Thomas Händel

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Thomas Händel (* 27. August 1953 in Nürnberg) ist ein deutscher Politiker (Die Linke) und Gewerkschafter.

Leben[Bearbeiten]

Händel ist seit 1970, dem Beginn seiner Ausbildung zum Elektromechaniker bei Grundig in Fürth, Mitglied in der IG Metall. Er wurde zunächst als Jugendvertreter, danach als Betriebsrat gewählt. Nach Absolvieren der Akademie der Arbeit an der Universität Frankfurt/Main wurde er dort Assistent für den Lehrbetrieb u. a. von Wolfgang Abendroth. Seit 1979 war er Mitarbeiter im Vorstand der IG Metall und seit ihrer Gründung auch (als Vertreter der IG Metall) Mitglied im Koordinierungsausschuss der Friedensbewegung auf Bundesebene. 1987 wurde er Geschäftsführer der IG Metall in Fürth, sowie Mitglied des Beirats der IG Metall. Daneben war er von 1995 bis 2006 ehrenamtlicher Richter am Landesarbeitsgericht[1].

Zusammen mit Klaus Ernst, Anny Heike, Gerd Lobodda, Günther Schachner, Herbert Schui und Peter Vetter versandte er am 12. März 2004 per E-Mail einen Aufruf zur Gründung der Initiative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (ASG). Die Entwicklung einer bei der nächsten Bundestagswahl wählbaren Alternative aus diesem Bündnis heraus wurde ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Im Juni 2004 wurde Händel, wie die fünf anderen langjährigen SPD-Mitglieder des Gründungsaufrufes, auf Antrag des Parteivorstandes ohne Anhörung aus der SPD ausgeschlossen.

Die ASG schloss sich kurz darauf mit der in Norddeutschland entstandenen, globalisierungskritischen Wahlalternative zum Verein „Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit“ zusammen. Im Januar 2005 entstand daraus die Partei Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative, kurz WASG. Thomas Händel war ab der Gründung der Partei einer der vier Geschäftsführenden Vorstände und Bundesschatzmeister der WASG. Seit dem 1. Dezember 2007 ist er stellvertretender Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung[2]. Bei der Europawahl 2009 wurde Händel in das Europäische Parlament gewählt und 2014 wiedergewählt.

EU-Abgeordneter[Bearbeiten]

Händel ist Mitglied des Vorstandes seiner Fraktion, der Konföderale Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke.

Ebenso ist er Mitglied im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten, im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz sowie in der Delegation in der Paritätischen Parlamentarischen Versammlung AKP-EU.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Lorenz: Techniker der „kalten Fusion“. Das Führungspersonal der Linkspartei. In: Tim Spier u.a. (Hrsg.): Die Linkspartei. Zeitgemäße Idee oder Bündnis ohne Zukunft? VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 9783531149417, S. 275-323.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ehrenamtliche Richter am LAG Nürnberg 2007
  2. Webseite der Rosa-Luxemburg-Stiftung
  3. Website des Europäischen Parlaments