Thumer Netz

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Denkmallokomotive 99 534 in Geyer

Als Thumer Netz wurden die zwischen 1886 und 1975 betriebenen 750 mm-spurigen sächsischen Schmalspurbahnen im Gebiet um die Stadt Thum im Erzgebirge in Sachsen bezeichnet. Die Gesamtlänge betrug etwa 44 km. Wahrzeichen und größtes Bauwerk des Netzes war das 180,60 m lange und etwa 35,60 m hohe Greifenbachviadukt zwischen Ehrenfriedersdorf und Geyer.

In Wilischthal und Schönfeld-Wiesa bestand Anschluss an die normalspurige Strecke Annaberg-Buchholz–Flöha (Zschopautalbahn) und in Meinersdorf an die ebenfalls normalspurige Linie ChemnitzAueAdorf (die heute noch zwischen Chemnitz und Aue verkehrende Zwönitztalbahn).

Die Strecken[Bearbeiten]

Das Bahnbetriebswerk Thum[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Verkehr auf den Schmalspurbahnen im Erzgebirge, insbesondere auf den Strecken des Thumer Netzes, der Pöhlatalbahn und der Fichtelbergbahn, im Zuge des Uranbergbaus stark zu. Zunächst gehörten die Lokbahnhöfe Thum und Jöhstadt noch zum Bw Annaberg-Buchholz. Aufgrund des stark angestiegenen Lokbestands in den jeweiligen Einsatzstellen wurde aber zum 1. Februar 1949 das neue Bahnbetriebswerk Thum gegründet. Diesem unterstanden neben den Lokomotiven und Wagen für das Thumer Netz und die Preßnitztalbahn ab dem 1. Juni 1959 auch die Strecke Hetzdorf–Eppendorf. In den 1960er Jahren kamen auch noch die Lokomotiven der Fichtelbergbahn zum Bw Thum. Im Zuge der sich inzwischen normalisierenden Verkehrsleistungen und der anfänglichen Betriebseinstellungen auf diversen Schmalspurbahnstrecken wurde das Bahnbetriebswerk Thum zum 1. Januar 1967 aufgelöst und in eine Einsatzstelle des Bahnbetriebswerk Aue umgewandelt. Die Einsatzstelle selber wurde am 1. Januar 1974 mit Einstellung des Verkehrs auf dem Thumer Netz geschlossen. Die noch verbleibenden Lokomotiven in Thum, Oberwiesenthal, Jöhstadt und Schönfeld-Wiesa (der Lokbahnhof Eppendorf war zwischenzeitlich durch die Stilllegung der Strecke geschlossen worden) unterstanden ab dann der Einsatzstelle in Annaberg-Buchholz, einer Außenstelle des Bw Aue.

Außenstellen des Bw Thum bestanden in Eppendorf, Jöhstadt und Oberwiesenthal.

Hauptsächlich wurden Maschinen der Baureihen 99.51–60, 99.73–76 und 99.77–79 eingesetzt. Dabei kam die 99.51–60 vor allem auf der Strecke Hetzdorf–Eppendorf und Wolkenstein–Jöhstadt zum Einsatz, während die 99.73–76 und die 99.77–79 ausschließlich auf den Strecken um Thum und auf der Strecke Cranzahl–Oberwiesenthal fuhren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Bäzold: Das Thumer Schmalspurnetz. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1993, ISBN 3-922138-51-9
  • Stephan Häupel, Eberhard Schramm: Schmalspurbahnen um Thum. Verlag Kenning, 2002, ISBN 3-933613-39-6

Weblinks[Bearbeiten]