Thomas Hirschhorn

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Thomas Hirschhorn (* 16. Mai 1957 in Bern) ist ein Schweizer Installationskünstler.

Installation Ingeborg Bachmann Altar im U-Bahnhof Berlin Alexanderplatz

Leben und Werk[Bearbeiten]

Thomas Hirschhorn lebt und arbeitet seit 1984 in Paris, Frankreich. Der in Bern geborene Thomas Hirschhorn wuchs in Davos auf, besuchte die Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich und gewann ab Mitte der 1990er Jahre internationale Anerkennung für seine Installationen, beispielsweise die Installation Kunsthalle prekär in Langenhagen (1996). Hirschhorn versteht sich nach eigener Aussage als ein Künstler, der «Kunst politisch macht».

Grössere internationale Bekanntheit erlangte Hirschhorn durch die Installation «Swiss-Swiss Democracy» im Schweizer Kulturzentrum Paris, 2004. Diese war Medienberichten zufolge ein Skandal, da sie der Aussendarstellung des Landes schade. Nach einer Welle der Empörung im Nationalrat wurden als Strafaktion der Kulturstiftung Pro Helvetia die Mittel in Höhe des Beitrags der Stiftung an diese Ausstellung gekürzt. Stein des Anstosses war das Kollagieren von Folterbildern aus dem Irak mit Wappen der Schweizer Kantone; ein Detail in der für Hirschhorn typischen, unübersichtlichen Architektur der Installation.

Eine weitere Form der Installation, die Hirschhorn in verschiedenen Städten an öffentlichen Orten aufbaut, ist der Strassenaltar. Bisher widmete er seine Altäre vier Schriftstellern und Künstlern: Piet Mondrian, Otto Freundlich, Raymond Carver und Ingeborg Bachmann. Im Oktober 2006 installierte er für das Ausstellungsprojekt «U2 Alexanderplatz» der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst (NGBK) im U-Bahnhof Berlin Alexanderplatz den «Ingeborg Bachmann Altar».

Crystal of Resistance ist der Titel der Installation von Thomas Hirschhorn im Pavillon der Schweiz auf der 54. Biennale di Venezia. Mit dieser Arbeit will Hirschhorn nach eigenen Angaben drei Fragen an seine Arbeit stellen. "Erstens: Kann meine Arbeit einen neuen Begriff der Kunst erschaffen? Zweitens: Kann meine Arbeit einen 'kritischen Körper' aufbauen? Drittens: Kann meine Arbeit ein 'Nicht-exklusives Publikum' implizieren?"[1] Zehn Wochen lang im Sommer 2013 in New York City öffnet sein Pavillon des Gramsci-Monument für Anwohner und internationale Gäste in der Bronx.[2]

Thomas Hirschhorn wird von der Galerie Arndt in Berlin vertreten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Hirschhorn, Marcus Steinweg: MAPS. Merve, Berlin 2008, ISBN 978-3-88396-253-5 (dt.)/ ISBN 978-3-88396-254-2 (engl.)
  • Stech, Fabian: J’ai parlé avec Lavier, Annette Messager, Sylvie Fleury, Hirschhorn, Pierre Huyghe, Delvoye, D.G.-F., Hou Hanru, Sophie Calle, Ming, Sans et Bourriaud. Les presses du réel, Dijon 2007, ISBN 2-84066-166-7

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Öffentliche Sammlungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zitiert nach 'Crystal of Resistance', Thomas Hirschhorn; Informationsblatt des Schweizer Pavillons, Venedig 1. Juni bis 27. November 2011. Abgerufen am 9. November 2014.
  2. Hotdogs an der Gramsci-Bar Der Künstler Thomas Hirschhorn hat in New York einen Kultur-Pavillon aufgebaut, Deutschlandradio Kultur vom 9. Juli 2013, abgerufen 10. Juli 2013