Innuendo

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Innuendo
Studioalbum von Queen
Veröffentlichung 4. Februar 1991
Label Parlophone/EMI; Hollywood Records (USA)
Format CD, LP, MC
Genre Rock, Hard Rock
Anzahl der Titel 12
Laufzeit 53:43 (CD, MC)

Besetzung

Gastmusiker:

Produktion Queen und David Richards
Studio März 1989 bis November 1990, Metropolis Studios (London), Mountain Studios (Montreux)
Chronologie
At the Beeb
(1989)
Innuendo Greatest Hits II
(1991)

Innuendo (engl. Andeutung oder Anzüglichkeit) ist das 1991 erschienene, 14. Studioalbum der britischen Rockgruppe Queen. Es ist das letzte Album, das zu Lebzeiten ihres Frontmanns und Leadsängers Freddie Mercury veröffentlicht wurde.

Das Album[Bearbeiten]

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Kurz nachdem die Aufnahmen zu dem vorherigen Werk The Miracle im Januar 1989 abgeschlossen wurden, arbeitete die Band bereits seit März selbigen Jahres im Studio an Material für ein weiteres Studioalbum. Aufgrund des gesundheitlichen Zustandes des Sängers Freddie Mercury war es zu dieser Zeit nicht mehr möglich, auf Tournee zu gehen, weshalb die Gruppe Zeit für die Aufnahmen neuer Lieder investieren konnte. Im August 1990, kurz vor Abschluss der Aufnahmen zu Innuendo, wurde festgestellt, dass sich Mercurys HIV-Infektion zu AIDS entwickelt hatte, jedoch leugnete der Sänger weiterhin in der Öffentlichkeit, dass er ernsthaft erkrankt sei. Laut Gitarrist Brian May wurden er und der Rest der Gruppe im Studio Montreux erst im Januar 1991 – weniger als einen Monat vor der Veröffentlichung von Innuendo – über Mercurys verschlechterten Gesundheitszustand informiert. Insgesamt erstreckten sich die Aufnahmen zum Album bis November 1990, also über einen Zeitraum von mehr als eineinhalb Jahren.

Grandville: Illustration aus Un Autre Monde (1843/44)
Für die Coverrückseite verwendete Grafik (Un Autre Monde)

Ein Vierteljahr nach Fertigstellung der neuen Aufnahmen wurde Innuendo schließlich im Februar 1991 veröffentlicht, obwohl die Gruppe das Album ursprünglich bereits zu Weihnachten des Vorjahres auf den Markt bringen wollte. Dieses Vorhaben konnte jedoch aufgrund Mercurys Gesundheitszustands nicht eingehalten werden. Das Cover des Albums wurde von der Band und Richard Gray gestaltet. Es basiert auf Zeichnungen des französischen Künstlers Grandville.[1] Innuendo war das letzte Studioalbum der Gruppe mit Mercurys direktem Mitwirken. Wenige Wochen vor dessen Tod erschien mit Greatest Hits II weiterhin eine Titelzusammenstellung, die alle Singleveröffentlichungen der Band zwischen 1981 und 1991 (also auch von Innuendo) auf einem Album zusammenfasst.

Titelliste[Bearbeiten]

In den Produktionsnotizen auf dem Album sind für alle Stücke Queen als Komponisten angegeben (mit Ausnahme des zusammen mit Mike Moran geschriebenen All God’s People, für das Queen und Moran angegeben wurden). Die tatsächlichen Hauptautoren finden sich in eckigen Klammern.

