Kirchliche Hochschule
Als kirchliche Hochschulen werden im Allgemeinen Hochschulen in kirchlicher Trägerschaft sowohl evangelischer wie katholischer Konfession bezeichnet. Katholische Hochschulen entstanden seit dem frühen 19. Jahrhundert als Antwort auf die Säkularisierung des allgemeinen Bildungswesens; evangelische Hochschulen sind in der Regel jüngeren Datums.[1] Sie sind in der Regel staatlich anerkannte wissenschaftliche Hochschulen und haben häufig einen Schwerpunkt in den Fächern Theologie, Philosophie, Sozialarbeit, Pflegewissenschaft oder Pädagogik.
Kirchliche Hochschulen (KiHo) im engeren Sinne sind ausschließlich evangelische Hochschulen in der Trägerschaft verschiedener Landeskirchen. Sie entstanden seit Beginn des 20. Jahrhunderts, vor allem aber nach dem Ende des Nationalsozialismus, als betont staatsferne Ausbildungsstätten für den theologischen und diakonischen Nachwuchs.
Inhaltsverzeichnis |
Deutschland [Bearbeiten]
Zurzeit (August 2012) gibt es in Deutschland 40 staatlich anerkannte Hochschulen in kirchlicher Trägerschaft, davon 11 Hochschulen mit Promotionsrecht, 21 Fachhochschulen ohne Promotionsrecht sowie 8 Kunst- und Musikhochschulen.[2]
Hochschulen mit Promotionsrecht [Bearbeiten]
Evangelisch [Bearbeiten]
Katholisch [Bearbeiten]
- Hochschule für Philosophie München
- Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Eichstätt und Ingolstadt
- Philosophisch-Theologische Hochschule der Salesianer Don Boscos, Benediktbeuern
- Philosophisch-Theologische Hochschule Münster
- Philosophisch-theologische Hochschule SVD in Sankt Augustin
- Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt am Main
- Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar, Vallendar
- Theologische Fakultät Fulda
- Theologische Fakultät Paderborn
- Theologische Fakultät Trier
Freikirchlich [Bearbeiten]
Fachhochschulen und Hochschulen ohne Promotionsrecht [Bearbeiten]
Evangelisch [Bearbeiten]
- Evangelische Hochschule Berlin
- Fachhochschule der Diakonie
- Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, Bochum
- Evangelische Hochschule Darmstadt, Darmstadt und Schwalmstadt-Treysa
- Evangelische Hochschule Dresden
- Evangelische Hochschule Freiburg, Freiburg im Breisgau
- Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie, Hamburg
- Internationale Hochschule Liebenzell (IHL), Bad Liebenzell
- Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen
- Evangelische Hochschule Tabor, Marburg
- Evangelische Fachhochschule für Religionspädagogik und Gemeindediakonie, Moritzburg
- Evangelische Hochschule Nürnberg
- Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg
Katholisch [Bearbeiten]
- Katholische Hochschule Freiburg, Freiburg im Breisgau
- Katholische Hochschule Mainz, Mainz
- Katholische Stiftungsfachhochschule München, München und Benediktbeuern
- Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW), Aachen, Köln, Münster und Paderborn
- Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Freikirchlich [Bearbeiten]
- Theologisches Seminar des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Wustermark-Elstal (baptistisch)
- Theologische Hochschule Friedensau (Siebenten-Tags-Adventisten)
- Freie Theologische Hochschule Gießen
- Internationale Hochschule Liebenzell (IHL), Bad Liebenzell
- Theologische Hochschule Reutlingen (evangelisch-methodistisch)
- Theologische Hochschule Ewersbach, Dietzhölztal (Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland)
Hochschulen für Kirchenmusik [Bearbeiten]
Evangelisch [Bearbeiten]
- Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth, Bayreuth
- Hochschule für Kirchenmusik Dresden, Dresden
- Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Halle, Halle an der Saale
- Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg, Heidelberg
- Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen, Herford
- Hochschule für Kirchenmusik Tübingen, Tübingen
Katholisch [Bearbeiten]
- Katholische Hochschule für Kirchenmusik Rottenburg, Rottenburg
- Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg, Regensburg
Ehemalige kirchliche Hochschulen [Bearbeiten]
- Kirchliche Hochschule Berlin-Zehlendorf, Berlin (1945–1992, aufgegangen in der ev.-theol. Fakultät der Humboldt-Universität Berlin.)
- Kirchliche Hochschule Hamburg (1948–1954, aufgegangen in der ev.-theol. Fakultät der Universität Hamburg)
- Die Kirchliche Hochschule in Naumburg (Saale) wurde 1949 unter der Bezeichnung Katechetisches Oberseminar gegründet und diente zur Ausbildung von Pfarrern und Katecheten für die evangelischen Kirchen der DDR. 1990 erhielt sie den Hochschulstatus. 1993 wurde sie auf Beschluss der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen aufgelöst.
- Die Kirchliche Hochschule Ostberlins, Sprachenkonvikt genannt, ging mit der Kirchlichen Hochschule Berlin-Zehlendorf zugunsten der Theologische Fakultät in die Humboldt-Universität zu Berlin ein.
- Die Kirchliche Hochschule in Leipzig, Theologisches Seminar genannt (nicht zu verwechseln mit dem Lutherisch-Theologischen Seminar), wurde in die Theologische Fakultät der Universität Leipzig integriert.
