Thompson Twins

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Thompson Twins
Thompson Twins Feb84.JPG
Allgemeine Informationen
Genre(s) New Wave, Pop
Gründung 1977
Auflösung 1991
Gründungsmitglieder
Tom Bailey
Pete Dodd
John Roog
Jon "Pod" Podgorski
Letzte Besetzung
Tom Bailey
Alannah Currie
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Chris Bell
Congas, Percussion
Joe Leeway
Bass
Matthew Seligman

Die Thompson Twins waren eine britische New-Wave-Band der 1980er Jahre.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Thompson Twins formierten sich im April 1977 in Sheffield ursprünglich aus den Bandmitgliedern Tom Bailey (Bass/Gesang), Pete Dodd (Gitarre und Gesang), John Roog (Gitarre), und Jon "Pod" Podgorski (Schlagzeug). Sie bestritten zwei Jahre lang hauptsächlich Liveauftritte, dann zogen sie nach London und bekamen hier Kontakt zur Hausbesetzer-Szene. Sie wurden dort ein Teil einer „linken Bewegung“. Der Name Thompson Twins wurde nach den zwei bekannten Detektiven Schulze und Schultze (im Englischen „Thomson und Thompson“) aus der Comicserie Tim und Struppi von Hergé gewählt.

Die Band[Bearbeiten]

1981 bestand die Band aus Bailey, Dodd, Roog und den drei neuen Mitgliedern: Chris Bell am Schlagzeug, Joe Leeway an den Congas und Percussions und Jane Shorter am Saxophon. In dieser Konstellation wurde das erste Thompson-Twins-Album A Product of … (Participation) eingespielt. Alannah Currie, die zwar immer mit der Band zu tun hatte und auch ein paar kleine Parts auf dem ersten Album zum besten gab, war bis dahin aber kein fester Bestandteil der Band.

Nach dem ersten Album verließ Shorter die Band. Currie wurde jetzt zum offiziellem Mitglied. Bassist Matthew Seligman steigt ebenfalls bei den Thompson Twins mit ein. Bailey übernahm die Keyboards und wurde zum eigentlichem Sänger der Band. Leeway übernahm die Vocals bei einzelnen Tracks.

Tom Bailey (1986)

Der erste Plattenvertrag wurde 1982 bei Arista Records unterschrieben und Set wurde veröffentlicht, wo Thomas Dolby ein paar kleine Gastauftritte hatte. Star-Produzent Steve Lillywhite (produzierte u. a. U2 und XTC) übernahm die Leitung zu den Aufnahmen. Er leitete den Wendepunkt in der Laufbahn der Thompson Twins ein. Nachdem die Single In The Name Of Love überraschend die Spitze der US-Dance-Charts erklommen hatte, entschlossen sich der weiße Tom Bailey, die Neuseeländerin Alannah Currie und der dunkelhäutige Joe Leeway, künftig als Trio weiterzuarbeiten. Sie entwarfen ein Logo, änderten ihr Outfit, nahmen Unterricht in Choreographie und entwickelten eine detaillierte Bühnen-Show. Nun im Aussehen an eine bunte New-Wave-Truppe erinnernd – Bailey mit rotem Haar und modischem Pferdeschwanz, Leeway mit Rastazöpfchen und Currie mit blonder an den Seiten rasierter, wilder Turmfrisur – machten sie, wenn auch abgemilderter, weiterhin Ethno-Pop.

Mit einer England-Tournee, unterstützt von vier Begleitmusikern, machten die Twins ihr neues Material, die 1983 veröffentlichte LP Quick Step & Side Kick und die Singles Lies und Love On Your Side bekannt. Anschließend folgte eine erfolgreiche Amerika-Tournee.

1984 erschien ihr Album Into The Gap, das sich bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung auf dem ersten Platz der Charts befand und bald darauf Platin erhielt. Auch die Singles Doctor Doctor und Hold Me Now platzierten sich hervorragend. Die zur gleichen Zeit anlaufende Großbritannien-Tournee war bereits vorab restlos ausverkauft.

1985 beteiligten sich die Thompson Twins am Live-Aid-Projekt von Bob Geldof. Sie traten dort zusammen mit Madonna im JFK-Stadion in Philadelphia auf. Es folgten im selben Jahr das Album Here’s To Future Days und die Singles Don’t Mess With Doctor Dream und Lay Your Hands On Me.

Ende 1986 verließ Leeway das Trio. Die Platten des verbliebenen Duos erreichten nicht mehr die britischen oder amerikanischen Top 20. 1988 bekamen Bailey und Currie ihr erstes Kind. Ihre vorerst letzte Platte erschien 1991 mit dem Titel Queer.

