Theodor I. (Byzanz)

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Theodor I. Laskaris bzw. Theodoros I. Laskaris (griechisch Θεόδωρος Α’ Λάσκαρης, * um 1174; † 1222) war byzantinischer Kaiser im Exil in Nikaia.

Leben[Bearbeiten]

Er wurde der Schwiegersohn des Kaisers Alexios III. und zeichnete sich bei der Verteidigung Konstantinopels gegen die christlich-lateinischen Kreuzritter während des Vierten Kreuzzuges von 1203 bis 1204 aus. Nach der Eroberung der Stadt scharte er in Bithynien eine Gruppe von Flüchtlingen um sich und ließ sich in der Stadt Nikaia nieder, die dadurch zum Sammelpunkt für seine Landsleute wurde.

Er war zwar von der Gefahr einer Invasion durch die Armee der Lateiner befreit, die ihn 1204 geschlagen hatte, wurde aber nach Europa gerufen, um bulgarische Übergriffe zu bekämpfen. Theodor setzte seinen Ehrgeiz darein, einen neuen byzantinischen Staat in Kleinasien aufzubauen, und nahm im Jahre 1206 den Kaisertitel an.

In den nächsten Jahren war er in seinem jungen Staat von Feinden umgeben. Er hielt sich hartnäckig in Verteidigungskriegen gegen den lateinischen Kaiser Heinrich von Flandern, schlug seinen Rivalen Alexios I. von Trapezunt und führte einen erfolgreichen Gegenangriff auf Kai Chosrau I., den Sultan von Rum, der durch den abgesetzten Alexios III. zum Krieg gegen ihn angestiftet worden war.

Theodors krönender Sieg gelang ihm 1210 in einer Schlacht bei Antiochia in Pisidien, als er Alexios gefangen nahm und die Stadt selbst den Türken entriss.

Gegen Ende seiner Herrschaft regierte er ein Gebiet, das grob den römischen Provinzen Asia und Bithynien entsprach. Obwohl es keinen Beweis von politischer Qualität von ihm gibt, ermöglichte er dennoch durch seinen Mut und sein militärisches Geschick der byzantinischen Nation das Überleben.

Verwandtschaft[Bearbeiten]

Er heiratete in erster Ehe die geschiedene Anna Komnene Angeloi († 1212), eine Tochter des Alexios III. Angelos, Kaiser von Byzanz (1195–1203) und der Euphrosyne Dukaina Kamatera (* um 1143, † um 1211), einer Tochter des Andronikos Dukas Kamateros († 1185, hingerichtet) und der Ne Kantakuzene [1], die 1199 in zweiter Ehe Theodor I. Laskaris geheiratet hatte.

Am 24. November 1214 heiratete ihr Vater in zweiter Ehe Philippa von Armenien (* 1183, geschieden 1216, † vor 1219), Tochter von Ruben III., Herrscher des Armenischen Königreichs von Kilikien aus dem Haus der Rubeniden.

Er heiratete in dritter Ehe Maria von Courtenay, die Tochter von Peter von Courtenay aus dem Haus der Kapetinger und Jolante von Flandern. Letztere hatte als Regentin des Lateinischen Kaiserreiches 1217–1219 mit ihm Frieden geschlossen und wurde 1222 Regentin des Kaiserreiches Nikaia.

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus dieser Ehe gingen hervor:

1222 verlobt mit Robert von Courtenay
∞ 1.) Friedrich II. „der Streitbare“ Herzog von Österreich und der Steiermark (1230 – 1246)
∞ 2.) v. 1230 Anseau de Cayeux, 1238 Regent des Lateinischen Kaiserreiches von Konstantinopel, † n. 1240.)
∞ 1.) 1212 mit Konstantin Dukas Palaiologos, Despotes , † um 1212
∞ 2.) um 1212 mit Johannes III. Dukas Vatatzes (Batatzes), der als Nachfolger seines Schwiegervaters 1222 bis 1254 Kaiser von Byzanz zu Nikaia war.
∞ 1216 Bela IV. „Venerabilis“, König von Ungarn (1235–1270), (* November 1206, † 3. Mai 1270) aus dem Haus der Arpaden

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Foundation for Medieval Genealogy, Byzantine nobility, Kamateros

Literatur[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Alexios V. Kaiser von Byzanz
12041222
Johannes III.