Thomas Harding

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Thomas Lucien Harding (* 1968 in London) ist ein britischer Journalist und Autor.[1]

Leben[Bearbeiten]

Harding besuchte die Westminster School in London und studierte Anthropologie und Politische Wissenschaften am Corpus Christi College, in Cambridge. Er begann als Journalist für das Fernsehen zu arbeiten und schrieb seither für eine Reihe von Zeitungen, darunter The Guardian, The Sunday Times, The Independent und die Financial Times.

Harding veröffentlichte 1998 The Video Activist Handbook und prägte damit den Begriff Videoaktivismus. 2002 war er Co-Autor des Sammelbandes Video for Change. Harding war Mitgründer der Organisation Undercurrents[2] und erhielt 1998 die Lizenz für den lokalen Fernsehsender Oxford Channel[3].

Harding und seine Frau übersiedelten in die USA, und er co-produzierte bei einem Fernsehsender im Bundesstaat West Virginia ein politisches Magazin. Im Jahr 2006 wurde er in Shepherdstown Mitherausgeber der Zeitung The Shepherdstown Observer. Seine journalistische Tätigkeit wurde von der Regierung des Staates West Virginia administrativ behindert, und er selbst wurde wegen seiner Berichterstattung verklagt.[4] Im Jahr 2010 gewann er einen Prozess vor dem Verfassungsgericht des Staates, und 2011 kam dank seiner politischen Tätigkeit in West Virginia ein Gesetz zustande, das die Rechte der Journalisten gegen staatliche Eingriffe stärkte.[5][6]

Harding ist ein Verwandter von Hanns Alexander (1917–2006), der 1936 als Jude aus dem nationalsozialistischen Deutschland fliehen musste und der als britischer Offizier am Ende des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland kam. Seine Aufgabe war es, führende deutsche Nationalsozialisten ausfindig zu machen. Ihm gelang es 1946, den Kommandanten des KZ Auschwitz Rudolf Höß, der sich unter falschem Namen in Schleswig-Holstein auf einem Bauernhof verborgen hielt, aufzuspüren und zu verhaften. Harding hat die Geschichte recherchiert und 2013 als Buch veröffentlicht.[7] Die Biografie war auf der Shortlist für die Costa Book Awards 2013.[8]

Mit Debora Harding hat er zwei Kinder und lebt in Hampshire, England.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • The video activist handbook. Pluto Press, London 1998
  • Hanns and Rudolf: The German Jew and the Hunt for the Kommandant of Auschwitz. Heinemann, London 2013
    • deutsche Ausgabe: Hanns und Rudolf. Der deutsche Jude und die Jagd nach dem Kommandanten von Auschwitz. Aus dem Englischen von Michael Schwellien. dtv, München 2014. ISBN 3-423-28044-1

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Harding: The Kommandant's Daughter, Washington Post Magazine, 8. September 2013
  2. Undercurrents siehe englische Wikipedia: Undercurrents (news)
  3. Oxford Channel siehe englische Wikipedia: Six TV
  4. US publisher sues West Virginia secretary of state, in: New Statesman, 3. Juni 2010
  5. Lawrence Messina: W.Va. judge voids elections complaint gag law, von Associated Press, 20. Juni 2012
  6. Steve Korris: Petitions are public records, Justices rule, West Virginia Record, 30. September 2010
  7. Ian Thomson: Evil on the run, Financial Times, 14. September 2013, S. 9
  8. Das Geheimnis des netten Onkels in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 13. Dezember 2013, Seite 4