Thomas von Cantimpré

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Thomas von Cantimpré (* 1201 in Bellinghem bei Sint-Pieters-Leeuw; † 1270 oder 1272), auch Thomas Cantimpratensis, Thomas Brabantinus, oder Thomas van Bellinghen, war ein Theologe, Naturforscher und Enzyklopädist des 13. Jahrhunderts.

Im Alter von fünf Jahren wurde er aufgrund eines Gelübdes seines Vaters in ein Kloster in Lüttich gegeben. Mit sechzehn Jahren wurde er 1217 Kanonikus in der Augustinerabtei zu Cantimpré bei Cambrai. Um 1232 wechselte er aber zum Orden der Dominikaner in Löwen. Bald darauf studierte er in Köln bei Albertus Magnus. Von 1237 bis 1240 hielt er sich im Konvent St. Jacques in Paris auf. 1241 beendete er sein Liber de natura rerum, an dem er seit etwa 1225 gearbeitet hatte. 1246 wird Thomas Subprior und Lektor in Löwen. Weil das Studium der Wissenschaft im Dominikanerorden auf wachsenden Widerstand stieß, widmete sich Thomas in seinen letzten Lebensjahren vor allem der Seelsorge. Sein letztes und vielbeachtetes Buch war das Bonum universale de apibus (zwischen 1258 und 1263 vollendet), in dem er am Beispiel des Bienenstaates das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen untersucht.

Werke[Bearbeiten]

Etwa 15 Jahre lang sammelte Thomas Material für sein Liber de natura rerum, eine umfassende Enzyklopädie des damaligen naturkundlichen Wissens für Geistliche, zu der er Werke von Aristoteles, Plinius, Solinus, Ambrosius und Jakob von Vitry und einen anonymen Autor, den er „Experimentator“ nannte, als Quellen benutzte. Es ist in einer 19- und einer 20-bändigen Ausgabe erschienen und wurde in vier volkssprachlichen Übersetzungen herausgegeben.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]