  1. Innuendo [Mercury/Taylor] – 6:31
  2. I’m Going Slightly Mad [Mercury] – 4:22 *
  3. Headlong [May] – 4:38 *
  4. I Can’t Live with You [May] – 4:33 *
  5. Don’t Try So Hard [Mercury] – 3:39 *
  6. Ride the Wild Wind [Taylor] – 4:42
  7. All God’s People [Mercury/Moran] – 4:21 *
  8. These Are the Days of Our Lives [Taylor] – 4:15 *
  9. Delilah [Mercury] – 3:35
  10. The Hitman [May/Mercury] – 4:56 *
  11. Bijou [May/Mercury] – 3:36 *
  12. The Show Must Go On [Deacon/May/Mercury/Taylor] – 4:35 *

Die Vinyl-Ausgabe enthält alternative, gekürzte Versionen der mit * bezeichneten Stücke („für Vinyl bearbeitete Versionen“); Don’t Try So Hard ist als neunter Titel zwischen Delilah und The Hitman platziert.

Zwei weitere Lieder erschienen auf den B-Seiten von Maxi- bzw. CD-Singles: I’m Going Slightly Mad beinhaltet Lost Opportunity (May), und auf der Single Headlong wurde erstmals der in den siebziger Jahren aufgenommene Titel Mad the Swine (Mercury) veröffentlicht (siehe dazu das Album Queen).

Aufgenommen wurde Innuendo von David Richards, dem die Toningenieure Noel Harris und Justin Shirley-Smith zur Seite standen.

Informationen zu den einzelnen Titeln[Bearbeiten]

Innuendo[Bearbeiten]

Das musikalische Grundkonzept dieses Liedes erarbeiteten Deacon, May und Taylor bei einer gemeinsamen Jamsession in Montreux. Mercury stellte das Stück später fertig, indem er dem Lied die Melodie und zusammen mit Roger Taylor den Text hinzufügte. Das Flamenco-Zwischenspiel nahm der Yes-Gitarrist Steve Howe auf, der sich zu jener Zeit zufällig in Montreux aufhielt.

I’m Going Slightly Mad[Bearbeiten]

Die Grundlage zu Freddie Mercurys I’m Going Slightly Mad entstand in seinem Londoner Haus, nachdem er, inspiriert durch Texte von Noël Coward, ein Lied über das Verrücktwerden schreiben wollte. Zum humorvollen, gleichzeitig melancholischen Text trug auch der damals anwesende Peter Straker, ein Freund Mercurys, bei. I’m Going Slightly Mad wurde von Queen als einer der ersten Songs des Albums in den Mountain Studios in Montreux aufgenommen. Das Schwarzweiß-Video zur zweiten Singleauskoppelung drehten DoRo am 15. Februar 1991.

Headlong[Bearbeiten]

Brian May hatte Headlong ursprünglich für sein Soloalbum Back to the Light geschrieben, an dem er zur gleichen Zeit arbeitete. Als er jedoch Mercury diesen Titel singen hörte, entschied May Headlong mit Queen zu produzieren. Headlong wurde als dritte Single des Albums veröffentlicht. Das zugehörige Video zeigt die Band live spielend im Studio und enthält unter anderem eine von May gespielte Gitarrenpassage, die bisher auf keiner sonstigen Veröffentlichung des Stücks zu finden ist.

I Can’t Live with You[Bearbeiten]

Auch Mays I Can’t Live with You war anfänglich für sein Solo-Album vorgesehen gewesen. Den Drumcomputer programmierte May. Die Aufnahme klingt vergleichsweise „laut“ produziert, da Teile der Demoversion auch für den endgültige Album-Mix verwendet wurden.[2] Eine nachträglich mit von Taylor gespieltem Schlagzeug eingespielte Version erschien 1997 auf der Kompilation Queen Rocks.

Don’t Try So Hard[Bearbeiten]

Laut Brian May, der Don’t Try So Hard zu seinen persönlichen Favoriten unter den Queen-Stücken zählt, wurde dieses Lied hauptsächlich von Freddie Mercury geschrieben.[3]

Ride the Wild Wind[Bearbeiten]

Roger Taylor schrieb Ride the Wild Wind und nahm ein von ihm selbst gesungenes Demo auf. In Queens Version singt jedoch Mercury den überwiegenden Teil der Leadvocals, wenngleich an einigen Stellen auch Taylors Stimme zu hören ist.

