Thomas Müller (Fußballspieler)

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Thomas Müller

Thomas Müller im September 2012

Spielerinformationen
Geburtstag 13. September 1989
Geburtsort Weilheim i. OBDeutschland
Größe 186 cm
Position Sturm, offensives Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1993–2000
2000–2007
TSV Pähl
FC Bayern München
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2007–2009
2008–
FC Bayern München II
FC Bayern München
36 (16)
165 (58)
Nationalmannschaft2
2004–2005
2007
2008
2009
2010–
Deutschland U-16
Deutschland U-19
Deutschland U-20
Deutschland U-21
Deutschland
6 0(0)
3 0(0)
1 0(1)
6 0(1)
56 (22)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 10. Mai 2014
2 Stand: 13. Juli 2014

Thomas Müller (* 13. September 1989 in Weilheim in Oberbayern) ist ein deutscher Fußballspieler, der beim FC Bayern München unter Vertrag steht. 2014 wurde er mit der Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister.

Karriere

Vereine

Müller, der sowohl als Stürmer als auch im offensiven Mittelfeld eingesetzt werden kann, wechselte 2000 vom TSV Pähl in die D-Jugend des FC Bayern München. Mit der A-Jugend der Bayern wurde er 2007 Meister der A-Jugend-Bundesliga Süd/Südwest und gewann in der Endrunde die deutsche Junioren-Vizemeisterschaft, wobei er im Halbfinale und im Finale jeweils ein Tor erzielte. In seinem zweiten Jahr in der höchsten Jugendklasse erzielte er in 26 Spielen 18 Tore. Daraufhin wurde er auch in der U-23 aufgeboten, die in der Regionalliga spielte. Am 7. März 2008 gab er dort sein Debüt und erzielte auch gleich ein Jokertor.

Zu Beginn der Spielzeit 2008/09 wurde Müller in den Kader der zweiten Mannschaft übernommen, absolvierte jedoch gleichzeitig einen Teil der Vorbereitung mit dem Bundesliga-Kader von Jürgen Klinsmann. Sein Profidebüt gab Müller beim Auftakt der zuvor neu gegründeten 3. Liga am 27. Juli 2008 beim 2:1-Sieg im Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin, bei dem er in der 49. Minute das 1:0 erzielte. Sein Debüt in der Bundesliga hatte er kurz darauf am 15. August 2008 (1. Spieltag) beim 2:2-Unentschieden im Heimspiel gegen den Hamburger SV mit Einwechslung für Miroslav Klose in der 80. Minute. Danach spielte er aber fast ausschließlich in der zweiten Mannschaft, für die er in 32 Spielen 15 Tore erzielte. Erst gegen Ende der Spielzeit kam er zu weiteren Einwechslungen im Erstligateam. Zudem gab er am 10. März 2009 sein Debüt in der Champions League, als er in der 72. Minute für Bastian Schweinsteiger eingewechselt wurde, zwei Minuten später ein Tor einleitete und in der 90. Minute selbst ein Tor erzielte, womit er den bis dahin höchsten Champions-League-Sieg für die Münchner, das 7:1 gegen Sporting Lissabon im Achtelfinale, herstellte.

Im Februar 2009 unterschrieb Müller, der den deutschen Fußballspieler Gerd Müller zu seinen Vorbildern zählt,[1] einen ab Beginn der Saison 2009/10 gültigen Profivertrag mit Laufzeit bis 2011.[2] Vom ersten Spieltag an kam er als Einwechselspieler zum Einsatz. Am 12. September 2009 (5. Spieltag) erzielte er seine ersten beiden Bundesligatore beim 5:1-Sieg im Auswärtsspiel gegen Borussia Dortmund und rückte danach in die Stammformation auf. Drei Tage später debütierte Müller in der Startelf der Bayern im Champions-League-Auswärtsspiel gegen Maccabi Haifa, auch dort mit einem „Doppelpack“. Ende 2009 wurde Müllers Vertrag beim FC Bayern München vorzeitig bis 2013 verlängert.[3] Am 1. Mai 2010 (33. Spieltag) erzielte er alle drei Tore beim 3:1-Erfolg über den VfL Bochum und führte damit die Vorentscheidung zur Meisterschaft 2010 herbei. Neben der Deutschen Meisterschaft gewann er mit dem FC Bayern München auch den DFB-Pokal und erreichte das Finale der UEFA Champions League, das jedoch mit 0:2 gegen Inter Mailand verloren ging. Müller wurde in seiner ersten Bundesligasaison zum Stammspieler und hatte mit seinen 19 Toren in 52 Pflichtspielen Anteil an den Erfolgen seiner Mannschaft.