- Zum 1. Januar 2007 fusionierten die Kirchliche Hochschule Wuppertal und die Kirchliche Hochschule Bethel zur Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel (Hochschule für Kirche und Diakonie) (siehe Liste oben). Während sich der Arbeitsbereich Bethel auf Diakoniewissenschaften konzentriert, bildet der Arbeitsbereich Wuppertal Pfarrerinnen und Pfarrer aus.
- Evangelische Fachhochschule Hannover, seit 1. Januar 2007 in staatlicher Trägerschaft
- Katholische Hochschule für Soziale Arbeit Saarbrücken, seit 2009 Fakultät der staatlichen HTW
- Die Katholische Hochschule für Kirchenmusik St. Gregorius in Aachen wurde 2007 geschlossen.
- Die Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz in Görlitz wurde zum 1. August 2008 geschlossen
Österreich [Bearbeiten]
In Österreich kann die katholische Kirche aufgrund von Art. 5 § 1 des Konkordats theologische Lehranstalten errichten. Die Absolventinnen und Absolventen dieser theologischen Lehranstalten können nach § 93 Abs. 1 Z 3 des Universitätsgesetzes 2002 einen akademischen Grad erwerben, der von einer staatlichen Universität verliehen wird. Zu den theologische Lehranstalten zählt die Philosophisch-Theologische Hochschule St. Pölten.[3][4]
Die die Philosophisch-Theologische Hochschule Heiligenkreuz wurde abweichend davon durch einen Notenwechsel des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten und dem Heiligen Stuhl vom Staat als Hochschule mit Graduierungsrecht anerkannt.[5][6]
Die frühere theologische Hochschule in Linz hat eine Akkreditierung nach dem Universitäts-Akkreditierungsgesetz erworben und gilt daher nun als Privatuniversität (Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz). Auch davor nahm sie – anderes als dies Art. 5 § 1 des Konkordats vorzeichnet – mit Zustimmung des zuständigen Bundesministeriums ein selbständiges Graduierungsrecht in Anspruch.[7] Dies wurde in kirchenrechtlichen Veröffentlichungen kritisiert, da keine gesetzliche Rechtsgrundlage vorläge.[7]
Ferner hat die katholische Kirche private Pädagogische Hochschulen errichtet. Diese unterstehen den für private Pädagogische Hochschulen geltenden Rechtsvorschriften.
Schweiz [Bearbeiten]
In der Romandie ist eine Haute école de théologie protestante (HET-PRO) geplant, da sich das theologische Bildungsangebot an der Universität Lausanne Richtung Religionswissenschaft verschoben hat.[8]
Frankreich [Bearbeiten]
orthodox
Italien [Bearbeiten]
Russland [Bearbeiten]
- Geistliche Akademie Sankt Petersburg
- Moskauer Geistliche Akademie
- Orthodoxe Universität St. Tikhon [9]
- Orthodoxes Theologisches Institut St. Philaret [10]
- Hochschule für Theologie und Philosophie Sankt Petersburg [11]
Schweden [Bearbeiten]
katholisch
- Newmaninstitut Uppsala [12]
Türkei [Bearbeiten]
Ukraine [Bearbeiten]
USA [Bearbeiten]
Protestantisch
Katholisch
- Katholische Universität von Amerika, Washington, DC
- Catholic Distance University [13]
- DePaul University, Chicago, IL [14]
- Franciscan University of Steubenville [15]
- University of Notre Dame, South Bend, IN
Orthodox
- St. Vladimir’s Orthodox Theological Seminary
- Antiochian St. Athanasius Theological Academy [16]
- St. Elias School of Orthodox Theology [17]
Quellen [Bearbeiten]
- ↑ Friedhelm Golücke: Studentenwörterbuch. Das akademische Leben von A bis Z, Graz 1987, S. 259 f.
- ↑ Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz:Statistik nach Trägerschaft, abgerufen am 16. August 2012.
- ↑ Potz und Schinkele: Religionsrecht im Überblick. PDF
- ↑ Vergleiche auch den Studienplan (PDF) für das Diplomstudium der Katholischen Fachtheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten. Dieser sieht in § 4 ausdrücklich die Verleihung des akademischen Grades „Magister der Theologie” durch die Universität Wien vor.
- ↑ Notenwechsel des Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten und dem Heiligen Stuhl vom 13. März 2007 (GZ. BMeiA-AT.5.26.24/5-V.3/2007) und vom 22. März 2007 (GZ.BMeiA-AT.5.26.24/6-V.3/2007), zitiert nach der Fußnote 1 auf Seite 4 der Statuten der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz: Statuten (PDF)
- ↑ Der Notenwechsel wurde nicht vom Nationalrat ratifiziert und nicht im Bundesgesetzblatt kundgemacht.
- ↑ a b Herbert Kalb: Die Katholisch-Theologische Universität Linz öaar 2000, 363
- ↑ http://www.livenet.ch/themen/leben/bildung_schule/218371-eine_evangelische_fachhochschule_fuer_die_romandie.html (abgerufen am: 25. Juni 2012).
- ↑ Vgl. http://en.pstgu.ru/
- ↑ Vgl. http://www.sfi.ru/
- ↑ Vgl. http://srph.ru/en/index.html
- ↑ Vgl. http://www.newman.se/
- ↑ Vgl. http://www.cdu.edu
- ↑ Vgl. http://www.depaul.edu
- ↑ Vgl. http://www.franciscan.edu
- ↑ Vgl. http://www.saaot.edu/
- ↑ Vgl. http://www.st-elias-school.org/