All God’s People[Bearbeiten]

All God’s People wurde von Freddie Mercury und Mike Moran eigentlich für Mercurys Barcelona-Projekt (mit Montserrat Caballé) mit dem Titel „Africa by Night“ geschrieben. Er hatte später May um Gitarrenbegleitung gebeten, was schließlich dazu führte, dass die ganze Band den Song interpretierte. Diese wurde von Moran mit Keyboards begleitet.

These Are the Days of Our Lives[Bearbeiten]

Dieses Lied wurde von Roger Taylor geschrieben. Es ist der einzige Titel, auf dem Taylor merklich an Perkussionsinstrumenten hervortritt (Congas).

Delilah[Bearbeiten]

Freddie Mercury schrieb Delilah über seine gleichnamige Katze. Bei der Aufnahme der mittels E-Gitarre erzeugten „Miau“-Töne verwendete Brian May zum ersten Mal eine Talkbox.[2]

The Hitman[Bearbeiten]

Die Grundidee zu The Hitman stammte ebenfalls von Mercury. Die ursprüngliche Version auf den Keyboards wurde in einer anderen Tonart geschrieben. May nahm Mercurys Ansatz und änderte die Tonart, so dass es möglich war, den Titel auf der Gitarre zu spielen. So nahm er die härtere Version des Stücks als Demo auf. Auch die Hintergrundbegleitung wurde von May gesungen.

Bijou[Bearbeiten]

Bijou wurde von Mercury zusammen mit May geschrieben. Mercury erstellte die Akkorde, den Text und den Titel des Liedes, und zusammen erarbeiteten sie die Gitarrenparts. Mercury sang die Strophe, und dann setzte May in der Melodiestimme mit seiner Red Special ein. Der Titel weicht außerdem in seiner Struktur von anderen Queen-Liedern ab. May spielt mit seiner Gitarre das erste und letzte Drittel des Stücks, während Mercury den Mittelteil sang.

The Show Must Go On[Bearbeiten]

Dieser Titel wurde von allen Bandmitgliedern gemeinsam erarbeitet. Die Ausgangsmelodie war eine simple Akkordabfolge, die Taylor und Deacon komponierten. Dazu schrieben May und Mercury den Text, nachdem sie ein Thema gefunden hatten.

Chartplatzierungen[Bearbeiten]

Album[Bearbeiten]

Land Charts Verkäufe
Höchste Platzierung Wochen Zertifikation Verkäufe
Deutschland 1 47 Platin 700.000
Finnland 1 Platin 40.000
Irland 1 Platin 25.000
Italien 1 4x Platin 400.000
Niederlande 1 Platin 150.000
Portugal 1 Gold 20.000
Singapur 1 3x Platin 45.000
Schweiz 1 36 2x Platin 100.000
Großbritannien 1 37 Platin 600.000
Österreich 2 20 Platin 150.000
Norwegen 8 5
Spanien 3 Platin 140.000
Schweden 9 5 50.000
Japan 150.000
USA 30 Gold[4] 900.000
Kanada Gold 50.000
Frankreich Platin 350.000
Neuseeland 3x Platin 55.000

Singleauskoppelungen[Bearbeiten]

Innuendo (14. Januar 1991)

#1: Großbritannien (Silber), Portugal, Südafrika; #3: Schweiz; #4: Italien, Niederlande; #5: Deutschland; #12: Österreich; #17: USA [Billboard Modern Rock Tracks]; #27: Australien.

I’m Going Slightly Mad (4. März 1991)

#13: Niederlande; #22: Großbritannien; #42: Deutschland.

Headlong (13. Mai 1991)

#3: USA [Billboard Mainstream Rock Tracks]; #14: Großbritannien; #20: Australien; #25: Kanada.

The Show Must Go On (14. Oktober 1991)

#2: Frankreich; #6: Italien; #7: Deutschland, Niederlande; #11: Schweiz; #16: Großbritannien; #30: Schweden; #60: Australien.