Trotz einiger Angebote ausländischer Top-Klubs bekundete Müller vor der Saison 2010/11, langfristig beim FC Bayern München bleiben zu wollen.[4] Er verlängerte seinen Vertrag vorzeitig und zu deutlich besseren Konditionen bis 2015.[5]

In der Saison 2011/12 blieb er auch unter Trainer Jupp Heynckes einer der zuverlässigsten Spieler im Team. Zwar stand er nicht mehr ganz in vorderster Reihe und kam nur siebenmal erfolgreich zum Abschluss, spielte aber weiterhin eine wesentliche Rolle im offensiven Mittelfeld. Am 31. März 2012 (28. Spieltag) absolvierte Müller seinen 100. Bundesligaeinsatz für die Bayern im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg. Am Ende der Spielzeit hatte er zum dritten Mal in Folge in allen 34 Saisonspielen und damit in 102 Bundesligaspielen in Folge gespielt. Dazu kam er in drei Jahren bis auf eine Gruppenrundenpartie in allen Champions-League- und auch in allen DFB-Pokal-Partien des FC Bayern zum Einsatz.

Im Dezember 2012 verlängerte Müller seinen bis 2015 laufenden Vertrag um weitere zwei Jahre bis zum Jahr 2017.[6]

Müller bei der Triple-Feier 2013 im Münchner Rathaus

Am 28. Spieltag der Saison 2012/13 sicherte sich Müller mit den Bayern vorzeitig die Meisterschaft in der Bundesliga. Am 25. Mai 2013 gewann er mit dem FC Bayern München im Londoner Wembley-Stadion die UEFA Champions League mit 2:1 gegen Borussia Dortmund. Er war im Wettbewerb mit acht Toren bester Torschütze der Bayern und hatte vor allem beim 7:0 (Hin- und Rückspiel) im Halbfinale gegen den FC Barcelona mit drei Toren Anteil am Finaleinzug seines Vereins. Mit dem Sieg im DFB-Pokal-Finale am 1. Juni 2013 gewann Müller erstmals mit dem FC Bayern als deutschem Fußballverein das große europäische Triple im Herren-Fußball. Bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres wurde Müller von den wahlberechtigten Journalisten auf den 6. Platz gewählt. Am 30. August 2013 gewann er mit Bayern den UEFA Super Cup gegen Chelsea, am 21. Dezember 2013 die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2013 im Finale gegen Raja Casablanca.

Thomas Müller wurde von der FIFA, neben fünf weiteren Mannschaftskollegen des FC Bayern München, in einer Auswahlliste von 23 Spielern benannt, die zum Weltfußballer 2013 gewählt werden können. Der Preisträger wurde am 13. Januar 2014 in Zürich gekürt.[7]

In der Saison 2013/14 stand Müller mit den Bayern am 27. Spieltag rechnerisch als deutscher Meister fest. Am 17. Mai 2014 schoss er im Pokalfinale 2014 in der Verlängerung gegen Dortmund das Tor zum 2:0-Endstand und gewann damit das Double aus Meisterschaft und Pokal. Dazu wurde er mit acht Toren Torschützenkönig des DFB-Pokals 2013/14.

Im Juni 2014 verlängerte Müller seinen laufenden Vertrag bis zum 30. Juni 2019.[8]

Nationalmannschaft

Müller im Trikot der Nationalmannschaft

Juniorenauswahl

Erstmals für eine deutsche Juniorenauswahl spielte Thomas Müller in der U-16; sechsmal kam er dort zum Einsatz.[9] Danach wurde er nur noch unregelmäßig berufen, das nächste Mal in die U-19, für die er dreimal spielte. Für die U-20 spielte er einmal am 3. September 2008 gegen Österreich und erzielte den Treffer zum 4:2-Endstand, sagte dann aber die Teilnahme an der U-20-Weltmeisterschaft 2009 in Ägypten selbst ab, um seinen Stammplatz in der Bundesliga nicht zu verlieren. Am 11. August 2009 wurde Müller erstmals in die U-21-Nationalmannschaft berufen; das Spiel gegen die Türkei ging mit 1:3 verloren. Sechsmal spielte er für die älteste Juniorenmannschaft.

