Theresia Degener

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Theresia Degener (* 10. April 1961 in Altenberge) ist eine deutsche Juristin und Professorin für Recht und Verwaltung an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum. Sie ist eines der Opfer des Contergan-Skandals und eine Aktivistin der bundesdeutschen Behindertenbewegung. 1981 war sie maßgeblich an der Durchführung des Krüppeltribunals beteiligt, in den Jahren nach 2001 als unabhängige Juristin und Vertreterin Deutschlands an der Ausarbeitung der UN-Konvention über Rechte von Menschen mit Behinderungen.[1]

Leben[Bearbeiten]

Theresia Degener studierte in Frankfurt am Main und an der Boalt Hall/UC Berkeley und wurde bei Michael Stolleis mit einem behindertenrechtlichen Thema promoviert.

1993 bis 1994 war sie Projektleiterin beim „Niederländischen Behindertenrat“, Utrecht, 1993 bis 1995 Justitiarin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben Deutschland e.V. (ISL) in Kassel. Von 1989 bis 1996 vertrat sie die Nichtregierungsorganisation Disabled Peoples’ International bei der UN-Menschenrechtskommission. Seit 1993 ist sie Rechtspolitische Sprecherin der ISL, seit 1997 auch Rechtsberaterin des Europäischen Behindertenforums der Europäischen Gemeinschaft. Darüber hinaus ist sie Mitglied im Forum behinderter Juristen und Juristinnen[2] und im Netzwerk behinderter Frauen und Mädchen im Netzwerk Artikel 3[3]. Von 1999 bis 2000 war sie Gastprofessorin und Alexander-von-Humboldt-Stipendiatin an der UC Berkeley School of Law, einer der 14 Schulen der University of California, Berkeley. In der 14. Legislaturperiode des Deutschen Bundestags war sie außerdem als Expertin Mitglied der Enquête-Kommission Recht und Ethik der modernen Medizin.

Für ihr Engagement für die Menschenrechtskonvention für Behinderte wurde sie am 4. Oktober 2005 vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.[1]

Theresia Degener forscht über internationale Menschenrechte und Behinderung, die besondere Diskriminierung behinderter Frauen und sexuellen Missbrauch Behinderter. Außerdem ist sie eine der maßgeblichen Wissenschaftlerinnen, die daran arbeiten, die Disability Studies in Deutschland zu etablieren.

Theresia Degener ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • 1985 (Mitarbeit): Geschlecht: behindert - Besonderes Merkmal: Frau.[1]
  • 1992 (mit Swantje Köbsell): Hauptsache es ist gesund? Weibliche Selbstbestimmung unter humangenetischer Kontrolle
  • 1995 (Hrsg. mit Yolan Koster-Dreese): Human rights and disabled persons

Zitate[Bearbeiten]

„Aus Sonderschulen kommt man behinderter raus, als man hineingeht.”
„Die meisten behinderten Kinder wären zum Nulltarif inkludierbar.“
Für das segrierende (deutsche) Sonderschulwesen: „Apartheid

[1]

Ehrungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Julia Prosinger: badische-zeitung.de: Theresia Degener, Vorkämpferin für Behindertenrechte: Radikal normal. Badische Zeitung, 15. Dezember 2014
  2. reha-recht.de: Forum behinderter Juristinnen und Juristen (FbJJ)
  3. netzwerk-artikel-3.de