Thilo von Trotha (Bischof)

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Thilo von Trotha, Supraporte im Innenhof des Bischöflichen Schlosses zu Merseburg

Thilo von Trotha (* 17. August 1443 vermutlich in Krosigk; † 5. März 1514 in Merseburg) war am Ende des Mittelalters Bischof von Merseburg und Rektor der Universität Leipzig. Mit seinem Namen als Bauherr verbunden sind mehrere historische Gebäude. Sein jüngerer Bruder Hans von Trotha wurde als Marschall der Kurfürsten von der Pfalz bekannt und ist heute als „Hans Trapp“ Gegenstand von regionalen Sagen.

Leben[Bearbeiten]

Thilo aus dem Adelsgeschlecht von Trotha, das seinen Ursprung im Saalekreis hatte, war der zweite Sohn eines gleichnamigen erzbischöflich-magdeburgischen Marschalls. Schon in jungen Jahren wurde er zunächst Dompropst in Magdeburg und später Domherr in Merseburg. 1466 führte ihn Erzbischof Johann von Magdeburg in das Bischofsamt von Merseburg ein. Am 23. April 1509 wurde Thilo auch zum Rektor der Universität Leipzig ernannt. Seine letzte Ruhe fand er in einem Bronzegrabmal im Merseburger Dom, das er um 1470/80, also schon lange vor seinem Tod, anfertigen ließ.

Bautätigkeit[Bearbeiten]

Im Bereich seiner Wirkungsstätten entfaltete Thilo eine rege Bautätigkeit. So begann er 1470 mit dem Neubau seines Merseburger Bischofsschlosses. Im Jahre 1496 weihte er den Neubau der Leipziger Thomaskirche. Ab 1510 veranlasste er den Umbau des Merseburger Domes von einer Basilika zu einer Hallenkirche im Stil der Renaissance.

Die Rabensage[Bearbeiten]

Wappentafel mit dem Raben im Merseburger Dom
Der Rabenkäfig im Merseburger Schlosshof

Obwohl das Wappen der Adelsfamilie von Trotha schon vor Thilos Zeit einen Raben zeigte, bezog der Merseburger Gymnasialdirektor Georg Möbius (1616–1697) in seiner Chronik die älteste Fassung der Merseburger Rabensage auf Thilo. Hiernach habe dieser einen Diener wegen des Diebstahls eines wertvollen Ringes hinrichten lassen, später jedoch sei der Ring im Horst eines Raben wiedergefunden worden. Thilo habe anschließend zur Warnung vor vorschnellen Urteilen im Schlosshof einen Vogelkäfig errichten lassen und darin einen Raben gehalten. Der aus Gründen des Tourismus beibehaltene Käfig wurde 2006 durch eine geräumige Voliere ersetzt, in der ein Rabenpaar lebt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Johann III. von Werder Bischof von Merseburg
1466–1514
Adolf von Anhalt-Zerbst