A-Nationalmannschaft

Am 6. November 2009 wurde Thomas Müller für das Test-Länderspiel gegen die Elfenbeinküste in die A-Nationalmannschaft eingeladen. Die Aufnahme in den A-Kader wurde jedoch kurz darauf verworfen, da Müller zunächst noch für die U 21 in der Junioren-EM-Qualifikation gegen Nordirland und San Marino eingesetzt werden sollte; darauf hatte sich Bundestrainer Joachim Löw mit U-21-Coach Rainer Adrion verständigt.[10] Am 21. Januar 2010 wurde Müller von Löw eingeladen, an einem Leistungstest der Nationalmannschaft im Hinblick auf die WM 2010 in Südafrika teilzunehmen. Am 3. März 2010 debütierte Thomas Müller in der deutschen A-Nationalmannschaft. In der heimischen Allianz Arena stand er von Beginn an gegen Argentinien auf dem Platz, konnte jedoch die 0:1-Niederlage nicht verhindern. In der 67. Minute wurde er für den zweiten Debütanten des Abends, Toni Kroos, ausgewechselt.

WM 2010

Am 6. Mai 2010 wurde er von Bundestrainer Löw in den erweiterten Kader und kurz vor der Abreise nach Südafrika in das endgültige Aufgebot für die WM 2010 berufen. Im ersten Gruppenspiel erzielte er beim 4:0-Erfolg gegen Australien seinen ersten Treffer in einem A-Länderspiel und bereitete zudem einen weiteren Treffer vor. Beim 4:1-Sieg gegen England im Achtelfinale schoss Müller zwei Tore (das 3:1 und das 4:1) und legte ein weiteres Tor für Lukas Podolski auf. Im Viertelfinalspiel gegen Argentinien erzielte er mit einem Kopfballtor in der dritten Minute das 1:0. In der 35. Minute erhielt er wegen eines Handspiels seine zweite gelbe Karte der WM und war damit für das Halbfinalspiel am 7. Juli 2010 gegen Spanien gesperrt. Beim 3:2-Sieg im Spiel um Platz 3 gegen Uruguay erzielte Müller das 1:0 und schoss damit sein fünftes Tor im Turnier, womit er vor Miroslav Klose zum erfolgreichsten Torschützen der deutschen Mannschaft beim Turnier in Südafrika avancierte. In den Spielen gegen England und Uruguay wurde er zum Man of the Match gewählt.

Mit fünf Toren und drei Torvorlagen erhielt Müller den Goldenen Schuh als Torschützenkönig der WM 2010. Nach Gerd Müller (1970) und Miroslav Klose (2006) war er der dritte deutsche Spieler, dem dies gelang. Zudem wurde Thomas Müller als Bester Junger Spieler ausgezeichnet.[11]

EM 2012

Nach seinem Durchbruch nahm er weiterhin die Stammposition als rechter Außenstürmer der Nationalmannschaft ein. Unter anderem spielte er alle zehn Spiele der Qualifikation für die Europameisterschaft 2012, die – erstmals von einem deutschen Nationalteam – alle gewonnen wurden. Im Mai 2012 wurde er erwartungsgemäß in das EM-Aufgebot berufen und stand dort in der ersten Elf, die in der Gruppenphase auflief. Im Viertelfinale stellte Trainer Löw eine komplett neue Sturmformation zusammen; erst beim Stand von 2:1 für Deutschland gegen Griechenland wurde Müller eingewechselt. Im Halbfinale kam er in der 71. Minute als letzte Offensivmaßnahme für einen Abwehrspieler noch ins Spiel, konnte aber die Partie nicht mehr wenden. In keinem der fünf Turnierspiele erzielte er ein Tor oder gab eine erfolgreiche Vorlage.

WM 2014

Thomas Müller (rechts) nach dem Gewinn der WM 2014

Im ersten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft bei der WM 2014 am 16. Juni 2014 in Salvador da Bahia erzielte Müller beim 4:0-Sieg über Portugal drei Tore,[12] beim dritten Gruppenspiel gegen die USA eines. Im Halbfinale gegen Brasilien erzielte er mit dem 1:0-Führungstreffer zum 7:1-Sieg das 2000. Tor der Nationalmannschaft. Damit hat er bei Weltmeisterschaften zehn Tore in 12 Spielen erzielt und belegt zusammen mit Helmut Rahn Platz vier in der Rangliste der besten Torschützen des DFB bei Weltmeisterschaften. Er ist der erste deutsche Spieler, dem drei Tore in einem Spiel gegen eine Mannschaft der Top-10 der FIFA-Weltrangliste gelangen und der erste WM-Torschützenkönig, dem bei der folgenden WM fünf Tore gelangen. Am 13. Juli 2014 gewann er mit der deutschen Mannschaft in Rio de Janeiro nach einem 1:0-Erfolg nach Verlängerung gegen Argentinien den Weltmeistertitel.

