Thurn und Taxis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Dynastie. Für weitere Bedeutungen siehe Thurn und Taxis (Begriffsklärung).
Stammwappen der Taxis aus dem 16. Jahrhundert

Thurn und Taxis ist ein in den Hochadel aufgestiegenes Adelsgeschlecht, das seit 1748 in Regensburg ansässig ist und im 16. bis 18. Jahrhundert seinen Aufstieg und Reichtum als Postunternehmen erlangte. Aus diesen Erträgnissen erwarben sie Ländereien, im 19. Jahrhundert auch Industrieunternehmen und Brauereien. Von 1741 bis 1745 und von 1748 bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches im Jahre 1806 stellte die 1695 gefürstete Familie den Prinzipalkommissar (Vertreter des Kaisers) beim Immerwährenden Reichstag zu Regensburg. Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches im Jahre 1806 wurden die Thurn und Taxis mediatisiert und galten seit 1815 als Standesherren. Sie betrieben ein privates Postunternehmen unter dem Namen Thurn-und-Taxis-Post mit der Zentrale in Frankfurt am Main weiter. Nach dem Sieg im Deutschen Krieg besetzte Preußen die Freie Stadt Frankfurt und zwang die Thurn-und-Taxis-Post am 28. Januar 1867 zu einem Abtretungsvertrag, in dem sie die Posteinrichtungen dem preußischen Staat gegen eine Abfindung überließen. Die Übergabe erfolgte am 1. Juli 1867.

Herkunft und Namenserklärung[Bearbeiten]

Taxis[Bearbeiten]

Das aus dem italienischen Camerata Cornello bei Bergamo stammende Geschlecht der Taxis nannte sich ursprünglich Tasso (= Dachs), eingedeutscht Dax, Daxen,[1] woraus sich der Name Taxis entwickelte. Im französischsprachigen Postvertrag von 1505 zwischen Philipp dem Schönen und Franz von Taxis wurde die Familie de Tassis genannt. Erst mit der Adelung in den Jahren 1512 und 1514 durften sie sich von Taxis nennen. In Spanien und französischsprachigen Ländern blieb es bei de Tassis. Deren Stammreihe beginnt 1251 mit Homodeus de Tazzis.

Thurn[Bearbeiten]

Nachdem die Brüsseler Taxis 1624 in den erblichen Grafenstand erhoben worden waren, brauchten sie zur Legitimierung für den Aufstieg in den Hochadel einen weiteren Titel. Alexandrine von Taxis beauftragte Genealogen, die Herkunft der Taxis zu klären. Diese behaupteten, dass die Taxis vom italienischen Adelsgeschlecht der Torriani, bzw. della Torre, abstammten, die bis 1311 in Mailand und der Lombardei geherrscht hatten. So wurde 1329 ein Volveno della Torre urkundlich erwähnt. Daraufhin beantragten die Taxis beim Kaiser eine Namensänderung. Bei der Eindeutschung wurde der Turm (Torre) zu Thurn (vgl. mhd. turn), und der Turm wurde als Wappenmehrung hinzugefügt.

Thurn und Taxis[Bearbeiten]

Ab 1650 durften sich die Brüsseler Taxis mit Erlaubnis Kaiser Ferdinands III. von Thurn, Valsassina und Taxis nennen, woraus Thurn und Taxis wurde, im französischsprachigen Raum de la Tour et Tassis. Auch der Innsbrucker und Augsburger Zweig der Familie benannte sich um.

Historischer Abriss[Bearbeiten]

Der Eintritt in den Dienst Maximilians I.[Bearbeiten]

Nennung von Janetto, Franz und Johann Baptista „Daxen“ in den Innsbrucker Raitbüchern 1489/90

Im 15. Jahrhundert standen die Mitglieder der Taxis-Familie als Kuriere im Dienst des Papstes, wodurch sie auch den Habsburgern bekannt waren.

