Thorvald Eriksson

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Thorvald Eriksson (altnordisch: Þōrvaldr Eirikssonr; isländisch: Þorvaldur Eiríksson, † ca. 1005 in Vinland) war ein isländischer Seefahrer und eine Sagengestalt der Isländersagas. Er war ein Bruder von Leif Eriksson sowie Sohn Eriks des Roten.

Erikssons Bruder Leif erreichte im Jahre 1000 Gebiete an der kanadischen Ostküste und gilt heute als erster Europäer, der amerikanisches Festland betrat.

Grœnlendinga saga[Bearbeiten]

Der Grönlandsaga zufolge brach Thorvald Eriksson circa zwei Jahre später von Grönland aus auf, um das neu entdeckte Land genauer zu erkunden. Thorvald und seine 30 Begleiter benutzten dasselbe Schiff, mit dem Leif in Amerika gelandet war. Die Mannschaft ließ sich in Leifsbudir, der Siedlung von Leif, nieder und überwinterte an dieser Stelle. Im folgenden Frühjahr segelte Thorvald in Richtung Westen, um Vinland, wie Leif das Gebiet genannt hatte, zu erkunden. Bis auf einen Getreidespeicher wurden keine Hinweise auf menschliche Besiedlung gefunden. Im Herbst kehrte die Mannschaft wieder nach Leifsbudir zurück, um dort erneut zu überwintern. Im nächsten Sommer brach Thorvald in den Norden und Osten der Siedlung auf. Dieses Mal kam es zu Feindseligkeiten mit Ureinwohnern. Laut der Grönlandsaga fanden sie an einem Strand unter drei Kajaks je drei Ureinwohner, von denen sie acht töteten. Der neunte konnte entkommen und kam mit Verstärkung zurück. Beim Gefecht mit den Ureinwohnern wurde Thorvald von einem Pfeil getroffen und tödlich verletzt.

Nach Thorvalds Tod kehrte die Mannschaft zurück nach Grönland. Thorstein Eriksson, ein weiterer Bruder Thorvalds, versuchte die sterblichen Überreste seines Bruders zu bergen. Auf dem Weg nach Vinland überwinterte Thorstein in Lysufjord, wo er an einer Krankheit starb und somit sein Vorhaben nicht realisieren konnte.

Saga von Erik dem Roten[Bearbeiten]

Thorvald Eriksson wird auch in der Sage von Erik dem Roten (Eiríks saga rauða) erwähnt. Seine Rolle bei der Erkundung Amerikas ist sehr widersprüchlich gegenüber der in der Grönlandsaga. Laut Eiríks saga rauða ist Thorvald niemals zu einer eigenen Expedition aufgebrochen (oder zumindest nicht dabei gestorben), sondern war Teilnehmer einer weiteren Entdeckungsreise von Thorfinn Karlsefni nach Vinland, die im Jahr 1010 begann. Demzufolge wurde Thorvald im Jahr 1012 von einem einbeinigen Ureinwohner mit einem Pfeil im Unterleib getroffen und ebenfalls tödlich verletzt.

Quellen[Bearbeiten]