Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark

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Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark
Im Nationalpark lässt sich glühende Lava im Krater des Halemaʻumaʻu in der Caldera des Kīlauea beobachten
Im Nationalpark lässt sich glühende Lava im Krater des Halemaʻumaʻu in der Caldera des Kīlauea beobachten
Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark (Hawaii)
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19.432222222222-155.26Koordinaten: 19° 25′ 56″ N, 155° 15′ 36″ W
Lage: Hawaii, Vereinigte Staaten
Nächste Stadt: Hilo
Fläche: 1.308,9 km²
Gründung: 1. August 1916
Besucher: 1.352.123 (2011)
Adresse: Hawaiʻi Volcanoes National Park
P.O. Box 52
Hawaiʻi Volcanoes National Park, HI 96718-052
Tel. (808) 985-6000
i3i6
Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark*
UNESCO-Welterbe
UNESCO-Welterbe-Emblem

Pāhoehoe and Aa flows at Hawaii.jpg
Pāhoehoe- und ʻAʻā-Lava auf Hawaii
Staatsgebiet: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Typ: Natur
Kriterien: viii
Referenz-Nr.: 409
Region: ª Asien und Ozeanien
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 1987  (Sitzung 11)

* Der Name ist auf der Welterbe-Liste aufgeführt.
ª Die Region ist von der UNESCO klassifiziert.

Der Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark ist ein etwa 1309 Quadratkilometer großes Biosphärenreservat im Südosten von Hawaii, welches seit 1987 zum UNESCO Weltnaturerbe zählt. Das Gebiet umfasst neben ausgedehnten Lavafeldern den aktiven Vulkan Kīlauea. Das Besucherzentrum des Nationalparks stellt eine touristische Hauptattraktion der Insel dar.

Lage[Bearbeiten]

Hawaii liegt im gleichnamigen Bundesstaat der USA im Pazifik. Die Lavafelder des Nationalparks reichen von der Pazifikküste bis an den 4.169 Meter hohen Mauna Loa. Sie unterscheiden sich stark hinsichtlich ihres Alters und damit der Sukzessionstufen ihrer Ökosysteme.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Park wurde am 1. August 1916 als Hawaii National Park gegründet. Heute ist er mehr als doppelt so groß, obwohl 1961 der Haleakala-Nationalpark auf der Insel Maui als eigenständige Einheit abgetrennt wurde. Im Jahr 1987 wurde er zum Welterbe erklärt.

Mit dem Hawaiian National Park Language Correction Act of 2000 wurde die Schreibung des Namens vom Senat der Vereinigten Staaten in Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark geändert.[1]

Crater Rim Drive[Bearbeiten]

Entlang des Crater Rim Drive befindet sich eine Vielzahl kurzer Wanderwege, die es ermöglichen, auch bei einem nur eintägigen Besuch einen guten Eindruck vom Park zu bekommen:

Ein 0,5 km langer Weg führt vom Crater Rim Drive zur Thurston Lava Tube. Solche Lavatunnel entstehen dadurch, dass die äußeren Bereiche eines Lavaflusses schneller erkalten. Das führt dazu, dass sich mit der Zeit eine Kruste an den Rändern des Flusses bildet. Mitunter bedeckt die Kruste die Lava vollständig. Sie fließt dann unterirdisch und kann auch längere Strecken zurücklegen, da sie nicht so schnell erkaltet. Geht dann irgendwann die vulkanische Aktivität zurück, verbleibt ein Lavatunnel. Ca. 300 Meter der Thurston Lava Tube sind erschlossen und für Touristen begehbar.

Der Kīlauea Iki-Krater befindet sich am Rande der Caldera des Kīlauea. Eine Wanderung entlang des Kīlauea Iki Trail (3,9 km, ca. 2 Stunden, an kühleren Tagen) führt hinab auf die Oberfläche eines erkalteten Lavasees, der beim Ausbruch im Jahre 1959 entstanden ist. Er führt auch vorbei an der Stelle, von wo aus damals eine bis zu 600 Meter hohe Lavafontäne austrat. Die Auswirkungen der Aktivität von 1959 kann man auch entlang des 0,8 km langen Devastation Trail besichtigen.

Am anderen Ende des Crater Rim Drive gelangt man zum Jaggar-Museum nahe dem Rand des Halemaʻumaʻu-Kraters. Im Jahre 1924 ereignete sich hier auch ein heftiger explosiver Ausbruch, der dadurch verursacht wurde, dass Grundwasser auf einen unterirdischen Lavastrom gestoßen war. Im März 2008 ereignete sich erneut eine explosive Eruption, die ein ca. 30 m großes Loch in die Seitenwand des Kraters sprengte. Aus dieser Öffnung tritt seitdem eine Rauchwolke aus Schwefeldioxid und vulkanischem Gestein in Form von Asche u.ä. aus, nachfolgende Explosionen verdoppelten die Größe der Öffnung. Als Folge dieser Veränderung wurde der Crater Rim Drive zwischen dem Jaggar-Museum und der Chain of Craters Road gesperrt, da dieser Teil der Straße direkt durch den Bereich führt, über den die giftige Rauchwolke zieht. Die ehemalige Aussichtsplattform am Halemaʻumaʻu wurde durch herumfliegende Trümmer bei der Explosion stark beschädigt, die neue Öffnung befindet sich genau unterhalb der Plattform. Die Straße wurde abseits des Kraters neu errichtet, der Abschnitt am Krater selbst ist seit 2012 für Fußgänger wieder geöffnet.[2]

Chain of Craters Road[Bearbeiten]

Die Straße führt entlang einer großen Anzahl an Kratern und anderen Überbleibseln vulkanischer Aktivität bis hinunter zur Küste. Es lohnt sich, am Mauna-Ulu-Parkplatz zu stoppen und einen kurzen Ausflug (1,6 km pro Richtung) zum Puʻu Huluhulu zu unternehmen. Von dort aus hat man die Möglichkeit, den zur Zeit aktiven Puʻu ʻŌʻō-Krater zu sehen.

Das Ende der Straße ist zugleich Ausgangspunkt für Wanderungen zu aktiven Lavaströmen. In jedem Fall sollte man sich vorher im Besucherzentrum über die derzeitige Lage und über notwendige Sicherheitsvorkehrungen informieren.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hawaii-Volcanoes-Nationalpark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amerikanische Schreibung seitdem mit ʻOkina nach dem Hawaiian National Park Language Correction Act of 2000 (S.939) (PDF; 126 kB) (englisch)
  2. National Park Service: Hawai'i Volcanoes National Park – Park Reopens Keanakākoʻi Crater to Hikers, Pressemitteilung vom 13. Juni 2012