Nachdem der deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. 1490 von seinem Onkel Siegmund Tirol übernommen hatte, machte er Innsbruck zu seiner Hauptresidenz. Da Maximilians Sohn Philipp in den burgundischen Niederlanden und seine Tochter Margarethe am französischen Königshof erzogen wurde, brauchte Maximilian ein funktionierendes länderübergreifendes Nachrichtensystem.

Zunächst verpflichtete Maximilian Janetto de Tassis, der noch im selben Jahr seinen Bruder Francesco und seinen Neffen Johann Baptista nachholte, von dem die Regensburger Dynastie abstammt. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Botendiensten richteten die Taxis 1490 für Maximilian I. eine erste echte Post in Stafettenform ein, mit Reiter- und Pferdewechsel, wobei nur das Felleisen weitergereicht wurde. Zusätzlich nutzten sie Kurierrouten mit Pferdewechselstationen nach Rom und an den französischen Königshof, wo Maximilians minderjährige Tochter Margarethe lebte.

Der gesellschaftliche Aufstieg[Bearbeiten]

Im Verlauf des 16. Jahrhunderts wurde die Taxis-Dynastie mit der Beförderung der kaiserlichen Kurierpost im Heiligen Römischen Reich, in den Burgundischen Niederlanden, später Spanischen Niederlanden, Spanien und Burgund betraut. Der niederländische Zweig der Familie wählte zunächst Mecheln und dann Brüssel als Wohnsitz.

1512 erhielten Franz und Johann Baptista von Taxis den einfachen Adelsbrief. Erst im Jahre 1608 wurden die Taxis in den erblichen Reichsfreiherrenstand erhoben. Ab 1615 wurde das Postgeneralat erblich, und die Taxis waren von nun ab Reichsgeneralerbpostmeister. 1624 wurde Freiherr Lamoral von Taxis mitsamt seinem Sohn Leonhard in den erblichen Grafenstand erhoben. Zur gleichen Zeit erlebte das Adelsgeschlecht derer von Paar in den österreichischen Gebieten ihren Aufstieg. Sie hielten das Amt des Oberhofpostmeisters in der Steiermark, Ungarn, Böhmen und Österreich ob und unter der Enns und standen somit in langjähriger Konkurrenz zu den Thurn und Taxis.

Nach einer beantragten Namensänderung erlaubte Ferdinand III. 1650, dass sich die Taxis in Zukunft von Thurn, Valsassina und Taxis nennen durften, woraus Thurn und Taxis wurde. 1695 wurde das Geschlecht in den Reichsfürstenstand erhoben.

Nach dem Beginn des Spanischen Erbfolgekrieges musste die Brüsseler Zentrale aufgegeben werden, und die Thurn und Taxis übersiedelten 1702 nach Frankfurt am Main. Dort ließ Anselm Franz von Thurn und Taxis ab 1729 das Palais Thurn und Taxis erbauen. Der Erwerb umfangreicher Ländereien schloss sich an, darunter 1723 die Reichsherrschaft Eglingen, 1734 der Markt Dischingen mit Schloss Trugenhofen, das eine beliebte Sommerresidenz der Familie wurde, 1735 die Herrschaft Duttenstein, 1741 auch das Dorf Trugenhofen und 1749 das Rittergut und die Herrschaft Ballmertshofen.

1744 wurde durch Karl VII. das Reichspostgeneralat in ein Thron- und Fahnenlehen umgewandelt, woraufhin Fürst Alexander Ferdinand sich um Aufnahme in den Reichsfürstenrat bemühte. 1748 wurde er von Franz I. erneut zum Prinzipalkommissar ernannt und vertrat somit den Kaiser beim Immerwährenden Reichstag in Regensburg, wo die Thurn und Taxis seit jenem Jahr residierten. 1754 erlangte Alexander Ferdinand aufgrund des Besitzes der Herrschaft Eglingen die Aufnahme in den Reichsfürstenrat. 1786 erwarb Fürst Karl Anselm die oberschwäbische Grafschaft Friedberg mit den Herrschaften Scheer, Dürmentingen und Bussen, die ab 1787 als Grafschaft Friedberg-Scheer bezeichnet wurde. Erst seitdem besaßen die Thurn und Taxis 20 Jahre lang ein eigenes Territorium, ihre Haupteinnahmequelle blieb jedoch weiterhin die Kaiserliche Reichspost.[2] In den nachfolgenden Jahren kamen weitere Gebiete hinzu: 1786 Güter in Dunstelkingen, 1789 die Herrschaft Grundsheim, 1790 die Reichsherrschaft Göffingen und im selben Jahr die Herrschaft Heudorf.

