Theodor von Holleben

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Theodor von Holleben
Holleben mit Hund

Theodor von Holleben (* 16. September 1838 in Stettin; † 31. Januar 1913 in Charlottenburg)[1] war ein kaiserlich-deutscher Diplomat und Politiker.

Leben[Bearbeiten]

Er entstammte dem alten sächsisch-thüringischen Adelsgeschlecht von Holleben. Studium von 1857 bis 1869 in Heidelberg, Berlin, Göttingen in den Fächern Jura, Volkswirtschaft und Geschichte. Im Dez. 1867 Promotion zum Dr. iur.. Als Student war Holleben Mitglied des Corps Vandalia in Heidelberg. Seit dem 1. August 1870 Militärdienst (Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71); Febr. 1871 Sekonde-Lieutenant, Sept. 1872 Premier-Lieutenant d. R.; Aug. 1889 Rittmeister d. R.. Holleben wechselte bald in den diplomatischen Dienst mit seiner Kommandierung Anfang 1872 als Attaché ins Auswärtige Amt. Ab Sept. 1872 war er in dieser Funktion an der Gesandtschaft in Peking tätig, die er auch wiederholt kommissarisch leitete. Als Legationssekretaer wurde er im Nov. 1874 an die Ministerresidentur in Tokio versetzt, deren kommissarische Leitung er bis Herbst 1875 übernahm. 1875-85 war er Ministerresident in den sog. La Plata-Staaten Argentinien, Uruguay und Paraguay mit Dienstsitz in Buenos Aires.

Im Jahr 1885 wurde er Gesandter in Tokio (Japan), 1891 in den Vereinigten Staaten und 1893 in Stuttgart (Königreich Württemberg). 1895 wurde er Wirklicher Geheimrat. In den Jahren 1897 bis 1903 war er kaiserlich deutscher Botschafter in den Vereinigten Staaten und wurde 1904 Vizepräsident der Deutschen Kolonialgesellschaft. Von 1906 bis zu seinem Tod im Jahr 1913 war er Mitglied des Preußischen Herrenhauses. Im Jahr 1910 unternahm Holleben eine mehrmonatige Ostasienreise durch China und Japan.

Quellen[Bearbeiten]

Nachlass ist 2011 ans Bundesarchiv Berlin abgegeben worden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Frank Lambach: Der Draht nach Washington. Von den ersten preussischen Ministerresidenten bis zu den Botschaftern der Bundesrepublik Deutschland. Köln 1976, S. 57-63
  • Hans Schwalbe/Heinrich Seemann (Hrsg.): Deutsche Botschafter in Japan 1860-1973. Tokyo: OAG, 1974, hier sein Porträt: S. 36-47
  • Die Mitglieder der Vandalia zu Heidelberg nach dem Stande vom 29. September 1935. [Berlin 1936], S. 87
  • Rolf-Harald Wippich: Ein Husar in Ostasien. Theodor von Holleben als Diplomat und Kolonialfunktionaer in China und Japan", Tokyo: OAG, 2012

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freiburger Zeitung vom 2. Februar 1913