : ein M&A-Leitfaden für Unternehmer und Manager mit Peter Gomes und Bruno Weber, Frankfurt/Main 2007

Mitgliedschaft[Bearbeiten]

  • bis 20. Juni 2002: Aufsichtsrat der Commercial Pharmaceutique (O.C.P.) S.A., Saint-Ouen/Frankreich
  • 29. April 2004 bis 27. April 2006: Aufsichtsratsvorsitzender der Celesio AG
  • 4. Juni 2004 bis Februar: Aufsichtsratsvorsitzender der Metro AG Düsseldorf[10]
  • 3. Mai 2005 bis 31. Mai 2006: Aufsichtsrat der Takkt AG
  • 30. Juni 2006: Aufsichtsrat der Merck Group
  • 16. Juli 2006: Aufsichtsrat der Deutschen Bank.[11][12]
  • 2009: Industrie-Club e.V. Düsseldorf[13] Düsseldorf[14]
  • 2009: Aufsichtsrat der Ergo Versicherungsgruppe AG
  • 2009: Aufsichtsrat der E.ON AG[15]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Munzinger-Archiv 2005
  2. [1]
  3. Ulrich Viehöver, Die EinflussReichen Henkel, Otto und Co - wer in Deutschland Geld und Macht hat, Frankfurt/Main 2006, S. 100
  4. Letzter Zugriff 26. April 2009
  5. http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Deutscher-Professor-ist-groesster-SNBPrivataktionaer/story/27015648 Letzter Zugriff 26. April 2009
  6. http://www3.dksh.com/applications/dksh/com/eng/home.nsf/contentview/48256F6500343F44C1256F25004ABE6B Letzter Zugriff 30. Juli 2009
  7. http://www.eon.com/de/investoren/1115.jsp Letzter Zugriff 30. Juli 2009
  8. http://www.industrie-club.de/index.php?id=328 Letzter Zugriff 10. Februar 2012
  9. Karl-Heinz Groll, Das Kennzahlensystem zur Bilanzanalyse : Ergebniskennzahlen - Aktienkennzahlen - Risikokennzahlen, München 2004, S.74
  10. http://investing.businessweek.com/businessweek/research/stocks/private/person.asp?personId=8359608&privcapId=874915&previousCapId=410467&previousTitle=Deutsche%20Bank%20AG
  11. http://www.reuters.com/finance/stocks/officerProfile?symbol=DB.N&officerId=942011
  12. http://www.thaipr.net/nc/readnews.aspx?newsid=F40CAA4A690C874ED8C591F1003A0E30
  13. http://www.industrie-club.de/impressum,en.htm Letzter Zugriff 30. April 2009
  14. http://www.industrie-club.de/home,de.htm?PHPSESSID=d6acca2ab42594ecc204d0a818e2feeb
  15. http://www.eon.com/de/investoren/1118.jsp Letzter Zugriff 30. April 2009