Die von den Thurn und Taxis betriebene Kaiserliche Reichspost erreichte in den Jahren vor der französischen Revolution ihre größte Ausdehnung. 1787 gab es 22 Taxissche Oberpostämter, über die nahezu die gesamte Reichspost abgewickelt wurde. Nach Ausbruch der französischen Revolution verloren die Thurn und Taxis die Post 1790 zunächst in Flandern und Brabant, aber noch im selben Jahr nach Aufhebung der dortigen Reichspost auch in Hannover und Braunschweig. Ab 1794 wurden die niederländischen Besitzungen durch Frankreich besetzt, kurz darauf die schwäbischen Besitzungen durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogen. Der Friede von Lunéville beendete 1801 zwar die kriegerischen Auseinandersetzungen, schrieb dafür aber auch die Abtretung der linksrheinischen Gebiete fest.

Reichsdeputationshauptschluss 1803[Bearbeiten]

Im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1802/03 fielen den Fürsten Thurn und Taxis weitere Gebiete als Ausgleich für die an Frankreich abgetretenen Güter zu, darunter das Damenstift Buchau mit der Herrschaft Straßberg, die Abteien Marchtal und Neresheim, das Amt Ostrach mit der Herrschaft Schemmerberg und den Weilern Tiefental, Frankenhofen und Stetten sowie die in der Grafschaft Friedberg-Scheer gelegenen Klöster Ennetach und Sießen. Durch die Besitzvergrößerung trugen die Fürsten Thurn und Taxis künftig auch den Titel der Fürsten von Buchau und der Grafen von Marchtal und Neresheim. Das Haus Thurn und Taxis nahm außerdem künftig zwei Plätze in der Aufrufordnung für den Reichstag ein.

Im Reichsdeputationshauptschluss wurde Thurn und Taxis außerdem die Erhaltung der bisherigen Posten garantiert, wobei sich Preußen nicht an diese Regelung hielt und umgehend die Posthoheit in den 1803 an Preußen gefallenen Gebieten übernahm.

Gründung des Rheinbundes 1806[Bearbeiten]

Schloss Wörth an der Donau von 1812 bis 1978 im Besitz der Thurn und Taxis

Mit der Gründung des Rheinbundes im Jahr 1806 begann die Auflösung des bisherigen Reiches und damit das Ende der Reichspostverfassung sowie das Ende der unabhängigen Landesherrschaften, wie die der Thurn und Taxis, die die hoheitlichen Rechte in ihren Gebieten an Württemberg, Hohenzollern und Bayern verloren und mediatisiert wurden,[3] sodass sie seit 1815 als Standesherren galten.[4] Ähnlich wie beim Reichsdeputationshauptschluss sah auch die Rheinbundakte die Fortführung des bisherigen Postwesens vor, jedoch beanspruchten die einzelnen Staaten das Postregal für sich. Thurn und Taxis schloss daraufhin mit einigen deutschen Staaten Einzelverträge über die Ausübung der Posthoheit. Von einigen Staaten wie Bayern und Baden wurden nach Übernahme des Postwesens durch den Staat hohe und langjährige Entschädigungszahlungen an die Thurn und Taxis bezahlt. Dennoch kam es vor allem unmittelbar nach 1806 zu einer wirtschaftlich angespannten Situation des fürstlichen Hauses, die sich erst 1813 nach der Völkerschlacht bei Leipzig besserte, als Thurn und Taxis wieder die Post in manchen linksrheinischen und nordwestdeutschen Gebieten ausüben konnte.

