Theodor Osterkamp

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Theodor Osterkamp (1918)
Theo Osterkamp 1936 als Major und Kommandant des Fliegerhorstes Werl, dessen erster Kommandant er war

Theodor Osterkamp (* 15. April 1892 in Rölsdorf[1]; † 2. Januar 1975 in Baden-Baden) war ein erfolgreicher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg in der Kaiserlichen Marine und im Zweiten Weltkrieg Generalleutnant der Luftwaffe der Wehrmacht. Der mit Manfred von Richthofen befreundete Osterkamp errang im Ersten Weltkrieg 32 Luftsiege. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er als Kommodore des Jagdgeschwaders 51 in der Luftschlacht um England, wo er weitere sechs Luftsiege errang.

Leben[Bearbeiten]

Osterkamp wurde als Sohn eines Fabrikbesitzers in Aschersleben geboren und besuchte das Gymnasium in Dessau. Seine Schulkameraden waren unter anderem die späteren Flieger Oswald Boelcke und Gotthard Sachsenberg. Später studierte er Forstwirtschaft in Düren. Zu der Zeit wohnte er in Rölsdorf.

Osterkamp trat während des Ersten Weltkriegs am 14. August 1914 in das Marinefliegerkorps ein, wo er in der 2. Marine-Fliegerabteilung in Flandern 1915/16 diente. Zunächst als Beobachter, dann auch als Pilot. Als erster Flugzeugführer steuerte er 1917 ein Landflugzeug zu einem Aufklärungseinsatz nach Großbritannien. 1917 wurde er in der Kampffliegerschule in Putzig zum Jagdflieger ausgebildet und zu Sachsenbergs Marine-Jagdstaffel 1 versetzt. Im März 1917 unternahm er Flugversuche mit der Junkers J 7. Im Juni zum Leutnant zur See der Reserve befördert, übernahm Osterkamp am 15. Oktober 1917 die Führung der Marine-Jagdstaffel 2. Als erfahrener Jagdflieger nahm er am 11. Juli 1918 beim Vergleichsfliegen in Adlershof teil und testete die Junkers J 7 und die J 9. Osterkamp erzielte 32 Luftsiege und wurde am 2. September 1918 mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet. Vorher hatte er bereits beide Klassen des Eisernen Kreuzes sowie das Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern erhalten.

Theo Osterkamp mit Braut 1933

Am 14. Februar 1919 wurde Osterkamp Ehrenmitglied des Anhaltischen Vereins für Luftfahrt. Im gleichen Jahr kämpfte er mit anderen Freiwilligen, darunter den Jagdfliegern Josef Jacobs und Gotthard Sachsenberg, als Flugzeugführer beim Kurland-Geschwader gegen die Rote Armee. Am 21. Januar 1920 wurde Osterkamp aus dem Militärdienst verabschiedet.[2]

Seit 1927 arbeitete er als Stationsleiter an der Seeflugstation Kiel-Holtenau der Luftdienst GmbH und übernahm 1931 die gleiche Funktion bei der Seeflugstation Norderney. 1933 reaktiviert, übernahm Osterkamp eine führende Rolle beim Aufbau der neuen Luftwaffe und stellte unter anderem die Jagdfliegerschule 1 in Werneuchen bei Berlin auf. Er nahm auch an zivilen Flugwettbewerben der Fédération Aéronautique Internationale teil, wo er 1930 den 11., 1932 den 12. und 1934 den 5. Platz errang. 1938 veröffentlichte Osterkamp eine Autobiographie (Du oder Ich. Deutsche Jagdflieger in Höhen und Tiefen).

Theo Osterkamp mit Gattin vor einer Me 108 Taifun

Am 19. September 1939 wurde Oberst Osterkamp Geschwaderkommodore des Jagdgeschwaders (JG) 51. Während des Westfeldzugs errang er vier Luftsiege, den ersten am 12. Mai 1940. Am 22. August 1940 erhielt er das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.[1] Beim „Kanalkampf“ während der Luftschlacht um England erzielte er weitere zwei Abschüsse. Im Juli 1940 übergab Osterkamp Werner Mölders das Kommando über das JG 51. Osterkamp wurde zum Generalmajor befördert und war sodann Führer der Jagdflieger in der Luftflotte 2. Am 1. August 1942 übernahm Osterkamp mit der Beförderung zum Generalleutnant den Luftgaustab z.b.V. Afrika und war vom 5. April 1943 bis zu seiner Ablösung am 15. Juli durch Adolf Galland Jagdfliegerführer Sizilien. Nach einer Reihe weiterer Stabsverwendungen 1944 zum Inspekteur der Luftwaffen-Bodenorganisation ernannt, überwarf Osterkamp sich mit dem Oberkommando der Luftwaffe und wurde am 31. Dezember 1944 entlassen.

Er arbeitete bis 1945 als Forstmeister in Niedersachsen. Bis zu seiner Pensionierung 1966 arbeitete er als Geschäftsmann. Er verstarb am 2. Januar 1975.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hanns Möller: Geschichte der Ritter des Ordens «pour le mérite» im Weltkrieg. Band 2: M–Z. Verlag Bernard & Graefe. Berlin 1935. S. 97–98.
  • Karl-Friedrich Hildebrand, Chriastian Zweng: Die Ritter des Ordens Pour le Mérite des I. Weltkriegs. Band 2: H–O. Biblio Verlag. Bissendorf 2003. ISBN 3-7648-2516-2. S. 533–534.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Theodor Osterkamp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939-1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 579.
  2. Marine-Offizier-Verband (Hrsg.): Ehrenrangliste der Kaiserlich Deutschen Marine. 1914–18. Thormann & Goetsch. Berlin 1935. S. 960.