Theodor von Kolde

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Theodor Ritter von Kolde (* 6. Mai 1850 in Friedland (Oberschlesien); † 21. Oktober 1913 in Erlangen) war ein evangelischer Kirchenhistoriker und Lutherforscher. Er wurde 1910 vom König von Bayern geadelt und war Geheimer Hofrat.

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Leben[Bearbeiten]

Kolde war der Sohn des Pfarrers Carl Kolde und besuchte das Gymnasium in Oels. Er studierte an den Universitäten Breslau und Leipzig unter anderem bei Hermann Reuter. Seine wissenschaftliche Arbeit widmete er vor allem der Geschichte der Reformation, so promovierte er an der Universität Halle über das Leben des Kanzlers Gregor Brück und habilitierte sich 1876 an der Universität Marburg über Martin Luthers Stellung zu Kirche und Konzil.

Berühmt sind seine Arbeiten zu Johann von Staupitz und die sogenannten Analecta Lutherana. Er begleitete die Weimarer Lutherausgabe äußerst kritisch. Von 1884 bis 1893 erarbeitete er eine zweibändige Biographie Luthers. 1880 wurde er Ordinarius für Historische Theologie an der Universität Erlangen. Hier lehrte er neben der Reformationsgeschichte auch Missionswissenschaft.

Er gilt als Initiator der bayerischen Kirchengeschichtsforschung, gründete dazu einen Verein und gab hierin ab 1895 die Beiträge zur bayerischen Kirchengeschichte heraus. Darüber hinaus schrieb er u.a. einige Biografie-Artikel für die Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerische Akademie der Wissenschaften. Er war Rektor der Universität Erlangen und langjähriges Mitglied deren Verwaltungsausschusses.

Theodor Kolde heiratete die Engländerin Anna Piper aus Ledbury (Herefordshire) im Jahr 1881 in Hamburg. Aus der Ehe gingen vier Söhne und drei Töchter hervor. Theodor Kolde war der Cousin des Architekten Max Kolde.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Theodor von Kolde – Quellen und Volltexte