Nach dem Erwerb der Klostergebäude von St. Emmeram in Regensburg 1810 erfolgte der sukzessive Ausbau zum Schloss St. Emmeram, das künftig die Residenz der Thurn und Taxis bildete, während man 1810 die fürstliche Generalpostdirektion von Regensburg nach Frankfurt verlegte. Schon damals war es aufgrund der politischen Situation nicht klar, ob die Taxis-Post in Bayern Bestand haben würde, weswegen man deren Verwaltung in das auch zentraler gelegene Hessen verlegte. Fürst Karl Alexander trat schließlich 1815 gegen die Entschädigung mit dem Amt Sulzheim in Unterfranken die Post im Großherzogtum Würzburg und im Fürstentum Aschaffenburg an den bayerischen Staat ab, 1820 ebenso die Post in einigen ehemals fuldaischen und hessischen Orten, die an Bayern gefallen waren. 1825 wurde er dafür mit weiterem Besitz, u. a. dem Rittergut Traustadt, entschädigt.

Nach dem Wiener Kongress von 1815 kam es zu einer Einigung mit Preußen über die Post in den kurz zuvor an Preußen gelangten Gebieten. Fürst Karl Alexander von Thurn und Taxis verzichtete 1816 gegen eine Entschädigung auf das dortige Postregal und erhielt außerdem 1819 vom preußischen König vier Ämter in Posen als Fürstentum unter preußischer Landeshoheit zugesprochen.

Thurn-und-Taxis-Post im Deutschen Bund ab 1816[Bearbeiten]

Postgebiete im Deutschen Bund 1830

Nach der Gründung des Deutschen Bundes 1816 betrieb Thurn und Taxis die Post in folgenden Ländern: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Hessen, Landgrafschaft Hessen, Nassau, Sachsen-Weimar, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Coburg und Gotha, Fürstentümer Reuß, Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen, Hohenzollern, Lippe-Detmold und Schaumburg-Lippe, außerdem in der freien Stadt Frankfurt am Main sowie in den Hansestädten Hamburg, Bremen und Lübeck, darüber hinaus bis 1849 auch noch im Schweizer Kanton Schaffhausen.

Der Grund, dass Thurn und Taxis die Post vor allem in Mittel- und Kleinstaaten weiterhin ausübte, liegt darin, dass diese Staaten im Gegensatz zu den größeren Flächenstaaten meist nicht über die logistischen und finanziellen Mittel zum Aufbau eines eigenen Postnetzes verfügten. Württemberg, das die 1805 widerrechtlich an sich genommene Post 1819 zurück an Thurn und Taxis geben musste, trat 1851 gegen eine hohe Entschädigung wieder aus der Taxis-Post aus.

Die Thurn-und-Taxis-Post schloss sich 1850 dem Deutsch-Österreichischen Postverein an. 1852 wurden die ersten Thurn-und-Taxis-Briefmarken verausgabt.

Trotz der 1816/19 erzielten Einigung mit Preußen war das Verhältnis von Thurn und Taxis und Preußen von andauernden Spannungen gekennzeichnet. Vor allem die Hinwendung der Thurn und Taxis zum Hause Habsburg und die von der fürstlichen Familie veranlassten preußenfeindlichen Artikel in der Frankfurter Oberpostamtszeitung gaben Anlass zum Ärger in Preußen. Auf preußischer Seite machte sich vor allem Otto von Bismarck als Kritiker und Gegner der Fürsten Thurn und Taxis einen Namen. Als im Verlauf des Deutschen Krieges Hessen von Preußen besetzt wurde, wurde der preußische Postrat Heinrich von Stephan als Administrator der fürstlichen Posten eingesetzt, während Fürst Maximilian Karl am 28. Januar 1867 zur Unterzeichnung eines Postabtretungsvertrages genötigt wurde, in dem er sämtliche Postrechte zum 1. Juli 1867 an den preußischen Staat abtrat.

Weimarer Republik bis heute[Bearbeiten]

Durch die Weimarer Reichsverfassung und das bayerische Adelsgesetz verlor die Familie nach dem Ersten Weltkrieg ihre Adelsprivilegien und das Recht den Titel „Fürst“ zu führen. Seither tragen alle Familienmitglieder den Nachnamen Prinz bzw. Prinzessin von Thurn und Taxis. Das Haus wird im Augenblick von Albert II. von Thurn und Taxis geleitet.

