Theodor Duesterberg

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Alfred Hugenberg (links) und Theodor Duesterberg bei der Versammlung der Deutschnationalen zur Präsidentenwahl im Sportpalast in Berlin (März 1932)

Theodor Duesterberg (* 19. Oktober 1875 in Darmstadt; † 4. November 1950 in Hameln) war in der Weimarer Republik Spitzenfunktionär und langjähriger Vorsitzender des deutschnationalen paramilitärischen Stahlhelmbundes.

Leben[Bearbeiten]

Theodor Duesterberg wurde als Sohn des Generalarztes Georg Duesterberg und seiner Frau Elis (geb. Collmann) geboren. 1893 trat er nach einer Ausbildung in den Kadettenanstalten in Potsdam und Groß-Lichterfelde in die preußische Armee ein. 1900-1901 war er Mitglied des anlässlich des Boxeraufstands nach China entsandten ostasiatischen Expeditionskorps. Zwei Jahre später wurde Duesterberg zum Offizier ernannt.

Während des Ersten Weltkriegs war Duesterberg im Preußischen Kriegsministerium als Leiter der Abteilung Verbündete Heere tätig und wurde schließlich zum Oberstleutnant befördert.

Wahlwerbung für Duesterberg im Jahr 1932

Aus Protest gegen den Friedensvertrag von Versailles quittierte er den Dienst 1919, hörte Geschichtsvorlesungen an der Berliner Universität und beschloss, sich politisch zu engagieren. Im gleichen Jahr trat er der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) bei und wurde im Oktober zum Parteisekretär in Halle (Saale) ernannt. Er verließ die Partei aber 1923 nach mehreren Meinungsverschiedenheiten mit der Parteiführung wieder und schloss sich nun dem monarchistisch-nationalistischen Wehrverband Stahlhelm an. Duesterberg machte hier schnell Karriere, noch im Jahr seines Beitritts wurde er Führer des von ihm aufgebauten Verbands Mitteldeutschland und ein Jahr später bereits gemeinsam neben Franz Seldte einer der beiden Bundesführer.

„Der Stahlhelm und Hitler“ von Duesterberg aus dem Jahre 1949.

1929 initiierte der Stahlhelm gemeinsam mit der DNVP und der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) ein Volksbegehren gegen den Young-Plan. Zwei Jahre später setzte sich Duesterberg für die Zusammenarbeit des Stahlhelms mit DNVP, NSDAP und anderen anti-republikanischen Gruppierungen der extremen Rechten in der recht brüchigen Harzburger Front ein. 1932 wurde Duesterberg von der DNVP als Kandidat für das Amt des Reichspräsidenten aufgestellt, schnitt jedoch, vielleicht beeinflusst durch die Diskreditierung von Seiten der NSDAP auf Grund seiner nicht rein „arischen Herkunft“ („Vierteljude“), mit 6,8 % der Stimmen im ersten Wahlgang schlecht ab und zog seine Kandidatur zurück. Trotz der Kampagne wurde ihm 1933 ein Posten im überstürzt gebildeten[1] Kabinett Hitler als Arbeitsminister angeboten, den dann aber Franz Seldte einnahm. Auf Grund der Gleichschaltung des Stahlhelms gab Duesterberg den Vorsitz dort auf.

Während des von den Nationalsozialisten so genannten Röhm-Putschs wurde Duesterberg 1934 kurzfristig im Konzentrationslager Dachau gefangengehalten. Nach seiner Entlassung wurde es um seine Person ruhig. Es ist bekannt, dass er Kontakt zu Carl Friedrich Goerdeler suchte, jedoch nie Mitglied des Widerstands wurde.

1949 veröffentlichte er die Schrift Der Stahlhelm und Hitler, in der er seine politische Tätigkeit verteidigte und seine Distanz zum Nationalsozialismus hervorhob.

Schriften[Bearbeiten]

  • Der Stahlhelm und Hitler. Mit einem Geleitwort von Wolfgang Müller. Wolfenbütteler Verlagsanstalt, Wolfenbüttel und Hannover 1949

Quellen[Bearbeiten]

  1. Heinrich Brüning: Memoiren 1918 - 1934, Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart, 1970, S. 467

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]