Theoretische Philosophie
Die Theoretische Philosophie umfasst den Teilbereich der Philosophie, der sich aus den Disziplinen Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ontologie, Logik, Sprachphilosophie, Philosophie des Geistes, Naturphilosophie, Wissenschaftstheorie und Philosophie der Mathematik zusammensetzt. Der theoretischen Philosophie steht die Praktische Philosophie gegenüber, die die Disziplinen Ethik, Politische Philosophie, Sozialphilosophie, Rechtsphilosophie und Handlungstheorie umfasst. Umstritten ist beispielsweise die Einordnung der Ästhetik.
Die Disziplinen der theoretischen Philosophie eint die grundlegende Frage nach der Welt und ihrer Erkennbarkeit. In den Bereich der theoretischen Philosophie fallen somit u.a. die folgenden Fragen:
- Was gibt es? (Ontologie)
- Wie ist die Welt geordnet? (Metaphysik)
- Kann ich etwas erkennen? Worüber kann ich Wissen erlangen? (Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie)
- In welchem Verhältnis stehen Sprache und Wirklichkeit? (Sprachphilosophie)
- Wie passt das Mentale in die Welt? (Philosophie des Geistes, Leib-Seele-Problem)
- u.v.m.
Herkunft [Bearbeiten]
Die Unterscheidung zwischen theoretischer und praktischer Philosophie geht zurück auf Aristoteles. Er stellte der theoretischen Philosophie, welche sich auf zweckfreie Erkenntnis notwendiger Gründe richtet, die praktische Philosophie gegenüber, welche sich auf das zweckgebundene praktische und politische Handeln des Menschen bezieht – und zwar im Bereich dessen, was sich auch anders verhalten kann. Diese Unterscheidung wurde im 17. und 18. Jahrhundert – etwa von Christian Wolff – aufgegriffen. Interdisziplinäre Gebiete der Gegenwartsphilosophie widersetzen sich teilweise dieser Zweiteilung.