Tiddische

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tiddische
Tiddische
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tiddische hervorgehoben
52.51694444444410.80472222222262Koordinaten: 52° 31′ N, 10° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Brome
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 16,78 km²
Einwohner: 1246 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38473
Vorwahl: 05366
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 031
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kälberweide 21
38473 Tiddische
Bürgermeister: Ottmar Bartels (SPD)
Lage der Gemeinde Tiddische im Landkreis Gifhorn
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Über dieses Bild

Tiddische ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen. Zu ihr gehören die Ortsteile Tiddische und Hoitlingen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Tiddische liegt zwischen den Naturparks Südheide und Drömling an der Kleinen Aller in der geschichtlichen Landschaft des Vorsfelder Werders, einem eiszeitlichen Geestrücken. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Brome an. Das Gebiet besteht aus Forsten auf der Geest im Osten, Ackerland sowie Grünland im Tal der Kleinen Aller.

Der Ortsteil Hoitlingen liegt zwei Kilometer südlich von Tiddische. Einen Kilometer westlich von Tiddische liegt Barwedel, das zur Samtgemeinde Boldecker Land gehört, vier Kilometer nördlich die Gemeinde Bergfeld.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Ortsteile der Gemeinde sind:

  • Hoitlingen (531 Einwohner)
  • Tiddische (711 Einwohner)[2]
Glockenturm der ehemaligen Schule in Tiddische

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Ein Marschalk Tiadde wurde um 825 in der „Tradition Nr. 30“ des Klosters Corvey erwähnt.[3] Der Ort Tiddische wurde offensichtlich nach ihm benannt. In mehreren um das Jahr 1000 verfassten Corveyer Traditionen wurde der Ort als Thiaddagsheshus(un) bezeichnet, etwa „die Häuser des Volks-Guten“, analog zum Ortsnamen Riddagshausen, das heute zu Braunschweig gehört, bzw. Thieddikeshus(un). Möglich ist auch die Bedeutung T(h)iaddagiski liuti (althochdeutsch für „Leute von Tieddegische“).[4] Tiddische wurde 1366 urkundlich als Didgesche erwähnt. Noch heute wird der Ort im Volksmund Titsche oder Ditsche genannt.[5]

Die ursprüngliche Dorfform war die eines wendischen Rundlings. 1315 nahm Ritter Baldewin von Wenden seine Güter in Tiddische zu Lehen von Herzog Albrecht II. von Braunschweig.[5] Später ging das Dorf mit dem gesamten Vorsfelder Werder an die von Bartensleben über, die es bis 1742 innehatten.

Laut einem Siedlungsverzeichnis um 1850 bestanden zu dieser Zeit 25 Bauernhöfe. Im 19. Jahrhundert wurde der Rundling aufgebrochen; Tiddische wandelte sich zu einem Haufendorf. Nach dem Ersten Weltkrieg siedelte sich am Weißen Berg im Südostzipfel des Gemeindegebiets mitten im Wald das Ehepaar Ackermann an, das dort fernab jeglicher Siedlung bis in die 1980er Jahre lebte. Willy Sophus Carl Ackermann, der die „Wendepunkt-Gemeinschaft“ gegründet hatte, wollte damit die leidvollen Erfahrungen des Krieges überwinden. Das Ehepaar und seine Kinder lebten in einer Blockhütte und ignorierten bürgerliche Konventionen.[6]

An der Kleinen Aller stand am Übergang nach Barwedel eine Wassermühle, die bis 1957 in Betrieb war und dann in einen Bauernhof umgewandelt wurde. Im selben Jahr wurde der „Tiddischer Drömling“, eine Exklave im Drömling, die lange zur Gewinnung von Brennholz genutzt worden war, an die anliegende Gemeinde Rühen abgegeben.

1916 lebten 268 Menschen im Ort Tiddische, 1939 waren es 303. Bis 1950 stieg die Zahl bedingt durch die Flüchtlingsströme aus dem Osten auf 529. 1985 lebten dort 552 Einwohner.[7]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Tiddische und Hoitlingen zur Gemeinde Tiddische vereinigt.[8] Zugleich wurde die neue Gemeinde Teil der Samtgemeinde Rühen, die gleichzeitig in den Landkreis Gifhorn eingegliedert wurde. Am 15. März 1974 trat die Gemeinde Tiddische der Samtgemeinde Brome bei.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Tiddische setzt sich aus elf Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

SPD CDU Einzelbewerber Gesamt
2011 7 3 1 11 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)[9]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Ottmar Bartels wurde am 28. Dezember 2006 gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Von Rot und Gold gespalten, über blauem Wellenschildfuß, ragend ein benageltes Mühlenrad in verwechselten Farben, überholt balkenweis begleitet von zwei Brotlaibern in verwechselten Farben.

Infrastruktur[Bearbeiten]

1985 gab es im Ort 18 landwirtschaftliche Betriebe. Tiddische gehört zur evangelisch-lutherischen Gemeinde Jembke. Im Ort gibt es einen Friedhof mit Kapelle.

Die B 248, die Wolfsburg und Salzwedel verbindet, führt etwa einen Kilometer westlich an der Tiddische vorbei. Der Ort ist durch eine Landesstraße mit Hoitlingen und Wolfsburg-Vorsfelde sowie mit Barwedel verbunden. Eine Kreisstraße führt nach Bergfeld. Tiddische wird im Stundentakt von Bussen der ZGB-Linie 162 bedient, die nach Rühen bzw. nach Ehra-Lessien oder Bergfeld verkehren.

Sport[Bearbeiten]

Der SV Teutonia Tiddische wurde 1921 gegründet. Die 1. Fußball-Herrenmannschaft spielt in der 2. Kreisklasse Gifhorn. Der Tennisverein Grün-Weiß Tiddische wurde 1981 gegründet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 619–646

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Stand 30. Juni 2013, Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Brome vom 6. September 2013
  3. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 620
  4. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 621
  5. a b Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 622
  6. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 642f.
  7. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 643
  8.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 271.
  9. Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Brome vom 30. September 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tiddische – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien