Thierry Breton

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Thierry Breton (2011)

Thierry Breton (* 15. Januar 1955 in Paris) ist ein französischer Geschäftsmann, ehemaliger Professor der Harvard Business School und ehemaliger französischer Finanzminister. Er war als stellvertretender Vorsitzender und CEO der Group Honeywell Bull, Vorsitzender und CEO von Thomson-RCA (1997-2002) sowie als Vorsitzender und CEO von France Telecom (2002-2005) tätig. Heute ist er Ehrenvorsitzender von Thomson und France Telecom. Seit 2008 ist er Vorsitzender und CEO von Atos, einem weltweit führenden IT-Unternehmen (mit 74.000 Beschäftigten in 42 Ländern). Von 2005 bis 2007 war er französischer Minister für Wirtschaft, Finanzen und Industrie unter den Premierministern Jean-Pierre Raffarin und Dominique de Villepin, während Jacques Chirac Staatspräsident war.

Leben[Bearbeiten]

Er wurde in Paris im 14. Arrondissement geboren und hat drei Kinder: Constance (1984), Alexandre (1985) und Severine (1988). Er schloss ein Masterstudium in Elektrotechnik und Informatik an der Supélec ab und ist Absolvent des Institut des Hautes Etudes de Défense Nationale (IHEDN).

Manager[Bearbeiten]

Er begann seine Karriere als Unternehmer in New York, wo er eine Softwarefirma gründete (FORMA SYSTEMS). Im Januar 2012 veröffentlichte die Harvard Business Review auf der Basis einer umfassenden Bewertung der Leistung von 2000 weltweit tätigen CEOs zwischen 1995 und 2009 zum ersten Mal die Liste The 100 Best-performing CEOs in the World, in der Thierry Breton an 62. Stelle steht (Harvard Business Review, Januar 2010). Er war Vorstandsmitglied in vielen Unternehmen, unter anderem: AXA, La Poste, DEXIA BANQUE, RODHIA, SCHNEIDER ELECTRIC, THOMSON SA (Vorsitzender und CEO), FRANCE TELECOM (Vorsitzender und CEO); ORANGE PLC (nicht geschäftsführender Chairman), BOUYGUES TELECOM, GROUP HONEYWELL BULL (stellvertretender Vorsitzender und CEO). Er ist heute Mitglied des Verwaltungsrats von CARREFOUR, wo er den Vorsitz des Vergütungs- und Leistungsausschusses innehat. Seine Karriere umfasst CEO-Positionen bei Group Honeywell Bull, bei Thomson, France Telekom und Atos.

Honeywell Bull[Bearbeiten]

1993 kam er als Leiter für Strategie und Entwicklung zum IT Unternehmen Bull, wo er anschließend CEO des Konzerns und stellvertretender Vorsitzender wurde.

Thomson[Bearbeiten]

Zwischen 1997 und 2002 war er Vorsitzender und CEO von Thomson. Er sanierte das Unternehmen von Grund auf und erlangte weltweit Anerkennung für die Erreichung bedeutender Verbesserungen der finanziellen Leistung des Konzerns innerhalb kurzer Zeit. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens stieg unter seiner Führung von 1 FF auf 100 Milliarden FF an. Durch Entscheidung des Verwaltungsrats wurde ihm 2002 der Titel Ehrenvorsitzender von Thomson verliehen.

France Telecom[Bearbeiten]

Zwischen 2002 und 2005 war er Vorsitzender und Chief Executive Officer von France Telecom, wo unter seiner Führung eine durchgreifende Sanierung gelang und gleichzeitig die hohe Verschuldung von 70 Milliarden auf 32 Milliarden Euro gesenkt werden konnte. Durch Entscheidung des Verwaltungsrats wurde ihm 2005 der Titel Ehrenvorsitzender von France Telecom verliehen.

Atos[Bearbeiten]

Seit 16. November 2008 ist er als Vorsitzender und CEO von Atos SE, (ehemals Atos Origin) tätig. [1] Nach der Übernahme der IT-Sparte von Siemens wurde das Unternehmen zur Nummer 1 der europäischen IT-Dienstleister und gehört zu den Top-5-Unternehmen in diesem Bereich weltweit, mit 74.000 Beschäftigten in 42 Ländern. Durch ein Interview mit dem Wall Street Journal (28. November 2011) erlangte er weltweite Aufmerksamkeit, in dem er seine Absicht erneut darlegte, innerbetriebliche E-Mails zu unterbinden, die er als „Umweltverschmutzung des Informationszeitalters“ anprangerte, und Atos damit innerhalb von 18 Monaten zum Null-E-Mail-Unternehmen zu machen (bekannt als die [[Zero-EmailTM Strategie]]). Dabei sollen innerbetriebliche E-Mails durch die Kommunikation über eine Reihe sozialer Netzwerke im Unternehmen, Instant Messaging im Unternehmen, Collaborative-Tools usw. ersetzt werden, die unternehmensintern entwickelt und teilweise von anderen Anbietern zusammengetragen werden. [2]