1991 heirateten Tom und Alannah und zogen mit ihren beiden Kindern nach Neuseeland. Dort gründeten sie mit Keith Fernley, inspiriert durch diverse Indien-Aufenthalte ihrerseits, die Band BABBLE, die musikalisch dem Trance/Ambient zuzuordnen sind. Sie veröffentlichten die Alben The Stone im Jahr 1993 und Ether im Jahr 1996, einer der Songs wurde im Film Die Coneheads mit Dan Aykroyd gespielt. Da das Projekt jedoch keinen nennenswerten Erfolg verbuchen konnte, wurde es nach kurzer Lebensdauer wieder eingestellt. Für das 1998 in die Kinos kommende Coming-out-Drama The Edge of Seventeen komponierte Tom Baily die Filmmusik. Außerdem ist in dem 1984 spielenden Film In the Name of Love zu hören.

1999 produzierte Tom das Album "Mix" der neuseeländischen Band Stellar, wo er auch Keyboard spielte. Mit diesem Projekt gewann er einen Award als "Producer of the year". Außerdem hat er für diverse Filme instrumentale Musik komponiert und arrangiert. Tom macht weiterhin unter dem Namen International Observer Musik, welche in die Dub Richtung geht.

Nachdem Alannahs Schwester an Creutzfeldt-Jakob verstorben war, gründete sie in Neuseeland die Organisation "Mothers Against Genetic Engineering in Food and the Environment" (MAdGE), in der sie sich für unmanipulierte Nahrungsmittel einsetzte.[1]

Im Jahre 2003 ließen sich die beiden Thompson Twins scheiden. Seitdem lebt Tom Bailey in Frankreich, zusammen mit seiner neuen Lebensgefährtin und Schauspielerin Lauren Drescher. Alannah Currie lebt heute mit ihrer Tochter Indie in London.

Im März 2008 wurden die Alben Quick Step and Side kick und Into the Gap als Doppel-CDs wiederveröffentlicht. Beide Alben beinhalten alles, was in der jeweiligen Zeit eingespielt wurde, einschließlich verschiedener Remixe und B-Seiten der ausgekoppelten Singles. Im selben Jahr folgte die Doppel-CD-Ausgabe von Here’s to Future Days sowie eine Doppel-CD mit den ersten beiden Alben A product of… und Set, ebenfalls mit verschiedenen Bonus-Tracks.

Diskografie[Bearbeiten]

  • A Product Of … (1981)
  • Set (1982)
  • Quick Step & Side Kick (1983)
  • Into The Gap (1984)
  • Here’s To Future Days (1985)
  • Close To The Bone (1987)
  • Big Trash (1989)
  • Queer (1991)

Best Ofs & Re-Releases[Bearbeiten]

  • Thompson Twins Greatest Mixes (1988) (Compilation)
  • Thompson Twins - The Greatest Hits (1990) (Compilation)
  • Quick Step & Side Kick (Doppel-CD) (2008)
  • Into The Gap (Doppel-CD) (2008)
  • Here’s to future days (Doppel-CD) (2008)
  • A Product of … / Set (Doppel-CD) (2008)

Chartplatzierungen[Bearbeiten]

Singles[Bearbeiten]

Veröffentlichungen in chronologischer Reihenfolge und deren jeweils höchste Chartpositionen.

Jahr Single A CH D GB USA S NL
1982 In The Name Of Love 27
1982 Lies 67 30
1983 Love On Your Side 32 9 45 20
1983 We Are Detective 7
1983 Watching 33
1983 Hold Me Now 18 7 4 3
1984 The Gap 62 69
1984 Doctor Doctor 11 11 3 11 24
1984 You Take Me Up 24 2 44
1984 Sister Of Mercy 11
1984 Lay Your Hands On Me 39 13 6 17 27
1985 Don’t Mess With Doctor Dream 11 30 15 10
1985 King For A Day 22 8 10
1985 Revolution 56
1986 Nothing In Common 54
1987 Long Goodbye 89
1987 Get That Love 66 31
1988 In The Name Of Love ’88 46
1989 Sugar Daddy 97 28
1991 Come Inside 56
1992 The Saint 53

Alben[Bearbeiten]

Veröffentlichungen in chronologischer Reihenfolge und deren jeweils höchste Chartpositionen.

Jahr Alben A CH D GB USA
1982 In The Name Of Love 148
1983 Quick Step & Side Kick 2 34
1984 Into The Gap 7 6 1 10
1985 Here’s To Future Days 12 42 5 20
1987 Close To The Bone 76
1988 Thompson Twins Greatest Mixes 175
1989 Big Trash 143
1990 Thompson Twins - The Greatest Hits 23
1991 Queer -

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. theage.com.au