Thrinle Lhündrub Chökyi Gyeltshen

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Thrinle Lhündrub Chökyi Gyeltshen (tib.: phrin las lhun grub chos kyi rgyal mtshan[1]; * 19. Februar 1938 in Xunhua (Provinz Qinghai); † 28. Januar 1989 in Xigazê) erhielt als Siebter den Titel Penchen Lama und gilt als zehnter Penchen Lama der Gelug-Tradition des tibetischen Buddhismus.

Leben[Bearbeiten]

Thrinle Lhündrub Chökyi Gyeltshen wurde 1949 von offiziellen Vertretern des verstorbenen Thubten Chökyi Nyima als dessen Trülku anerkannt. Er wurde in Amdo im Beisein von Beamten der chinesischen Regierung und mit Zustimmung der regionalen Kuomintang-Regierung als Penchen Lama inthronisiert.

Im Namen des damals elfjährigen Thrinle Lhündrub Chökyi Gyeltshen schickte der Befehlshaber der Division der Volksbefreiungsarmee von Lanzhou ein Telegramm an Mao Zedong mit der Bitte Tibet zu befreien.

1951 wurde Thrinle Lhündrub Chökyi Gyeltshen zur Ankunft der tibetischen Delegation die letztendlich unter Zwang das 17-Punkte-Abkommen unterzeichnete nach Peking eingeladen. Er selbst wurde dazu genötigt, den 14. Dalai Lama in einem Telegramm dazu aufzufordern dem Abkommen zuzustimmen.[2]

1952 traf Thrinle Lhündrub Chökyi Gyeltshen den 14. Dalai Lama erstmals in Lhasa. Bei diesem Treffen warf er sich vor ihm nieder und verhielt sich auch sonst in jeder Beziehung gemäß den traditionellen Regeln.[3] Nach ungefähr einem Monat Aufenthalt wurde er – nun auch mit Zustimmung des 14. Dalai Lama – nach Trashilhünpo gebracht, dem traditionellen Sitz der Penchen Lamas.

Im Herbst 1954 reiste er zusammen mit dem 14. Dalai Lama nach Peking um der ersten Versammlung des Nationalen Volkskongresses unter Liu Shaoqi beizuwohnen und Mao Zedong und andere hohe Politiker dieser Zeit zu treffen.

Ebenfalls zusammen mit dem 14. Dalai Lama begab er sich 1956 auf eine Pilgerreise nach Indien.

Nachdem der 14. Dalai Lama infolge des Tibetaufstands 1959 nach Indien geflohen war unterstützte Thrinle Lhündrub Chökyi Gyeltshen öffentlich die chinesische Regierung und wurde Vorsitzender des Komitees zur Organisation des Autonomen Gebiets Tibet. 1960 wurde er zum Vizevorsitzenden des Nationalen Volkskongresses gewählt.

1962 traf er sich nach einer Reise durch Tibet mit Zhou Enlai, um mit ihm eine Petition zu besprechen in der er die gesellschaftlichen Verhältnisse in Tibet kritisierte und die brutale Unterdrückung der tibetischen Bevölkerung während und nach der Militäroperation der Volksbefreiungsarmee in Tibet (1950–1951) thematisierte. Mao Zedong nannte diese Petition, die auch als 70000 Buchstaben Petition[4] bekannt wurde, später einen vergifteten Pfeil, den der Penchen Lama auf die Kommunistische Partei Chinas abgeschossen habe. Als Thrinle Lhündrub Chökyi Gyeltshen 1964 zusätzlich öffentlich erklärte, der Dalai Lama sei seine Zuflucht in diesem und im nächsten Leben wurde er seiner politischen Ämter enthoben, als Feind des tibetischen Volkes, der Partei und des Sozialismus bezeichnet, nach Peking gebracht und unter Hausarrest gestellt. Mit dem Beginn der Kulturrevolution verschlechterte sich seine Lage noch mehr. Von Mitgliedern der Roten Garden wurde er bekämpft, gefoltert und gedemütigt. 1968 wurde Thrinle Lhündrub Chökyi Gyeltshen in das Hochsicherheitsgefängnis Qincheng[5] in Changping gebracht, wo er bis 1977 inhaftiert blieb.

Nach seiner Entlassung wurde Thrinle Lhündrub Chökyi Gyeltshen langsam politisch rehabilitiert. Mao Zedong lebte nicht mehr und Deng Xiaoping verurteilte die Kulturrevolution und forderte, dass ökonomische Entwicklung die Hauptaufgabe für die Partei werden müsse.

1979 heiratete Thrinle Lhündrub Chökyi Gyeltshen die han-chinesische Medizinstudentin Li Jie in der Großen Halle des Volkes. Nach ihrer Hochzeit lebten die beiden in der Dong Zhongbu-Straße in Peking. Im nächsten Jahr, 1980, wurde er wieder Vizevorsitzender des Nationalen Volkskongresses. Seine Tochter Yabshi Pan Rinzinwangmo[6] wurde 1983 geboren.[7]

1987 kritisierte Thrinle Lhündrub Chökyi Gyeltshen erneut die Politik der chinesischen Regierung in Hinblick auf Tibet. Seine Kritik bezog sich auf die Erziehungspolitik, die wirtschaftliche Entwicklung, die Besiedelungspolitik und die Diskriminierungen gegenüber Tibetern.

1989 kehrte er nach Tibet zurück. Um die neu renovierten Stupas der Penchen Lamas 5.-9. zu segnen traf er am 9. Januar des Jahres in Samzhubzê ein. Am 24. Januar erklärte er in Xigazê, die chinesische Herrschaft in Tibet habe den Tibetern mehr Zerstörung als Wohlergehen gebracht.

Vier Tage später, am 28. Januar 1989, starb Thrinle Lhündrub Chökyi Gyeltshen in Trashilhünpo. Als offizielle Todesursache wurde Herzinfarkt angegeben.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. chos kyi rgyal mtshan
  2. tibet.ca: The Tenth Panchen Lama
  3. Case Western Reserve University: cwru.edu: On the Panchen Lama by (the late) W.G.Surkhang
  4. tibet.ca: Secret Report on 1960s Tibet Published (TIN)
  5. Excerpts from Qincheng: A Twentieth Century Bastille published in Exploration, March 1979 by Wei Jingsheng
  6. studentsforafreetibet.org: Tibetan leader's daughter has eye on politics by Marie Frail and Benjamin Kang Lim, Reuters August 27th, 2004
  7. tibetoffice.org: Buddha's Daughter: A Young Tibetan-Chinese Woman by Isabel Hilton in The New Yorker April 2, 2003
  8. tibet.com: The Panchen Lama passes on (Archiv)