Finanzminister[Bearbeiten]

Am 24. Februar 2005 wurde er als Nachfolger von Hervé Gaymard[3] in das Amt berufen, das er bekleidete, bis am 18. Mai 2007 Jean-Louis Borloo zum Finanzminister ernannt wurde. Schwerpunkt seiner Politik war die Notwendigkeit, das öffentliche Defizit zu einer Zeit zu reduzieren, in der die gesamten Einkommenssteuereinnahmen des Landes zur Zahlung von Schuldzinsen aufgewendet werden mussten. Als er Mitglied der Regierung wurde, lag der Schuldenstand Frankreichs bei 66,4 % des BIP. Innerhalb von zwei Jahren verminderte er die öffentlichen Schulden um 2,7 % bezogen auf das BIP, der bedeutendste Rückgang, der in der französischen Wirtschaftsgeschichte der jüngsten Zeit zu verzeichnen war. Darüber hinaus schuf er wieder Überschüsse (ohne Rückzahlung öffentlicher Schuldzinsen) im französischen Haushalt.

Akademische Laufbahn[Bearbeiten]

Nachdem er die Regierung verlassen hatte, wurde er Professor an der Harvard Business School (2007-2008), wo er Leadership und Corporate Accountability (LCA) unterrichtete. Zwischen 1997 und 2005 war er auch Präsident der Université de technologie de Troyes in Frankreich.

Autor[Bearbeiten]

Er ist Autor vieler Bücher über Informationstechnologie und Wirtschaft sowie Mitautor eines Romans über den Cyberspace.

  • 1984 : Softwar, Das Auftauchen von Computerviren als Massenvernichtungswaffe (La Guerre douce), Thierry Breton - Denis Beneich, éd. Robert Laffont, Paris (übersetzt in 25 Ländern)
  • 1985 : Vatican III, Das Entstehen einer Welt auf der Grundlage informationsbasierter Gemeinschaften, Thierry Breton, éd. Robert Laffont, Paris
  • 1987 : Netwar, Der Krieg der Netzwerke (La guerre des réseaux), Thierry Breton, éd. Robert Laffont, Paris
  • 1991 : La Dimension invisible, Das Entstehen der Informationsgesellschaft (Le défi du temps et de l'information), Thierry Breton, éd. Odile Jacob, Paris
  • 1992 : La Fin des illusions, The Das Ende des Geek-Zeitalters, Thierry Breton, Plon, Paris
  • 1993 : Le Télétravail en France, Eine frühe Beschreibung der Telearbeit in Frankreich, Thierry Breton, La Documentation française, Paris
  • 1994 : Le Lièvre et la Tortue, Frankreich und die Wissensrevolution, Thierry Breton - Christian Blanc, éd. Plon, Paris
  • 1994 : Les Téléservices en France, Eine frühe Beschreibung der Internet-Welt, Thierry Breton, La Documentation française, Paris
  • 2007 : Antidette, Möglichkeiten zur Senkung der übermäßigen Ausgaben und der enormen Schulden Frankreichs, Thierry Breton, Plon, Paris

Ehrenzeichen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Er ist Offizier der Légion d'honneur und Kommandeur des Ordre national du Mérite. Er ist ebenfalls Mitglied von Le Siècle.[4] Er erhielt auch international in vielen Ländern Würdigungen und Auszeichnungen:

Ehrenzeichen[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2012 : Strategist of the Year 2012, Paris, Frankreich.
  • 2004 : European Business Leader of the Year, London, Großbritannien.
  • 2003 : Financier of the Year, ANDESE (National Association of PHDs in Economics and Business Administration), Paris, Frankreich.
  • 2000 : Strategist of the Year 2000, Paris, Frankreich.
  • 1998 : Global leader of tomorrow, World Weltwirtschaftsforum, Davos, Schweiz.
  • 1988 : The outstanding young person of the world (TOYP), Jaycees, Sydney, Australien.
  • 1988 : Man of the Year, Young Economical Chambers (Jeunes chambres économiques françaises), Paris, Frankreich.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anne-Sylvaine Chassany: Atos Origin Board Fires Chief Germond, Hires Breton, Bloomberg. 17. November 2008. Abgerufen am 29. Februar 2012. 
  2. The IT Boss Who Shuns Email, The Wall Street Journal. 28. November 2011. Abgerufen am 5. Dezember 2011. 
  3. Chirac Names France Telecom's Breton as New Finance Minister, Bloomberg. 25. Februar 2005. Abgerufen am 29. Februar 2012. 
  4. Frédéric Saliba, 'Le pouvoir à la table du Siècle', in Stratégies, issue 1365, April 14, 2005, p. 49 [1]