Third/Sister Lovers

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Third/Sister Lovers
Studioalbum von Big Star
Veröffentlichung 1975
Label PVC Records
Format LP
Genre Power Pop
Anzahl der Titel 14
Laufzeit 41:18 (Erstveröffentlichung 1975)

Besetzung

Produktion Jim Dickinson
Studio Ardent Studios
Chronologie
Radio City
(1974)
Third/Sister Lovers Live
(1992)

Third/Sister Lovers ist das dritte Album der amerikanischen Band Big Star. Auch wenn es sich im Grunde genommen um ein Solo-Album von Alex Chilton handelt, gilt es als Big-Star-Album.[1] Bereits 1975 fertiggestellt, erschien Third/Sister Lovers 1978 erstmals unter dem Titel 3RD bei PVC Records. 1992 wurde es bei Rhino Records unter dem Titel Sister Lovers neu veröffentlicht, daher ist es inzwischen unter dem zusammengesetzten Titel bekannt. Es wird auch als das „legendäre dritte Album“ von Big Star bezeichnet.[2][1] Musikalisch kann es dem Power Pop zugeordnet werden und wurde von Jim Dickinson in den Ardent Studios in Memphis produziert. Das Magazin Rolling Stone führt das Album auf Platz 456 seiner Liste der besten 500 Alben aller Zeiten.[3]

Entstehungsgeschichte und Musikstil[Bearbeiten]

Big Star war 1971 von den beiden Sängern und Songwritern Alex Chilton (vorher bei den Box Tops) und Chris Bell gegründet worden. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Jody Stephens und dem Bassisten Andy Hummel spielte die Band einen melodiösen Gitarren-Pop im Stil der Byrds und britischer Bands wie den Beatles oder The Who. Stilistisch standen sie damit im Gegensatz zum damals wesentlich erfolgreicheren Progressive Rock. Dies führte dazu, dass die Band, die als eine Art Supergroup gehandelt worden war, mit ihren ersten beiden Alben wesentlich weniger erfolgreich war als erhofft.

Chris Bell verließ bereits 1972 wegen interner Streitigkeiten während der Aufnahmen für das zweite Album Radio City die Band. Auch Andy Hummel war frühzeitig ausgestiegen. Der vorübergehende Verkauf der Ardent Studios durch deren Gründer John Fry, der die Band maßgeblich unterstützt hatte, und Schwierigkeiten mit dessen Plattenfirma Stax Records, die keine Erfahrungen mit weißer Popmusik hatte, kamen hinzu. Das „blue-eyed soul wunderkind“[4] Chilton hatte nun die Leitung der Band, die im Grunde nur noch aus ihm und Jody Stephens bestand, inne. Er war auch Komponist aller Titel mit Ausnahme von Lou Reeds Femme Fatale und For You aus der Feder von Stephens. Die Schachteln mit den Originalbändern des Studios sind mit dem Titel Jody & Al Project beschriftet und in den Aufzeichnungen von Ardents Toningenieur Larry Nix ist nur die Rede von Chilton.[5] Chilton litt zu dieser Zeit unter schweren Alkohol- und Drogenproblemen. Dies prägte die Aufnahmen und die Stimmung des Albums maßgeblich. Die Aufnahmen fanden in der zweiten Jahreshälfte 1974 statt, das Mastering erfolgte im Februar 1975. Die neue Plattenfirma Columbia veröffentlichte das Album allerdings „… wegen mangelnder Erfolgsaussichten …“[1] zunächst nicht. Erst 1978 erschien das Album bei PVC Records unter dem Titel 3RD. Bruno Jaschke schrieb, das Album „wirkt wie von einem gemacht, der mit dem Rücken zur Wand steht, sich aber schon gar nicht mehr besonders darum schert. […] In den Inhalten wuchert eine Depression, die musikalisch fast plastische Bilder findet wie in ‚Holocaust‘, wo sich Kraftlosigkeit, Zeitlupentempo und eine jenseitig klingende dissonante Gitarre zu morbider Grabesruhe kombinieren.“ [1]

Später Erfolg des Albums[Bearbeiten]

Alex Chilton, ca. 2008

Auch vier Jahre nach den Aufnahmen und der ersten Veröffentlichung war das Album „seiner Zeit noch immer weit voraus“. [1] Es „…ist eine ebenso zerbrechliche wie dynamische und verstörende Musik, die Chilton […] als freundlichen Zyniker und bleichen Apokalyptiker präsentierte.“[2] Mitte der 1980er Jahre machten Bands wie R.E.M., The Bangles, Violent Femmes und die Replacements, die erklärte Fans von Big Star waren, deren Namen wieder populär. So kam es 1992 unter dem Titel Sister Lovers bei Rhino Records unter der Regie von Jim Dickinson und der Verwendung zusätzlicher Titel aus den Aufnahmesessions zu einer ersten Wiederveröffentlichung des Albums, die für sich in Anspruch nimmt, den ursprünglichen Absichten am ehesten zu entsprechen. Ein Comeback Alex Chiltons, der 2010 in New Orleans starb, wurde so eingeleitet. Auf der 4-CD-Box KEEP AN EYE ON THE SKY aus dem Jahr 2009 (ebenfalls bei Rhino Records erschienen) sind sämtliche Studio- und Demoaufnahmen der Band und damit auch des Albums Third/Sister Lovers dokumentiert.

Titelliste[Bearbeiten]

(Alle Kompositionen von Alex Chilton, außer wenn angegeben)

Erstveröffentlichung 1975[Bearbeiten]

  1. Stroke It Noel – 2:06
  2. For You (Jody Stephens) – 2:44
  3. Kizza Me – 2:43
  4. You Can’t Have Me – 3:18
  5. Nightime – 2:52
  6. Blue Moon – 2:06
  7. Take Care – 2:48
  8. Jesus Christ – 2:20
  9. Femme Fatale (Lou Reed) – 3:29
  10. O, Dana – 2:35
  11. Big Black Car – 3:37
  12. Holocaust – 3:48
  13. Kanga Roo – 3:46
  14. Thank You Friends – 3:06

Nachträglich veröffentlichte Titel[Bearbeiten]

  1. Manana – 0:46
  2. Dream Lover – 3:33
  3. Downs – 1:51
  4. Whole Lotta Shakin´ Goin´ On (David Curly Williams) – 3:23
  5. Lovely Day – 2:07
  6. Till the End of the Day (Ray Davies) – 2:13

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Bruno Jaschke auf suite101.de (aufgerufen am 11. Oktober 2011)
  2. a b medienagentur-hh.de (aufgerufen am 11. Oktober 2011; PDF; 184 kB)
  3. 500 Greatest Albums of all Time (aufgerufen am 11. Oktober 2011)
  4. Music Fo´ Grown Fo´ks (aufgerufen am 11. Oktober 2011)
  5. Booklet zur 4-CD-Box KEEP AN EYE ON THE SKY