Theraphosinae

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Theraphosinae
Grammostola rosea, Weibchen mit Kokon

Grammostola rosea, Weibchen mit Kokon

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Theraphosinae
Wissenschaftlicher Name
Theraphosinae
Thorell, 1870

Die Theraphosinae ist die artenreichste Unterfamilie innerhalb der Vogelspinnen und beinhaltete annähernd 425 Arten und 52 Gattungen (Stand 2003). Viele kleine Arten wurden früher zu den Ischnocolinae gezählt. Weil diese Arten aber Reizhaare und einen gekielten Embolus enthalten, werden sie heute in die Unterfamilie Theraphosinae gestellt. [1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Verbreitung nach Schmidt (2003)

Diese Unterfamilie beinhaltet ausschließlich amerikanische Arten.[1] Das Verbreitungsgebiet der Theraphosinae erstreckt sich auf dem amerikanischen Doppelkontinent von den USA südwärts bis nach Südamerika.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Körperlängen der Spezies variieren von 12 mm (z. B. Apachepelma paloma) bis 11 cm (Theraphosa blondi).[1] Vertreter der Unterfamilie Theraphosinae werden auch als „Bombardierspinnen“ bezeichnet, und auch nur die Vertreter dieser Unterfamilie. In der Unterfamilie kommen keine baumbewohnenden Arten vor; baumbewohnende Vogelspinnen aus dem gleichen Verbreitungsgebiet gehören zu den Aviculariinae und Selenocosmiinae Simon, 1889.

Verhalten[Bearbeiten]

Das Verhalten der Arten in dieser Unterfamilie ist sehr vielfältig. Einige Arten bauen tiefe Röhren in das Erdreich, andere leben unter Baumwurzeln, Rindenstücken oder Steinen. [1]

Es gibt sehr defensive Arten, insbesondere die Gattungen Theraphosa, Acanthoscurria und Phormictopus.[1] Bei Störungen ziehen sie sich sehr schnell in ihre Wohnröhre bzw. -höhle zurück. Häufig bewerfen die Bombardierspinnen unter den Theraphosinae den Angreifer mit ihren Brennhaaren. Haben sie nicht die Möglichkeit zum Rückzug, gehen sie in Verteidigungs-/Drohstellung. Werden sie weiter provoziert, schlagen sie in der Regel erst drei- bis viermal mit den Vorderbeinen und den Tastern nach dem Angreifer, bevor sie zubeißen.

Unter den Theraphosinae-Arten gibt es aber auch sehr friedfertige Gattungen, wie z. B. Eupalaestrus, Grammostola oder Brachypelma.[1]

Das Nahrungsspektrum der Theraphosinae ist abhängig der Körpergröße und des Verbreitungsgebietes der einzelnen Art und beinhaltet so eine große Auswahl von Beutetieren von Insekten bis Schlangen.[1]

Handel mit Arten der Theraphosinae[Bearbeiten]

Im Zoohandel und auf Vogelspinnenbörsen findet man vor allem Vertreter aus den Gattungen Brachypelma, Grammostola, Theraphosa und Aphonopelma, die für die Haltung im Terrarium infrage kommen.

Gattungen der Theraphosinae[Bearbeiten]

Gattungen der Theraphosinae, Stand 2003:[1]

evtl.

  • Dolichothele Mello-Leitao, 1923 (Bei dieser Gattung kann nicht zwischen Theraphosinae und Ischnocolinae unterschieden werden, weil keine Männchen bekannt sind). [1]

Die hier aufgeführten Gattungen Apachepelma, Brachypelmides, Davus und Neischnocolus sind laut „World Spider Catalog“ Synonyme zu anderen Gattungen.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Günter Schmidt, Die Vogelspinnen, Westarp Wissenschaften-Verlagsgesellschaft mbH, Hohenwarsleben (2003), ISBN 3-89432-899-1
  2. World Spider Catalog - eine aktuelle Übersicht über beschriebene Arten (auf Englisch)