Theodor Busse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Busse als Oberbefehlshaber der 9. Armee (1. von rechts) bei Lagebesprechung mit Hitler

Theodor Busse (* 15. Dezember 1897 in Frankfurt (Oder); † 21. Oktober 1986 in Wallerstein) war ein deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie im Zweiten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten]

Busse trat 1915 als Offiziersanwärter in das Grenadier-Regiment „Prinz Carl von Preußen“ (2. Brandenburgisches) Nr. 12 ein, erlebte das Kriegsende als Leutnant und wurde in die Reichswehr übernommen. Bei Hitlers Machtübernahme 1933 hatte er den Dienstgrad Oberleutnant inne und wurde bis Kriegsbeginn 1939 zum Oberstleutnant im Generalstab des Heeres befördert.

Im Oktober 1940 wurde Busse Erster Generalstabsoffizier (Ia) der 11. Armee, die 1941 unter das Kommando von Erich von Manstein kam. Im Frühjahr 1943 war er zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Süd und im März 1943 zum Generalmajor ernannt worden. Nur sechs Monate später erfolgte die Beförderung zum Generalleutnant.

Im Spätsommer 1944 erhielt Busse zunächst das Kommando über die 121. Infanterie-Division, und wurde vier Wochen später zum Kommandierenden General des I. Armeekorps ernannt. Die Beförderung zum General der Infanterie erfolgte am 9. November 1944. Nach dem sowjetischen Durchbruch bei Baranów wurde er im Januar 1945 zum Oberbefehlshaber der 9. Armee ernannt, die er während der Oder-Neiße-Schlacht und dem Kampf um Berlin befehligte.

Am 24. April wurden Busse und ungefähr 200.000 deutsche Soldaten von der Roten Armee im Kessel von Halbe eingeschlossen. Obwohl man ihm die Kapitulation angeboten hatte, befahl Busse seinen letzten gepanzerten Truppen, den rettenden Weg nach Westen freizukämpfen. Über Massow, Kummersdorf, Märtensmühle, Hennickendorf, Dobbrikow, Rieben und Beelitz-Schönefeld erreichten am Vormittag des 1. Mai diese Einheiten mit Busse und seinem Stab südlich von Beelitz die 12. Armee. Etwa 40.000 deutsche und 20.000 sowjetische Soldaten kamen ums Leben, über 100.000 Deutsche gingen in Kriegsgefangenschaft. Busse selbst setzte sich ab.

Im Juli 1945 wurde er dennoch von den US-Amerikanern gefasst und bis 1947 unter anderem im alliierten Strafgefängnis in Landsberg am Lech inhaftiert.

Später avancierte Busse in leitende Funktionen der Zivilverteidigung bzw. des Zivilschutzes und veröffentlichte mehrere militärhistorische Werke.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S.256