Bohemian Rhapsody / These Are the Days of Our Lives (9. Dezember 1991)

#1: Großbritannien (Platin), Irland; #2: Niederlande; #5: Australien; #8: Österreich; #16: Deutschland.

Andere Versionen der Lieder[Bearbeiten]

  • Die sogenannte „Explosive Version“ von Innuendo befindet sich nur auf der 12"-Single von Innuendo. Nach Mercurys abschließendem „Until the End of Time“ folgt als einzige Änderung ein „explosionsartiger“, deutlich ausgebauter instrumentaler Schlussteil.
  • Des Weiteren unterscheiden sich zahlreiche Lieder der Vinyl-Platte von der CD-Version. Die Lieder wurden mitunter gekürzt, bei These Are the Days of Our Lives wird zum Beispiel sofort mit der ersten Strophe begonnen, der Anfang fehlt. Auch bei I’m Going Slightly Mad, Headlong, I Can’t Live with You, All God’s People, Don’t Try So Hard, The Hitman, Bijou und The Show Must Go On gibt es Kürzungen. Mit am deutlichsten macht sich das bei Bijou bemerkbar; so ist die CD-Version 3:37 Minuten lang, die LP-Version jedoch nur 1:19.
  • Auf einer Promo-Kassette gibt es ebenfalls Versionen der Lieder, die sich von den Album-Fassungen unterscheiden. So fehlt zum Beispiel bei Headlong der Chorus.
  • I Can’t Live with You wurde im Rahmen der Veröffentlichung von Queen Rocks neu aufgelegt. Der sogenannte „1997 Re-Take“ des Liedes ist spürbar rockiger gestaltet als das Original.
  • Eine von Roger Taylor bei einem Solo-Auftritt gesungene Live-Version von Ride the Wild Wind befindet sich auf der 1994 erschienenen 7"-CD-Single und der Kassetten-Single von Taylors Stück Happiness.

Demos[Bearbeiten]

In der Innuendo-Session 1989/90 wurden einige Stücke geschrieben, die bisher nicht auf einem offiziellen Queen-Tonträger veröffentlicht wurden:

  • Self Made Man – Hauptsächlich von May gesungen, im Mittelteil ist Mercury mit einer Strophe vertreten.
  • Robbery – Ein kurzes Rockstück, der nach einer ebenfalls kurzen Gesangseinlage Mercurys hauptsächlich instrumental weitergeht.
  • My Secret Fantasy – Von Deacon geschrieben, mit Mercury als Hauptstimme.
  • Face It Alone – Etwas traurig gestimmtes Demo, es wurden zwei Previews veröffentlicht, das nahezu 11 Minuten lange gesamte Stück bislang jedoch nicht.
  • Freedom Train nimmt eine Sonderstellung ein. Das Lied wurde schon in der Innuendo-Session geschrieben und aufgenommen, aber ebenfalls nicht veröffentlicht. Eine umgeänderte Version ist aber auf Roger Taylors Solo-Album Happiness? vertreten.
  • Außerdem existieren von einigen Stücken vorläufige Demos, die sich auf einigen Bootlegs befinden. So gibt es ein Demo von Headlong (das ohne E-Gitarre auskommt), eines von Delilah (welches deutlich mehr Gesangseinlagen von Freddie Mercury enthält) und schließlich ein Demo von The Hitman, welches ausschließlich von Brian May gesungen wird.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. rocktimes.at (Grandville-Grafik) aufgerufen am 6. Mai 2013
  2. a b The Life of Brian. Extreme’s Nuno Bettencourt, rock’s brightest new star, fires the questions and Queen’s legendary Brian May supplies the answers in an historic meeting of the minds. In: Guitar World, August 1991.
  3. Zitiert nach Q Classic, März 2005. (Siehe brianmay.com)
  4. RIAA. Gold & Platinum.