Thomson Majesty

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Thomson Majesty
Thomson Majesty.jpg
p1
Schiffsdaten
Flagge MaltaMalta (Handels- und Dienstflagge zur See) Malta
andere Schiffsnamen
  • Louis Majesty
  • Norwegian Majesty
  • Royal Majesty
  • Birka 1
Schiffstyp Kreuzfahrtschiff
Rufzeichen 9HA2188
Heimathafen Valletta
Eigner Majesty Trading
Bauwerft Kværner Masa-Yards
Baunummer 1312
Kiellegung 23. Januar 1990
Stapellauf 16. November 1990
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
207,10 m (Lüa)
185,80 m (Lpp)
Breite 33,20 m
Tiefgang max. 6,20 m
Vermessung 40.876 BRZ / 21.984 NRZ
 
Besatzung 570
Maschine
Maschine 4 × Wärtsilä-Dieselmotor (6 R 46)
Geschwindigkeit max. 20 kn (37 km/h)
Propeller 2 × Verstellpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 2.700 tdw
Zugelassene Passagierzahl 1462
Sonstiges
Klassifizierungen

Det Norske Veritas

Registrier-
nummern

IMO-Nr. 8814744

Die Thomson Majesty ist ein Kreuzfahrtschiff des britischen Kreuzfahrtunternehmens Thomson Cruises.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Schiff wurde am 23. Januar 1990 für die Birka Line bei der Wärtsilä-Werft in Mariehamn (Finnland) auf Kiel gelegt. Nach dem Konkurs der Werft beteiligte sich die Birka Line mit dem Wert des halbfertigen Rohbaus an der Nachfolgefirma Kværner Masa-Yards. Am 27. Februar 1990 gab die Birka Line die Beteiligung an die Werft zurück, der Rohbau wurde von der Majesty Cruise Line übernommen. Der Stapellauf des Schiffes erfolgte am 16. November 1990. Fertiggestellt wurde es am 1. Juli 1992.

Die Jungfernreise von Southampton nach New York begann am 7. Juli 1992. Am 21. Juli 1992 wurde das Schiff auf den Namen Royal Majesty getauft. In den Folgejahren fuhr das Schiff in Charter der Dolphin Cruise Line in der Karibik.

Im Mai 1997 übernahm die Norwegian Cruise Line das Schiff, ließ es renovieren und im November 1997 auf den Namen Norwegian Majesty umtaufen. Wie schon zwei weitere Schiffe der NCL-Flotte zuvor, wurde die Norwegian Majesty in der Zeit vom 16. Januar bis zum 1. April 1999 bei der Lloyd-Werft in Bremerhaven verlängert. Die 33,60 m lange Mittelsektion wurde von der Aker MTW Werft in Wismar an die Lloyd-Werft geliefert. Eingesetzt wurde die Norwegian Majesty in Alaska, Südamerika, der Karibik und zu den Bermudas bei meist siebentägigen Kreuzfahrten.

Im Jahr 2008 wurde das Schiff zweimal auf andere NCL-Gesellschaften übertragen. Bis Oktober 2009 blieb es noch unter Vollcharter bei NCL. Im Dezember 2009 nahm es als Louis Majesty bei Louis Cruise Lines den Dienst auf, das Einsatzgebiet lag hauptsächlich im Mittelmeer. Seitdem trug der nach wie vor blaue Hauptschornstein einen roten, durchbrochenen Kreis als Marke der Reederei. Im August 2011 wurden sämtliche Kreuzfahrten der Louis Majesty für Winter 2011/2012 abgesagt.[1] Das Schiff sollte stattdessen bis Ende 2011 ab Piräus fahren und im Anschluss bis März 2012 auf einer Werft überholt werden.[2]

Seit 1. Mai 2012 trägt das Schiff den Namen Thomson Majesty und fährt inzwischen für Thomson Cruises, einem britischen Tochterunternehmen der TUI.[3] Es fährt seither unter maltesischer Flagge.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Am 10. Juni 1995 um 22:25 Uhr Eastern Standard Time strandete das Schiff als Royal Majesty unter panamaischer Flagge zehn Seemeilen östlich von Nantucket, nachdem der GPS-Receiver, von Wachoffizieren und Integriertem Brückensystem unbemerkt, seit über 34 Stunden die Position nicht mehr durch Satelliten- sondern durch Koppelnavigation bestimmte. Dies führte zu einer Abweichung der tatsächlichen von der angezeigten Position von etwa 17 Seemeilen zum Zeitpunkt der Strandung. Die 1509 Personen an Bord blieben unverletzt, der Sachschaden betrug etwa sieben Millionen US$.[4]

Am 3. März 2010 erlitt die Louis Majesty auf einer Reise im Mittelmeer in einem Schlechtwetter einen Seeschlag, bei dem ein deutscher und ein italienischer Passagier ums Leben kamen und 14 weitere verletzt wurden. Die Reederei führte das Ereignis auf drei etwa acht Meter und damit „außergewöhnlich hohe“ Wellen zurück.[5] Bei diesem Zwischenfall wurden im Bugbereich des Schiffs mehrere Fenster eines Salons auf dem fünften Deck zerstört. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h. Das Schiff lief danach den Hafen von Barcelona an.[6][7]

Am 10. Februar 2013 ereignete sich ein weiterer tödlicher Unfall an Bord der Thomson Majesty. Bei einer Rettungsübung stürzten mehrere Besatzungsmitglieder samt Rettungsboot ins Wasser, fünf Menschen starben dabei.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: IMO 8814744 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Louis Cruise Lines: Absagen für die Majesty, touristik aktuell, 2. August 2011.
  2. Louis Cruises: Keine weiteren Absagen für Majesty, touristik aktuell, 3. August 2011.
  3. Thomson Majesty ship details, Thomson Cruises.
  4. US-Aktenzeichen NTSB/MAR-97/0l, (englisch)
  5. Two killed as giant waves hit Mediterranean cruise ship, BBC News, 3. März 2010.
  6. Riesenwellen schlagen gegen Kreuzfahrtschiff – zwei Tote., Spiegel, 3. März 2010
  7. Wie ungewöhnlich waren die Wellen, die am 03. März 2010 das Kreuzfahrtschiff „Louis Majesty“ beschädigten?, Helmholtz-Zentrum Geesthacht, 12. April 2010.
  8. Fünf Tote bei Kanaren-Kreuzfahrt, Süddeutsche Zeitung, 10. Februar 2013