Spielstatistik

Die Tabelle nennt die Anzahl aller Spiele (S) und Tore (T) je Wettbewerb und Saison. Spiele in der UEFA Champions League und im UEFA-Pokal beinhalten auch die zugehörigen Qualifikationsspiele.

Bundesliga Regionalliga
Süd

3. Liga
Champions League,
UEFA-Pokal
DFB-Pokal DFL-Supercup National-
mannschaft
Gesamt
Saison Verein S T S T S T S T S T S T S T
2007/08 FC Bayern München II 3 1 3 1
2008/09 32 15 32 15
2008/09 FC Bayern München 4 0 1 1 5 1
2009/10 34 13 12 2 6 4 8 5 60 24
2010/11 34 12 8 3 5 3 1 1 10 3 58 22
2011/12 34 7 14 2 5 2 16 2 69 13
2012/13 28 13 13 8 5 1 1 1 10 4 57 27
2013/14 31 13 12 5 5 8 1 0 12 8 61 34
2014/15 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Summe 165 58 35 16 60 21 26 18 3 2 56 22 337 133

Stand: 13. Juli 2014

Erfolge

Nationalmannschaft

Verein

Auszeichnungen

Soziales Engagement

Müller unterstützt seit 2010 das Projekt YoungWings als Botschafter. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche, die um einen nahen Angehörigen oder Freund trauern.[16]

Privates

Müller besuchte das Gymnasium Weilheim und machte dort 2008 sein Abitur. Im November 2009 heiratete Müller seine Freundin Lisa, die als Dressurreiterin aktiv ist.[17][18]

Weblinks

 Commons: Thomas Müller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Gartenschläger, Lars: Was Joachim Löw an Nelson Mandela bewundert bei welt.de, 6. Juni 2012 (abgerufen am 15. Juni 2012).
  2. Badstuber und Müller unterschreiben Offizielle Webseite des FC Bayern München vom 16. Februar 2009
  3. FCB verlängert Verträge mit drei Spielern Offizielle Webseite des FC Bayern München vom 4. Februar 2010
  4. Zehn Jahre Bayern? «Sofort!» Artikel auf news.de vom 14. Juli 2010
  5. Bayern bindet Müller bis 2015 Artikel auf kicker.de vom 6. August 2010
  6. Vertrag verlängert Thomas Müller bleibt bis 2017 beim FC Bayern, fcbayern.de, abgerufen am 4. Januar 2013
  7. Men’s shortlists for FIFA Ballon d’Or 2013 revealed auf uefa.com (englisch)
  8. Bayern verlängert mit zwei Top-Stars, tz.de, abgerufen am 11. Juni 2014
  9. Deutscher Fußball-Bund (PDF; 7,5 MB): "Ergebnisse der Talentförderung 2010", S. 21, 2. September 2010
  10. A-Nationalmannschaftsdebüt verschoben Süddeutsche Zeitung
  11. Müller: Torschützenkönig und "Bester Junger Spieler" Kicker online, 11. Juli 2010, abgerufen am 26. Juni 2014.
  12. Müller, Hummels, Müller – und Müller. RP.online. 14. Juni 2014. Abgerufen am 16. Juni 2014.
  13. Bayern bestimmen VDV-Besten-Wahl 2009/10 Offizielle Webseite des FC Bayern München vom 13. Juli 2010
  14. Tor des Monats Juni 2010
  15. Tor des Monats Mai 2012
  16. Website YoungWings, abgerufen am 26. Juni 2014.
  17. Thomas Müllers Ehefrau Lisa - Pferde statt Prada auf Süddeutsche.de
  18. Müller: Eine Beule für Lisa auf abendzeitung-muenchen.de
Vorgänger Amt Nachfolger
Lukas Podolski
(Deutschland)
Bester Junger Spieler
WM 2010
Paul Pogba
(Frankreich)