Thorkild Hansen

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Thorkild Hansen (* 9. Januar 1927; † 4. Februar 1989) war ein dänischer Schriftsteller, der für eine Romantrilogie über den dänischen Sklavenhandel 1971 den Literaturpreis des Nordischen Rates erhielt und vor allem durch sein 1979 erschienenes dreibändiges Werk über die Nachkriegsprozesse gegen den norwegischen Schriftsteller Knut Hamsun bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch begann Hansen 1945 ein Studium der Literaturgeschichte an der Universität Kopenhagen und gab 1947 sein Romandebüt mit einem Werk über den dänischen Schriftsteller Jacob Paludan. In der Folgezeit war er als Journalist bei der Boulevardzeitung Ekstra Bladet tätig, veröffentlichte aber daneben einige weitere Bücher. Einen ersten größeren Erfolg hatte er mit seinem 1962 erschienenen Roman Det lykkelige Arabien (deutscher Titel: Reise nach Arabien, 1965) über die Arabien-Expedition von Carsten Niebuhr und erhielt hierfür 1963 den Søren-Gyldendal-Preis.

Für seine Romantrilogie über den dänischen Sklavenhandel mit den Titeln Slavernes kyst (1967), Slavernes skibe (1968) und Slavernes øer (1970) wurde ihm 1971 der Literaturpreis des Nordischen Rates verliehen. Sein 1969 veröffentlichtes Buch Jens Munk über den dänisch-norwegischen Entdecker und Seefahrer Jens Munk erschien 1974 erstmals in deutscher Übersetzung beim VEB Hinstorff Verlag Rostock.

Ein weiterer großer Erfolg war die 1978 unter dem Titel Processen mod Hamsun veröffentlichte dreibändige Biografie über den norwegischen Schriftsteller Knut Hamsun, in der er sich insbesondere mit den Prozessen gegen Hamsun nach dem Zweiten Weltkrieg wegen dessen Kollaboration mit der deutschen Besatzungsmacht sowie Hamsuns letztem Buch Auf überwachsenen Pfaden befasste. Der Inhalt wurde 1996 unter dem Titel Hamsun mit Max von Sydow in der Titelrolle verfilmt, wobei das Werk in Dänemark, aber auch in anderen Ländern bei Lesern und Literaturkritikern unterschiedlich bewertet, zum Teil auch kritisiert wurde.[1][2]

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weitere von Thorkild Hansen verfasste Bücher waren:

  • Resten er Stilhed (1953)
  • Pausesignaler (1959)
  • Syv seglsten (1960)
  • En kvinde ved en flod (1961)
  • De søde piger (1974)
  • Kurs mod solnedgangen (1982)
  • Søforhør (1982)
  • Et atelier i Paris I-II (posthum 1990).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Butt: Thorkild Hansen – Essay, KLfG – Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur“, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. DER SPIEGEL: Das ist vielleicht die Nemesis (Nr. 46/1979)