Thurnau

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Dieser Artikel behandelt den Markt im Landkreis Kulmbach. Zur deutschen Schauspielerin siehe Julia Thurnau.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Thurnau
Thurnau
Deutschlandkarte, Position des Marktes Thurnau hervorgehoben
50.02555555555611.394166666667363Koordinaten: 50° 2′ N, 11° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kulmbach
Höhe: 363 m ü. NHN
Fläche: 64,2 km²
Einwohner: 4235 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95349
Vorwahl: 09228
Kfz-Kennzeichen: KU, EBS, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 77 157
Marktgliederung: 44 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Oberer Markt 28
95349 Thurnau
Webpräsenz: www.thurnau.de
Bürgermeister: Martin Bernreuther (CSU)
Lage des Marktes Thurnau im Landkreis Kulmbach
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Thurnau ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Kulmbach und liegt am nördlichen Rand der Fränkischen Schweiz mitten im Städtedreieck Kulmbach-Bayreuth-Bamberg an der Autobahn A 70.

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Thurnau ist in 44 Ortsteile eingeteilt[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Thurnau

Thurnau war Sitz des Ministerialengeschlechts der Förtsch. Lehnsherr war seit 1292 der Bischof von Bamberg. Nach dem Aussterben der Familie von Förtsch 1564 wurden ihre Rechtsnachfolger Hans-Georg von Giech und Hans Adam von Künsberg. 1699 bestätigten die Markgrafen von Bayreuth den Grafen Giech die lange umstrittene Hohe Gerichtsbarkeit und damit die Landeshoheit. 1731 kauften die Grafen Giech den Künsberg’schen Anteil des Condominats. 1796 verleibte sich Preußen im Zuge der Hardenberg'schen Revindikationspolitik die Herrschaft Thurnau ein. Im Frieden von Tilsit 1807 fiel Thurnau als Teil des preußischen Fürstentums Bayreuth an Frankreich und kam 1810 zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Berndorf, Hutschdorf und Tannfeld eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1973 kam Menchau hinzu. Alladorf folgte am 1. Juli 1975. Limmersdorf (mit dem am 1. April 1971 eingegliederten Felkendorf) schloss am 1. Mai 1978 die Reihe der Eingemeindungen ab.[4]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Martin Bernreuther (CSU).

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:

2002 2008
CSU 07 06
SPD/Offene Liste 06 06
Freie Wähler/Überparteiliche Wählergemeinschaft 03 04
Gesamt 16 16

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Mit seinem historischen Ortskern, den das Schloss Thurnau mit dem Brückengang zur St.-Laurentius-Kirche dominiert, dem Schlossweiher und dem Töpfermuseum ist Thurnau ein beliebtes Ziel für Ausflüge.

Die St.-Laurentius-Kirche besitzt eine beeindruckende Stuckdecke, eine Patronatsloge und einen Altar von Elias Räntz.

Schloss Thurnau gehört zu den größten Schlossanlagen Frankens. Der älteste Teil der siebenstöckigen Kemenate wurde im 13. Jahrhundert durch das Geschlecht der Ritter von Förtsch gebaut. Als siebte und letzte Baustelle wurde im Jahre 1731 der Carl-Maximilian-Bau fertiggestellt. Heute befindet sich neben einem Tagungshotel das Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth im Schloss.

An das Schloss schließt sich der weitläufige Schlossgarten an, dessen Geschichte 1703/06 mit der Pflanzung einer Lindenallee zum Paille-Maille-Spiel begann. Mitte des 19. Jahrhunderts diente die Lindenallee als Kern für eine umfassende Erweiterung im Stile des Englischen Landschaftsgartens, die von verschiedenen Einbauten begleitet wurde. In der Folge wurde der Thurnauer Schlossgarten von reisenden Dichtern während der Romantik nicht weniger geliebt als von der einheimischen Bevölkerung aus Thurnau und dem Umland. 1968 fiel die Lindenallee weitgehend einem Hagelschauer zum Opfer und wurde fortan für den öffentlichen Zugang gesperrt. Park und Einbauten wie das Teehaus waren seither dem kontinuierlichen Verfall preisgegeben. Das Teehaus wurde im Herbst 2007 im Rahmen einer Notsicherung mit einem Schutzdach versehen.[5]

Das Rathaus befindet sich im 1751 erbauten Künsberghof, der von 1986 bis 1988 umgebaut wurde.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Thurnau

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bekannt ist Thurnau vor allem als Töpferstädtchen. Die Geschichte des Thurnauer Töpferhandwerks reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Auf dem viermal jährlich stattfindenden Töpfermarkt bieten neben regionalen auch Töpfereien aus ganz Europa ihre Waren an.

Verkehr[Bearbeiten]

Thurnau liegt an der Autobahn A 70.

Bis zur Stilllegung 1993 wurde der Ort von der Lokalbahn Bayreuth–Thurnau–Kulmbach angefahren.

Mittelwellensender für den Deutschlandfunk[Bearbeiten]

Antenne des Mittelwellensenders in Thurnau
Höhendiagramm der Sendemasten der Lang- und Mittelwellensender des Deutschlandfunks
Hauptartikel: Sender Thurnau

Seit 1980 befindet sich in der Nähe von Thurnau ein Mittelwellensender des Deutschlandfunks (Koordinaten: 49° 59′ 15″ N, 11° 22′ 36″ O49.987511.376666666667). Der von der Deutschen Telekom betriebene Sender strahlt das Programm des Deutschlandfunks auf der Sendefrequenz 549 kHz mit einer Sendeleistung von 100 kW (bis Mitte der 1990er Jahre 200 kW) ab. Er verwendet als Sendeantenne einen 240 Meter hohen, gegen Erde isolierten selbststrahlenden Stahlfachwerkmast.

Weitere Sendeanlagen[Bearbeiten]

Fernmeldeturm Thurnau

Südlich des Ortsteils Tannfeld befindet sich ein 69 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG, der als freistehende Stahlfachwerkkonstruktion ausgeführt ist. In der Nähe der Kleetzhöfe befindet sich ein Funkturm in außergewöhnlicher Bauweise.

Funkturm bei den Kleetzhöfen

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bruno Hager (Red.): Thurnau 1239–1989. Markt Thurnau, Thurnau 1989, ISBN 3-922808-30-1
  • Thomas Münch: Der Markt Thurnau mit seinen Ortsteilen. Geiger, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-785-2
  • Uta von Pezold: Die Herrschaft Thurnau im 18. Jahrhundert. (= Die Plassenburg; Bd. 27). Freunde der Plassenburg e. V./Stadtarchiv, Kulmbach 1968 (zugl. Dissertation, Universität Erlangen)
  • Georg Schwarz: Das Schloss zu Thurnau. Beschreibung, historische Entwicklung, Bauherren. (= Heimatbeilage zum Amtlichen Schulanzeiger des Regierungsbezirks Oberfranken; Nr. 170). Regierung von Oberfranken, Bayreuth 1990

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111031/182152&attr=OBJ&val=1282
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 503.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 692 und 693.
  5. www.landschaftsmuseum.de/Seiten/Heimatpf/Teehaus-Notsicherung.htm

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thurnau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Thurnau – Reiseführer