Verschiedenes[Bearbeiten]

Die fürstliche Hofmusik[Bearbeiten]

Die fürstliche Hofkapelle zählte mit ihren berühmten Virtuosen im 18. Jahrhundert neben u. a. der Mannheimer Hofkapelle oder dem Ensemble Joseph Haydns in Eszterhaza zu den besten Orchestern der Zeit. Viele Virtuosen wie Joseph Touchemoulin, František Xaver Pokorný, Henri Joseph de Croes oder Giovanni Palestrini waren über Jahre hinweg bei Hof angestellt, etliche fürstliche Opernsänger wie Maddalena Allegranti, Clementina Baglioni-Poggi oder Johann Ignaz Ludwig Fischer feierten später in London, Wien, Berlin oder Dresden große Erfolge. Der zu Lebzeiten hochberühmte Joseph Riepel leitete als Kapellmeister von 1749 bis zu seinem Tod 1782 das Orchester; sein Nachfolger wurde J. Touchemoulin. Ganz auf die Bedürfnisse der Reichstagsgesandten hin ausgerichtet, bot die fürstliche Hofmusik mit den regelmäßigen Konzerten und Opernaufführungen ein stets aktuelles und an den großen Metropolen orientiertes Repertoire. Als Musikintendant war Freiherr Theodor von Schacht verantwortlich, der selbst zahlreiche Kompositionen schrieb. Das historische Aufführungsmaterial hat sich glücklicherweise in den reichen Beständen der Fürst-Thurn-und-Taxis-Hofbibliothek nahezu vollständig erhalten und gilt heute für die Musikwissenschaft als einer der international wichtigsten Quellenbestände für die Musik des 18. Jahrhunderts.

Brauerei[Bearbeiten]

Die Thurn und Taxis besaßen neben großem Landbesitz auch Brauereien (Thurn-und-Taxis-Pils), die jedoch an die Paulaner-Brauerei verkauft wurden. Seit dem 7. Juli 2005 wird in der ehemaligen Remise des Fürstlichen Schlosses St. Emmeram, dem Fürstlichen Brauhaus in Regensburg, erneut Bier gebraut.

Wald- und Großgrundbesitzer[Bearbeiten]

Die Thurn und Taxis verfügen über den größten Privatwaldbesitz Deutschlands (nach einer Angabe 2014: 20.000 Hektar, nach dem Verkauf von mehr als 5000 Hektar Wald an die Familie Merckle im Jahr 2004)[5] und über ca. 36.000 Hektar Land (um 2000).[6] Die Forbes-Liste der Milliardäre 2008 führt Albert Prinz von Thurn und Taxis als drittjüngsten Milliardär weltweit. Sein Vermögen beläuft sich auf schätzungsweise 2,3 Milliarden US-Dollar.

Stammliste[Bearbeiten]

Die (Thurn und) Taxis-Dynastie[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Abfolge der Generalpostmeister[Bearbeiten]

1490 Janetto, Franz und Johann Baptista von Taxis treten in den Dienst Maximilians I.
1501–1517 Franz von Taxis (niederländischer Generalpostmeister, Adelung 1512)
1517–1541 dessen Neffe Johann Baptista von Taxis
1541–1543 Franz II. von Taxis (Sohn von Johann Baptista)
1544–1612 Leonhard I. von Taxis (Bruder von Franz II. von Taxis; ab 1608 Reichsfreiherr)
1612–1624 Freiherr Lamoral von Taxis, (ab 1624 Reichsgraf)
1624–1628 Graf Leonhard II. von Taxis
1628–1646 Gräfin Alexandrine von Taxis, geb. de Rye, in Vertretung ihres minderjährigen Sohnes
1646–1676 Graf Lamoral Claudius Franz von Thurn und Taxis (Namensänderung 1650)
1676–1714 Graf Eugen Alexander von Thurn und Taxis, (ab 1695 Reichsfürst)
1714–1739 Fürst Anselm Franz von Thurn und Taxis
1739–1773 Fürst Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis
1773–1805 Fürst Karl Anselm von Thurn und Taxis
1806 Ende des Postgeneralats unter Napoleon

