Thomas Grochowiak

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Thomas Grochowiak (* 2. Dezember 1914 in Recklinghausen; † 25. November 2012 in Karlsruhe[1]) war ein deutscher Maler und Museumsdirektor.

Leben[Bearbeiten]

Thomas Grochowiak wurde als Sohn eines Bergarbeiters geboren (Ruhrpole). Nach Volks- und Oberrealschule begann er 1932 eine Lehre als Dekorations- und Plakatmaler. 1938 wurde er Leiter der Werbeabteilung eines Kaufhauskonzerns und besuchte Abendkurse in Malen und Zeichnen, unter anderem an der Werkkunstschule Dortmund. Auch während seines Wehrdienstes zwischen 1939 und 1945 zeichnete und malte Grochowiak. Die in dieser Zeit entstandenen Bilder verhalfen ihm nach Kriegsende in einer ersten Ausstellung zu unerwartetem Erfolg.

1948 begründete er mit den Künstlerkollegen Gustav Deppe, Ernst Hermanns, Emil Schumacher, Heinrich Siepmann und Hans Werdehausen die Gruppe junger westen. Er gehörte von 1950 bis 1979 zur Leitung der Ruhrfestspiele und war zudem von 1954 bis 1980 Direktor der Städtischen Museen Recklinghausen, ab 1969 auch der Städtischen Galerie Schloss Oberhausen. 1955 reiste der Künstler als Gast des British Council nach London.

Von 1965 bis 1969 wirkte er als Generalkommissar für die Deutsche Sektion der Biennale von Paris und von 1971 bis 1978 in derselben Funktion für die Deutsche Sektion der Triennale–India, Neu Delhi. Grochowiak arbeitete von 1979 bis 1985 als Präsident des Deutschen Künstlerbundes. 1985 war er Ehrengast der Villa Massimo sowie 1987 der Villa Romana in Florenz. Seit 1948 hatte Thomas Grochowiak viele Ausstellungen im In- und Ausland. Er lebte und arbeitete in Kuppenheim bei Baden-Baden, Recklinghausen und Andalusien. Am 25. November 2012 starb Thomas Grochowiak im Alter von 97 Jahren in Karlsruhe.[2]

Werke[Bearbeiten]

Viele Werke von Thomas Grochowiak sind in öffentlichen Sammlungen zu sehen: Sammlung des Belgischen Staates; Museum Bochum; Städtische Kunstsammlungen, Darmstadt; Bundeskunstsammlung; Museum am Ostwall, Dortmund; Kunsthalle Hamburg; Niedersächsische Landesgalerie, Hannover; Staatliche Kunsthalle Karlsruhe; Museum Ludwig, Köln; LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster; National Gallery of Modern Art, New Delhi; Kunsthalle Recklinghausen; Staatsgalerie Stuttgart; Märkisches Museum Witten; Kunstmuseum Gelsenkirchen

