Thomas de Choisy

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Thomas de Choisy, Marquis de Moigneville (* 1632 vermutlich in Paris; † 26. Februar 1710) war ein Offizier und Ingenieur Ludwigs XIV. von Frankreich. Er war der Gouverneur der Festungsstadt Saarlouis von deren Gründung 1680 bis zu seinem Tode.

Leben[Bearbeiten]

Festung Charleroi 1693
Hinter dieser Gedenkplatte in der Kirche St. Ludwig ruht die Bleikapsel mit seinem Herzen

Thomas de Choisy trat 1650 in die königliche Garde ein. Am 10. August 1659 wurde er zum Lieutenant und aide-major im Kavallerie-Regiment Saint-Diéry promoviert. 1668 wurde er Enseigne (Fähnrich) in der Oberstkompagnie des Infanterieregimentes d‘Espagny.

Der Marquis de Louvois bezeichnete ihn als fähigsten der Ingenieure, die in Lille waren. Louvois überantwortete ihm die Arbeit an der Festung Charleroi die im Jahre 1668 fertiggestellt wurde.[1] Von 1668 bis 1675 leitete er weitere Bauarbeiten an den Festungen von Huy und Maastricht nach 1673 und nahm auch an der Belagerung von Maastricht 1676 teil.[2]

Choisy war von 1677 bis 1680 Kommandant der Festung Thionville.[3] In dieser Zeit machte er Standort- und Bauvorschläge für die Festungen Longwy [4] und Saarlouis.

Thomas de Choisy nahm an der Belagerung von Luxemburg (1684) teil, ab 1687 leitete er die Bauarbeiten an der Festung Mont Royal. Er nahm an der Verteidigung von Mainz im Jahre 1689 teil.

« il servit à la défense de cette place avec la plus grande valeur et la plus singulière intelligence[5] »

1692 übernahm er von Tallard den Oberbefehl bei der Belagerung der Burg Rheinfels.[6][7]

Der Leichnam von Thomas de Choisy wurde in die Familiengruft in Mogneville überführt, sein Herz jedoch blieb – wie er selbst verfügt hatte – in seiner Stadt und wurde in der Pfarrkirche St. Ludwig beigesetzt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charleroi in: Die Festungen Vaubans
  2. George Satterfield: Princes, posts and partisans - the army of Louis XIV and partisan warfare in the Netherlands (1673-1678) Brill, 2003, S. 146, ISBN 9004131760
  3. Guillaume Ferdinand Teissier: Histoire de Thionville - suivie de divers mʹemoires sur l'origine et l'accroissement des fortifications, les ʹetablissemens religieux et de charitʹe, l'instruction publique, la topographie, la population, le commerce et l'industrie, etc.; de notices biographiques; de chartes et actes publics dans les langues romane et teutone, etc Verronnais, 1828
  4. Heike Kempf: Festung Longwy
  5. ‪Les Lieutenans généraux des armées du Roi, depuis la création de cette Charge en 1621 jusqu’au régne de Louis XV en 1715‪, Vorlage:T., (15 avril-15 septembre 1850), Paris, Claude Hérissant, 1761, 684, S. 536.
  6. Geschichte der Burg Rheinfels
  7. Wolfgang Eichelmann: Hessische Münzen und Medaillen: Gedanken und Betrachtungen zu Münzen und Medaillen des Hauses Brabant MV-Verlag, 2010 S. 137, ISBN 3869910607