Familienoberhäupter seit 1805/06[Bearbeiten]

1805–1827 Fürst Karl Alexander von Thurn und Taxis (Mediatisierung 1806, seit 1815 Standesherr, Beibehaltung des Titels Fürst)
1827–1871 Fürst Maximilian Karl von Thurn und Taxis
1871–1885 Fürst Maximilian Maria von Thurn und Taxis (zunächst unter Vormundschaft seiner Mutter)
1885–1918 Fürst Albert I. von Thurn und Taxis (bis 1888 unter Vormundschaft seiner Mutter)

Familienoberhäupter seit 1918/19[Bearbeiten]

1918–1952 Albert I. von Thurn und Taxis
1952–1971 Franz Josef von Thurn und Taxis
1971–1982 Karl August von Thurn und Taxis
1982–1990 Johannes von Thurn und Taxis
seit 1990 Albert II. von Thurn und Taxis (bis 2001 unter Vormundschaft seiner Mutter Gloria von Thurn und Taxis)

Familienmitglieder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Eintrag in den Innsbrucker Raitbüchern 1489/90, siehe Abbildung.
  2. Wolfgang Behringer: Thurn und Taxis, 1990, S. 295.
  3. Martin Dallmeier und Martha Schad: Das fürstliche Haus Thurn und Taxis, Friedrich Pustet, Regensburg 1996, S. 77.
  4. Martin Dallmeier und Martha Schad: Das fürstliche Haus Thurn und Taxis, Friedrich Pustet, Regensburg 1996, S. 79.
  5. Waldprinz.de am 28. Juni 2014: Waldbesitzer: Wem gehört der Wald?
  6. Milliardäre in Deutschland [1] marx-forum.de

Literatur[Bearbeiten]

  •  Wolfgang Behringer: Thurn und Taxis, Die Geschichte ihrer Post und ihrer Unternehmen. München, Zürich 1990, ISBN 3-492-03336-9.
  •  Martin Dallmeier: Quellen zur Geschichte des europäischen Postwesens. Kallmünz 1977.
  •  Martin Dallmeier, Martha Schad: Das Fürstliche Haus Thurn und Taxis, 300 Jahre Geschichte in Bildern. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1996, ISBN 3-7917-1492-9.
  •  Martin Dallmeier, Manfred Knedlik, Peter Styra: "Dieser glänzende deutsche Hof..." 250 Jahre Thurn und Taxis in Regensburg. Regensburg 1998, ISBN 3-9806296-1-9
  • Die Wappen des böhmischen Adels, J.Siebmachers großes Wappenbuch Band 30, Neustadt an der Aisch 1979, Thurn und Taxis Seite 207 und 208, Wappentafel 89 und 90, ISBN 3 87947030 8.
  •  Siegfried Grillmeyer: Habsburgs Diener in Post und Politik. Das Haus Thurn und Taxis zwischen 1745 und 1867. Philipp von Zabern, Mainz 2005, ISBN 3-8053-3566-0.
  •  J. B. Mehler: Das fürstliche Haus Thurn und Taxis in Regensburg. Habbel Verlag, Regensburg 1898.
  •  Christoph Meixner: Musiktheater in Regensburg im Zeitalter des Immerwährendes Reichstages. Studio Verlag, Sinzig 2008, ISBN 978-3-89564-114-5.
  •  Max Piendl: Thurn und Taxis 1517–1867. Zur Geschichte des fürstlichen Hauses und der Thurn und Taxisschen Post. Archiv für deutsche Postgeschichte 1/67, 1967.
  • Taxis (Stammtafel). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 37, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 792.
  • Rudolf Reiser: Die Thurn und Taxis, Das Privatleben einer Fürsten-Dynastie, Regensburg 1998, ISBN 3-931904-31-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thurn und Taxis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien