Theodor Schneider

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Theodor Schneider 1970

Theodor Schneider (* 7. Mai 1911 in Frankfurt am Main; † 31. Oktober 1988 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Mathematiker, der insbesondere für seinen Beweis des Satzes von Gelfond-Schneider bekannt ist. Dieser Satz gibt hinreichende Bedingungen dafür an, dass eine Potenz mit irrationalem Exponenten eine transzendente Zahl ist.

Leben[Bearbeiten]

Theodor Schneider studierte von 1929 bis 1934 in Frankfurt am Main und löste in seiner Dissertation 1934 bei Carl Ludwig Siegel das siebte Hilbertsche Problem, das seitdem auch Satz von Gelfond-Schneider genannt wird, nach ihm und Alexander Gelfond, der es gleichzeitig löste.[1] Hilbert selbst hatte dieses Problem in seiner Schwierigkeit noch über die fermatsche Vermutung und riemannsche Vermutung gestellt. 1935 war er außerplanmäßiger Assistent an der Universität Frankfurt, wegen politischer Unzuverlässigkeit wurde ihm jedoch die Habilitation verweigert (er war zwar SA-Mitglied geworden, um überhaupt eine Anstellung an der Universität zu bekommen, besuchte aber nicht die vorgeschriebenen politischen Veranstaltungen)[2]. In Frankfurt verweigerte man ihm 1938 ohne Angabe von Gründen die Habilitation. Er ging darauf als Assistent (ab 1939) von Carl Ludwig Siegel nach Göttingen, wo er 1939 habilitiert wurde, 1940 Dozent (ohne Diäten) wurde und, abgesehen von einer Unterbrechung durch den Kriegsdienst 1940 bis 1945 im Wetterdienst, bis 1953 blieb. 1945 wurde er Assistent und Privatdozent in Göttingen und 1951 Oberassistent. 1947/48 vertrat er einen Lehrstuhlinhaber in Münster (Westfalen). Von 1953 bis 1959 war er Professor in Erlangen und schließlich von 1959 bis zu seiner Emeritierung 1976 Professor in Freiburg. Zu Beginn seiner Zeit in Freiburg war er von 1959 bis 1963 Direktor des Mathematischen Forschungsinstitut Oberwolfach.

Ab 1970 war er korrespondierendes Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften. 1984 erhielt er in Frankfurt die Goldene Doktorurkunde.

Schüler[Bearbeiten]

Studierende bei Theodor Schneider waren:[3]

Werke[Bearbeiten]

  • Einführung in die Theorie der transzendenten Zahlen, Springer 1957 (französische Übersetzung 1959)
  • Transzendenzuntersuchungen periodischer Funktionen, Teil 1,2, Journal für Reine und Angewandte Mathematik, Bd.172, 1934, S. 65-69, 70-74, Online: Teil 1, Teil 2 (seine Dissertation, in der er die siebte Hilbert-Vermutung löste)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schneider: Transzendenzuntersuchungen periodischer Funktionen, Teil 1,2, Journal für Reine und Angewandte Mathematik, Bd.172, 1934, S. 65-69, 70-74
  2. Wolfgang Schwarz, Jürgen Wolfart Zur Geschichte des Mathematischen Seminars der Universität Frankfurt, 2002, S.29, 83. Schneider durfte auch nicht zum Internationalen Mathematikerkongress 1936 nach Oslo fahren, trotz seines wissenschaftlichen Durchbruchs.
  3. The Mathematics Genealogy (engl.)