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • 1967 Thomas Grochowiak. Monographien zur rheinisch-westfälischen Kunst der Gegenwart, Band 33; Dr. Anneliese Schröder. 66 Seiten, 23,7 × 17,3 cm, 13 farbigen und 33 schwarz-weißen Abbildungen. Gebunden. Verlag Aurel Bongers, Recklinghausen
  • 1991 Thomas Grochowiak: Lust auf Farbe – von Mozart inspiriert. Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Kunsthalle Recklinghausen vom 8. September bis 6. Oktober 1991. Textbeiträge von Ferdinand Ullrich, Hans-Jürgen Schwalm, Franz Joseph van der Grinten und Ingrid LaPlante. 95 Seiten, 29,7 × 21 cm, mit 38 farbigen Abbildungen.
  • 1994 Thomas Grochowiak – Monographie und Werkübersicht; Herausgegeben von Doris Schmidt. Mit Beiträgen unter anderem von Doris Schmidt, Franz Joseph van der Grinten, Gerd Presler, D. Schönbach. 320 Seiten, 32 × 24,5 cm, 183 farbige und 166 s/w-Abbildungen. Leinen mit Schutzumschlag im Schuber. Wienand Verlag, Köln, ISBN 3-87909-359-8
  • 2000 Thomas Grochowiak: Retrospektive zum 85. Geburtstag. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung vom 20. Januar bis 12. März 2000 in der Städtischen Galerie Fruchthalle Rastatt, Rastatt. Mit Texten von Ingeborg Ströle und Thomas Hirsch. 59 Seiten, 29,7 × 21 cm, mit 41 farbigen und 5 s/w-Abbildungen. ISBN 3-923082-34-7
  • 2006 Thomas Grochowiak – RevierAtelier, Band 3; Jörg Loskill (Hrsg.), Ferdinand Ullrich. 88 Seiten, 28,5 × 22,5 cm, zahlreiche, zum Teil farbige Abbildungen. Festeinband, Schutzumschlag. Klartext Verlagsgesellschaft, Essen, ISBN 978-3-89861-507-5
  • 2007 Thomas Grochowiak: Mit Farben und Formen musiziert. kunstdialoghagenwest heft 3; Prof. Dr. Walter Israel / Dr. Friedrich-Wilhelm Geiersbach. 36 Seiten, 21 x 20,8 cm, 16 Abbildungen. Geheftet. ardenkuverlag, Hagen, ISBN 978-3-932070-76-1
  • 2008 Im Zeichen der Abstraktion. Die Gruppe »junger westen« 1948–1962. Kunstbuch zu den Ausstellungen in der Kunsthalle Recklinghausen vom 3. August bis 28. September 2008 und im RWE Tower, Dortmund, vom 3. September bis 24. Oktober 2008; Prof. Dr. Ferdinand Ullrich / Dr. Hans-Jürgen Schwalm. 112 Seiten, 28,4 x 21,4 cm, mit 69 farbigen und 11 schwarz-weißen Abbildungen. Hardcover. Christof Kerber Verlag, Bielefeld, ISBN 978-3-86678-214-3
  • 2009 Thomas Grochowiak – Walter Grasskamp. Energien / Synergien 8.; Walter Grasskamp. 104 Seiten, 22 × 14 cm, mit 16 Abbildungen. Broschur. Verlag Walther König, Köln, ISBN 978-3-86560-629-7
  • 2011 Dirk Teuber: Thomas Grochowiak. KÜNSTLER – Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 95, Heft 16, 3. Quartal 2011. ZEIT Kunstverlag, München, ISSN 0934-1730

Filme/Video/Audio[Bearbeiten]

  • 1990 WDR Westdeutscher Rundfunk Köln, „Hier bin ich – Meidner“. Annäherung an den Expressionisten Ludwig Meidner. Filmporträt, mit Thomas Grochowiak als Zeitzeugen. Autor: Jörn Staeger. Länge: 29 Minuten
  • 1991 SWF Südwestrundfunk Baden-Baden, Tonmalereien | Oliver Amadeus Kayser am Klavier mit Klanginterpretationen der Gemälde von Thomas Grochowiak. Filmreportage. Sendung im August 1991, Länge: 45 Minuten
  • 1991 ARD, „Lust auf Farbe – von Mozart inspiriert“. Ein Film von Ingrid LaPlante über Thomas Grochowiak.
  • 2005 TV Emscher-Lippe, Eröffnung der Ausstellung im Museum Gelsenkirchen: „Malerische Kompositionen zu F. D. R. Kuhlau von Thomas Grochowiak“. Sendung am 2. Februar 2005. Länge: 5 Minuten
  • 2005 SWR2 Südwestrundfunk, „Zeitgenossen – Thomas Grochowiak, Maler“, im Gespräch mit Günter Schehl. Sendung am 20. November 2005, 14.05 Uhr. Länge: 45 Minuten
  • 2007 WDR 5 Westdeutscher Rundfunk Köln, Erlebte Geschichten: „Von einem, der auszog Maler zu werden“. Thomas Grochowiak und die Kunstszene der Nachkriegszeit. Sendung am 25. November 2007, Länge: 22 Minuten

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jens Dirksen: „junger westen“-Maler Thomas Grochowiak starb mit 97 Jahren; Nachruf in Der Westen vom 26. November 2012
  2. Thomas Grochowiak: Biografie auf grochowiak.com